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Syrgenstein

15.04.2016

Was ein altes Grab über Staufen verrät

Der örtliche Historische Bürgerverein hat ein Buch über die Geschichte von Staufen geschrieben. Im Bild sind die Autoren (von links) Elisabeth Steiner, Peter Eberhard, Karl-Josef Stutzmiller mit seinem Enkel, Petra Eberhard und Gerhard Ruf. Nicht auf dem Foto sind Ingeborg und Gerhard Erasin, die ebenfalls an dem Buch mitgearbeitet haben.
Bild: Jakob Stadler

Mitglieder des Historischen Bürgervereins veröffentlichen ein Buch über ihre Heimat.

Es begann mit einem Abdruck in einem Stein. Es war das Jahr 1893, die Arbeiter bauten gerade eine Molkerei in Hohenmemmingen. Sie verwendeten Kalkstein aus dem Staufener Stürzel. Und in einem dieser Steine fand sich ein Fossil. Es stammte von dem urzeitlichen Krokodil Dakosaurus Maximus, das vor rund 150 Millionen Jahren gelebt hat. Die Geschichte des Krokodils von Staufen hat Karl-Josef Stutzmiller aufgeschrieben. Er ist der Vorsitzende des Historischen Bürgervereins Staufen, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. „Da wollten wir etwas Besonderes anbieten“, sagt er.

Daran haben die Vereinsmitglieder in den vergangenen Monaten gearbeitet. Sie haben ein Buch geschrieben, es trägt den Titel „Allerlei aus dem Dorf“. Offiziell stellt es der Verein an diesem Samstag um 19.30 Uhr im Schützenheim vor. Ab dann gibt es das Werk in der Bäckerei Römer, bei der Verwaltungsgemeinschaft Syrgenstein und beim Bürgerverein selbst zu kaufen. Bei der Vorstellung werden die Vereinsmitglieder außerdem ihre aktuellen Forschungen ausstellen. Auf rund 90 Seiten haben die Autoren historische Bilder zusammengetragen und die Forschungsergebnisse ihrer Arbeit zusammengefasst.

Der Fund des Staufener Krokodils sei bemerkenswert gewesen, sagt auch Gerhard Ruf. Doch für die Geschichte von Staufen hat ein anderer Fund aus dieser Zeit eine noch größere Bedeutung. „Unser Kirchenbau war im Jahr 1892“, erzählt Gerhard Ruf. „Damals wurde ein Adeligengrab entdeckt.“ Dieses Grab stamme aus de achten oder neunten Jahrhundert. Daher sei es ein Hinweis darauf, dass Staufen deutlich älter ist, als angenommen. Denn zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort erst 1150, erzählt Ruf, der für das Buch einen Text zu diesem Fund beigesteuert hat.

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Jeder habe darüber geschrieben, womit er sich am besten auskennt, erklärt Stutzmiller. So habe sich etwa Elisabeth Steiner um einen Beitrag zum Alten Thurm gekümmert. „Wir haben den Hof ja direkt dort“, sagt Steiner, „und unser Gestüt ist auch danach benannt. Da hat mich der Alte Thurm natürlich besonders interessiert.“

Für das Layout des Buches war der Vereinsvorsitzende Stutzmiller zuständig. Hilfe habe er vom Ahnenforscher Manfred Wegele erhalten, der schon mehrere Bücher veröffentlicht hat. „Dabei konnte ich sehr viel lernen“, sagt Stutzmiller. Das Lektorat hat am Ende seine Frau Regine übernommen.

Die historischen Bilder hat der Verein zum Teil von anderen Staufener Bürgern bekommen. „Wir haben Anfragen gestartet und gesagt, dass wir alte Bilder suchen“, erzählt Petra Eberhard. „Die haben wir dann eingescannt und die Originale zurückgeschickt. Aber es schlummern bestimmt immer noch viele Schätze bei den Menschen.“

Doch der Bürgerverein ist nicht nur an dem Vergangenen interessiert, sondern auch daran, die aktuelle Situation für die Nachwelt festzuhalten. Petra Eberhard sagt: „Auch die junge Geschichte muss man festhalten, sonst ist das in wenigen Jahren schon wieder vergessen.“ Ihr Mann Peter stimmt ihr zu und ergänzt: „Deswegen fotografieren wir auch das Dorf, um einmal den kompletten Stand aufzuzeichnen.“ In einigen Jahren könnte der Verein das noch einmal machen und so die Veränderungen aufzeigen. Stutzmiller fügt hinzu: „Das bietet sich für unser nächstes Buch an.“

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