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Stallgespräch

17.01.2017

Was Grüne fordern und Landwirte wollen

Das Stallgespräch auf dem Milchviehbetrieb der Familie Gabi und Thomas Hurler in Fronhofen fand sichtbar großes Interesse.
Bild:  Horst von Weitershausen

 In Fronhofen lud eine Familie auf ihren Milchviehbetrieb ein. Auch Kritiker waren unter den Gästen

Das jüngste Stallgespräch brachte Tierschützer und Landwirte zusammen: Gabi und Thomas Hurler hatten auf ihren Betrieb eingeladen, unter anderem Kreisrätin Heidi Terpoorten und Familie Hien von den Grünen kamen. 92 Milchkühe haben die Hurlers, jede bringe im Durchschnitt 8552 Kilogramm Milch pro Jahr. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche des Hofs beläuft sich auf 97,84 Hektar.

Nach der Information über die einzelnen Futterzugaben an das Milchvieh und die Nachzuchtkälber wechselten die Gesprächsteilnehmer, darunter auch Bürgermeister des Landkreises, Ottmar Hurler als Vertreter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wertingen, BBV-Ortsobmänner, BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer und Junglandwirte, ins Feuerwehrhaus von Fronhofen, um dort die Gesprächsrunde fortzusetzen.

Heidi Terpoorten sagte nach der Besichtigung, dass gerade die bäuerlichen Milchviehbetriebe nicht zu übersehende Fortschritte beim Tierwohl gemacht hätten. „Auch wir, Tierschützer und Gegner der Nutztierhaltung, wissen, dass Landwirte von ihrer Arbeit leben müssen.“ Doch wenn Nutztierhaltung, dann doch nur mit so viel Tieren wie dafür Futteranbaufläche vorhanden ist. Darüber hinaus müssten die staatlichen Kontrollorgane besser funktionieren, um Tierschutzverfehlungen aufzudecken. Dem widersprach der Kreisobmann des Dillinger Bauernverbands, Albert Sporer: Wenn jemand in seinem Betrieb derart über kriminelle Energie verfüge und gegen Gesetze in der Tierhaltung verstoße, dann nützten auch meist Kontrollen nichts. In diesem Zusammenhang fügte sein Kollege Klaus Beyrer hinzu, dass es auch kriminell sei, wenn Tierschützer in Ställe eingebrechen. „Das können und wollen wir Landwirte uns nicht gefallen lassen, sondern aufs Schärfste verbieten“.

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Der Druck auf die Höfe werde immer größer. Besonders die weitere Zunahme der Kritik an der Landwirtschaft, an Massentierhaltung, Antibiotikamissbrauch und Umweltschutz stelle die heimische konventionelle Landwirtschaft mit Nutztierhaltung an den Pranger. Am Beispiel der Familie Hurler wurde gezeigt, welche Anstrengungen die Landwirte im Kreis für das Tierwohl unternehmen. Landwirt Hurler verwies auf verschiedene bauliche Maßnahmen in seinem Betrieb wie Photovoltaik-Anlagen, die Erweiterung und Modernisierung von Getreidesilos, Fahrsiloanlage, Mahl- und Mischanlage und Güllegrube. Landrat Leo Schrell lobte, dass die Landwirtschaft durch die veränderten Strukturen in Bayern mittlerweile als Produzent von Lebensmitteln wieder zukunftsfähig sei. Deshalb müsse sie sich auch damit abfinden, im Fokus der Gesellschaft zu stehen. Das bedeute jedoch nicht, dass bei einer bäuerlichen Milchvieh- und Rinderhaltung von über 50 Tieren von Massentierhaltung gesprochen werde. „Das verzerrt die Realität“, betonte der Landrat. Er betonte, dass die Anstrengungen der Landwirtschaft im Bild der Öffentlichkeit auch einmal danach beurteilt werden sollten. Er lobte die Veranstalter und verwies darauf, dass ein solches gemeinsam geführtes Gespräch Vertrauen schaffe. „Um Lebensmittel, Trinkwasser und Energie drehen sich die wichtigsten Fragen heute.

Wir werden in der Zukunft sicher noch häufig miteinander über konventionell, bio und Tierwohl diskutieren“, sagte BBV Kreisobmann Albert Sporer. Weil die Landwirte ständig bemüht seien, etwas besser zu machen, wollen sie auch weiter mit Kritikern im Gespräch bleiben, fügte sein Kollege Beyrer hinzu. „Nicht übereinander, sondern miteinander reden“ sei die Lösung.

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