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Freie Schule

08.03.2016

Was Schüler von Politikern wollen

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in der Klasse 10a des St.-Bonaventura-Gymnasiums stellte sich der CSU-Landtagsabgeordnete Georg Winter den Fragen der Schüler.

... zum Beispiel erfahren, was sie tun. Zwei Abgeordnete stellten sich den Fragen

Michaela Rohmeder stellt gleich zu Beginn einmal eine ganz grundlegende Frage: „Was tun Sie?“, wollte die Schülerin der Klasse 10a des St.-Bonaventura-Gymnasiums in Dillingen vom Landtagsabgeordneten Georg Winter wissen. Der hatte sich am Montag beim „Tag der Freien Schulen“ dem Motto „Politik macht Schule – Abgeordnete schenken eine Unterrichtsstunde“ angeschlossen. Anlässlich des Aktionstages, der vom Verband Bayerischer Privatschulen, dem Katholischen Schulwerk in Bayern und der Evangelischen Schulstiftung in Bayern organisiert wurde, hatten sich insgesamt 136 Abgeordnete bereit erklärt, eine Freie Schule in ihrem Stimmkreis vor Ort zu besuchen und eine Unterrichtsstunde zu gestalten.

Um nun die Frage, was er denn tue, zu beantworten, holt Winter etwas weiter aus. Er erklärt die föderale Struktur in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sowie die Kompetenzen der einzelnen Landesparlamente und die Zusammensetzung des bayerischen Landtags. Als Abgeordneter des Stimmkreises Augsburg-Land/Dillingen sei er von Beruf Volksvertreter, so Winter. Seine Aufgabe sei es, die Interessen der Bürger im Parlament zu vertreten. Neben den allgemeinen politischen Prozessen sind die Schüler aber auch an aktuellen Diskussionsthemen interessiert. „Was halten Sie davon, dass Österreich und Ungarn die Grenzen geschlossen haben?“, fragt Felix Wagner im Bezug auf die Flüchtlingssituation.

Winter erinnert an den Fall des Eisernen Vorhangs und an die jahrelangen Bemühungen Europas, eine Wirtschaftsregion zu werden, um als flächenmäßig kleiner Kontinent im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Aus diesem Streben seien die EU sowie später der Euro als gemeinsame Währung entstanden. Den Vorteilen, die Deutschland durch offene Grenzen und freien Handel habe, stehe im Moment eine dringend benötigte Reduzierung der Flüchtlingszahlen gegenüber. „Politiker machen es sich in solchen Fragen nicht leicht“, sagt Winter. Die Schüler freuen sich über den Besuch des Berufspolitikers. Es sei eine gute Gelegenheit gewesen, um Hemmschwellen abzubauen, meint Michaela Rohmeder. Sie würde sich solche Möglichkeiten öfter wünschen. Auch Winter betont, dass ein häufigerer Austausch zwischen realer Politik und Jugend stattfinden müsse.

Neben dem direkten Kontakt zwischen Jungvolk und Volksvertretern ginge es bei dem Aktionstag auch darum, die Politik auf die Arbeit der Privatschulen hinzuweisen, so Schulleiter Franz Haider. Da nur etwa 20 Prozent der bayerischen Schulen in privater Trägerschaft seien, gingen deren Verdienste in der öffentlichen Wahrnehmung etwas unter, meint Haider. Er betont die Wertevermittlung und die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrkräften, die an seiner Schule ganz hervorragend funktioniere. Sein Amtskollege Martin Bannert von der St.-Bonaventura- Realschule pflichtet bei. „Es gibt uns und wir machen einen guten Job“, so Bannert. In der Klasse 10c der Realschule ist es der Freie-Wähler-Abgeordnete Johann Häusler, der sich den Fragen der Schüler stellt. Dabei geht es zum einen um gesellschaftliche Themen wie das Hofsterben oder die Lebensmittelpreise. Aber auch um ganz Privates. „Was sagt Ihre Familie zu Ihrer vielen Arbeit?“, fragt Sonja Schweikardt. In den mehr als 30 Jahren, die er jetzt in der Kommunalpolitik aktiv sei, habe er dafür viel Familienzeit geopfert, gesteht Häusler. „Meine drei Kinder sind nun alle selbstständig und meine Frau unterstützt mich in meiner Arbeit. Allerdings auch oft unter leisem Protest wegen der vielen Termine“, so Häusler. Sonja Schweikardt gefallender direkte Kontakt zur großen Politik und auch die offenen Erklärungen. „Man denkt oft, die Politiker verdienen so viel Geld. Aber wenn man dann einmal erklärt bekommt, was die tägliche Arbeit eines Politikers ist und was er zum Beispiel in seinem Abgeordnetenbüro selbst bezahlen muss, bekommt man ein besseres Verständnis“, erklärt die 16-Jährige. Am Ende des Tages bekommen sowohl Georg Winter als auch Johann Häusler von den Rektoren ein Zeugnis über die geleistete Unterrichtsstunde ausgestellt.

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