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Dillingen

03.07.2019

Was beim Wiederaufbau des Dillinger Rathauses geplant ist

Der Wiederaufbau des Dillinger Rathauses nach dem Brand vom 26. Juli 2017 läuft auf Hochtouren.
Bild: Jan Koenen, Stadtverwaltung

Im Juli 2017 brannte das Dillinger Rathaus. Nach dem historischen Unglück will die Stadt jetzt eine historische Chance nutzen. Die kostet neun Millionen Euro.

Fast zwei Jahre danach sind vielen die Dillingern die unglaublichen Szenen immer noch präsent. Es ist Mittwoch, der 26. Juli 2017, kurz vor 19 Uhr. Eine dicke Rauchsäule steht über der Dillinger Innenstadt, der etwa 500 Jahre alte Altbau des Rathauses brennt lichterloh. Die Helfer der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks können durch ihren professionellen Einsatz gerade noch verhindern, dass die Flammen auf die Nachbargebäude übergreifen.

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Nach dem Großbrand kann die Ursache wegen des Ausmaßes der Zerstörung gar nicht mehr ermittelt werden, am wahrscheinlichsten gilt ein technischer Defekt. „Der Brand unseres Rathauses war ein historischer Unglücksfall“, sagt Oberbürgermeister Frank Kunz am Montagabend in der Sitzung des Dillinger Stadtrats. Der Wiederaufbau biete aber ebenso „historische Chancen“. Denn das Rathaus soll jetzt so wiedererrichtet werden, dass es den Anforderungen einer modernen Verwaltung entspricht, erläutert Kunz.

Dillingen ist einen weiteren Schritt vorangekommen

Und da ist die Stadt jetzt einen weiteren Schritt vorangekommen. Die Stadträte haben am Montagabend die Vorplanung abgesegnet, die Ulrike Donner von der BH-Architektengesellschaft (München) präsentiert hatte. Zudem steht nun fest, wie die Kosten für den Wiederaufbau zwischen der Bayerischen Versicherungskammer und der Stadt verteilt werden sollen. Von außen wird das Dillinger Rathaus in altem Glanz erstrahlen, im Inneren wird es den Anforderungen genügen, wie sie heute an effiziente Verwaltungen gestellt werden.

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Das Trauungszimmer lässt sich erweitern

Architektin Donner informiert, dass in allen Stockwerken behindertengerechte Toiletten eingebaut werden. Im Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss (verkleinerte Galerie) soll wieder ein Café mit moderner Küche einziehen. Der Zugang zum neuen Sitzungssaal im zweiten Obergeschoss über ein großzügiges Foyer ist ebenfalls barrierefrei geplant. Dort werden auch ein Trauungszimmer und ein kleiner Sitzungssaal entstehen, erklärt Donner. Mobile Trennwände werden es aber möglich machen, dass etwa das Trauungszimmer für eine größere standesamtliche Trauung um den Raum des kleinen Sitzungssaals erweitert wird. Dasselbe gilt auch für den umgekehrten Fall: Ebenso kann der kleine Sitzungssaal bei Bedarf in einen größeren Besprechungsraum verwandelt werden.

Im dritten Obergeschoss wird die Bauverwaltung arbeiten, die nutzbare Fläche wird von 111 auf 250 Quadratmeter erweitert. Im zweiten Dachgeschoss (4. Obergeschoss) entstehen 158 Quadratmeter Raum, der nach Bedarf genutzt werden kann. Der Dachspitz wird nicht ausgebaut. Was die Stadträte und Hörer wohl am meisten interessierte: In den ersten drei Monaten des Jahres 2021 soll der Wiederaufbau des Dillinger Rathauses abgeschlossen sein, kündigt Ulrike Donner an.

In Dillingen brach im Juli 2017 ein Feuer im Rathaus aus. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an.
11 Bilder
Dillinger Rathausbrand: Bilder der Löscharbeiten
Bild: Berthold Veh

Wer zahlt wie viel?

An der Sitzung nehmen auch Gerhard Weiner und Wolfgang Fux von der Bayerischen Versicherungskammer teil, denn es geht um die Kostenverteilung beim Wiederaufbau des Rathauses. Die Versicherungskammer übernimmt allein den Brandschaden, die Stadt muss für das aufkommen, was über die reine Wiederherstellung hinaus gemacht wird. Der Wiederaufbau wird laut Prognose etwa 9,2 Millionen Euro kosten. Davon übernimmt die Vesicherungskammer 72 Prozent, rund 6,6 Millionen Euro. Die Stadt Dillingen trägt 28 Prozent der Kosten, etwa 2,6 Millionen Euro.

Albrecht Witte (SPD) sagt in der Diskussion, dass er sich den Verteilungsschlüssel noch günstiger für die Stadt hätte vorstellen können. Letztlich sei die Aufteilung aber „fair und angemessen“. Josef Kreuzer (Umland) vergleicht das neue Rathaus mit einem Geschenk. Die Verpackung werde man in Kürze sehen, es sei die schön restaurierte Fassade. Und wenn die Menschen dann in die neu gestalteten Innenräume kommen, dann werde so mancher „Wow“ sagen, ist sich Kreuzer sicher. Wolfgang Düthorn (CSU) sagt, dass der Planungsvorschlag „sehr stimmig“ sei. Die Gespräche seien fair gewesen und hätten in einer guten Gemeinschaft stattgefunden. Georg Schrenk (FW) erkundigt sich, ob die Dämmung in den Obergeschossen so gut sei, dass die Verwaltung auch an Hitzetagen vernünftig arbeiten könne. Ulrike Donner sagt, dass der Wärmeschutz sicher viel besser als bisher sein werde. Josef Eder (Umland) bemängelt, dass die Galerie im Café viel kleiner wird. Donner erläutert, dass es dort im ersten Obergeschoss sonst sehr eng werde. Zudem entstehen im Erdgeschoss zusätzliche Flächen für die Gäste.

Die Stadträte stimmen am Ende einstimmig der Planung und der Kostenverteilung zu. Jetzt wird die Verwaltung die Ausschreibungen für den Innenausbau des Rathauses vorbereiten.

Auch das war Thema bei der Dillinger Stadtratssitzung:

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