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Maria Medingen

06.10.2019

Warum Pilgern die Menschen so bewegt

Schwester Eva erklärte den Besucherinnen des Katholischen Frauenbunds aus dem Bezirk Dillingen die Besonderheiten und die Geschichte von Kloster Maria Medingen.
Bild: Brigitte Bunk

Plus Frauenbund-Zweigvereine aus dem Bezirk Dillingen treffen sich im Kloster Maria Medingen. Sie kommen zusammen und sprechen auch über den Trend Wallfahrten.

Bewegt gingen die Wallfahrerinnen unter dem Gerüst hindurch, das in der Margareta-Ebner-Kapelle den Bauarbeiten dient. Schwester Eva, die sie nach der Wort-Gottes-Feier durch die Baustelle zum gemütlichen Beisammensein in die Turnhalle führte, hatte die Frauen zu Beginn ihrer Bezirkswallfahrt in die Geschichte des geschichtsträchtigen Klosters Maria Medingen eingeführt, das nicht nur in den vergangenen vier Jahren schwere Zeiten erlebt hatte. Im seit 1239 bezeugten ehemaligen Dominikanerinnenkloster Maria Medingen haben Menschen stets die Beziehung zu Gott gesucht und gepflegt. Nach der Enteignung anlässlich der Säkularisierung wurde es 1843 zum Zwecke der Erziehung und Bildung von der damaligen Oberin des Mutterhauses der Dillinger Franziskanerinnen Theresia Haselmayr erworben.

Der Brand 2015 hat viel Schaden angerichtet

Schwester Eva berichtete von dem Brand 2015, der von der Sakristei ausgehend die Kapelle erreichte und viel Schaden anrichtete. „Das Grab selbst blieb unbeschädigt und wie durch ein Wunder auch das berühmte Jesuskind und das Kreuz“, erläuterte Schwester Eva. Die Franziskanerinnen hoffen, dass das Grab der Mystikerin Margareta Ebner übernächstes Jahr an Ostern wieder aufgestellt werden kann, wenn der Altar fertig ist. Die Kollekte der rund 100 Frauen aus den Zweigvereinen des Katholischen Deutschen Frauenbunds im Landkreis Dillingen verbleibt ebenfalls im Kloster, in dem sie sich jetzt getroffen haben.


Ein Rundgang durch das Kloster Maria Medingen

Wer erinnert sich noch an die Katastrophe im Kloster Maria Medingen als es so schwer gebrannt hat? Seither hat sich sehr viel getan. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Video mit Hausoberin Schwester Eva. Den ganzen Artikel gibt es auch online unter www.donau-zeitung.de/55395746 oder in der morgigen Ausgabe unserer Zeitung. Darin geht es auch um das besonders dankbare Verhältnis der Schwestern zu Feuerwehrleuten.

Gepostet von Donau Zeitung am Dienstag, 10. September 2019


In einer Wort-Gottesfeier mit Schwester Hedwig machten sie sich über Maria Magdalena. Die Begleiterin Jesu war die erste, die vor den Aposteln Zeugnis für den Herrn abgelegt hat: Als sie ans Grab kam und vom Engel losgeschickt wurde, verkündete sie, dass Jesus auferstanden war. „Lassen wir uns anstecken von ihrem Glauben, Mut, damit wir unsere ganz besondere Sendung entdecken“, betete Schwester Hedwig mit den Frauen. Und auch in den Fürbitten hieß es: „Wir bitten, dass wir uns wie Maria Magdalena immer neu faszinieren lassen von Jesus, von seinen Worten, seiner Botschaft und seinen Zeichen.“ Auch wenn viele das anders sehen, wie Bezirksleiterin Silvia Lutz in ihren Abschlussworten feststellte: „Wenn ich sehe, wie viele Frauen und auch ein Mann sich auf den Weg gemacht haben, ist das Wallfahren durchaus zeitgemäß.“

Jeder muss für sich entscheiden, wie er sich mit dem Glaube beschäftigt

Es liege an jedem Einzelnen, ob er sich mit seinem Glauben beschäftige oder lieber jeden seiner Schritte mit Fotos und Statusmeldungen auf Facebook oder Instagram rechtfertige, meinte Elke Zeh aus Blindheim. Sie findet, dass es eine Bereicherung sei, sich gemeinsam auf ein Thema einzulassen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, auch für vielbeschäftigte Frauen. Dass Wallfahren eine bestimmte Altersgruppe anspricht, nehmen die Frauen aus dem Dillinger Ortsteil Hausen durchaus an. Vor allem, weil die meisten Jugendlichen eh nicht mehr in die Kirche gehen. Ihnen helfe das Zusammensein, wieder etwas anderes in den Fokus zu nehmen und sich bei aller Hektik im Alltag auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Gemeinsamkeiten zwischen den Frauen

Dass man auch im Fernsehen immer wieder Berichte sieht über Menschen, die beispielsweise auf dem Jakobsweg gehen, zeigt nach Meinung von Elisabeth Buchschuster, dass das Pilgern durchaus seine Berechtigung hat. Sich sammeln können und das Wissen, dass eine Gemeinsamkeit da ist zwischen den Frauen, die hier zusammen sind, das tue den Wertinger Frauenbunddamen gut, wie Buchschuster versicherte. Mit einem gemütlichen Beisammensein klang dann diese Auszeit aus.

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