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Lauingen

29.06.2018

Was es mit der Spitalkirche auf sich hat

Im Rahmen des Albanusfests fand eine Führung in der Lauinger Spitalkirche St. Alban statt.

Der Kulturmarkt Lauingen hat eine Führung durch die Kirche organisiert. Die Geschichte des Gotteshauses ist bemerkenswert.

Dass auch Spitalkirchen eine bemerkenswerte Geschichte, eine ansprechende Ausstattung und ein vieljähriges Brauchtum besitzen, wurde bei einer Führung im Rahmen des Albanusfestes deutlich.

Der Vorsitzende des Kulturmarktes Lauingen, Anton Grotz, hob in seiner Begrüßung in der katholischen Spitalkirche St. Alban hervor, dass der 1992 gegründete Verein seither über 170 kulturelle Veranstaltungen durchgeführt habe, darunter auch Führungen durch die Kirchen in Lauingen mit seinen Stadtteilen. Die 42 Teilnehmer zeigten, dass auch diese Kirchenführung von der Bürgerschaft erfreut angenommen wurde.

Georg Wörishofer, der die Kirchenführung hielt, gab zunächst eine geschichtliche Einführung. Bereits 1270 wurde eine Kapelle bei einer als heilkräftig geltenden Quelle erwähnt. Bei der Errichtung des Spitals um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Kapelle Unserer lieben Frau in den größeren Bau einer Spitalkirche einbezogen. Die ehemalige Wallfahrtskapelle bildete nun die gotische Krypta der heutigen Spitalkirche, die 1869 bis -70 nach den Plänen des Kreisbauamtmannes Georg von Stengel im neugotischen Stil errichtet wurde.

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Wörishofer erklärte, den Choraltar, der durch seine beiden Altarflügel wandelbar sei, habe der Kunstschreiner Josef Hieber aus Augsburg gefertigt. Das Altarblatt sowie die Bilder auf den Seitenflügeln seien ein Werk des Lauinger Kunstmalers Anton Bernreiter. Der Gnadenstuhl, den das Altargemälde zeige, sei ein Bildtypus der christlichen Kunst zur Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit. Auf den beiden Seitenflügeln seien jeweils zwei Szenen aus dem Marienleben vorgeführt. Im Gesprenge des Choraltares sind drei gefasste Figuren zu sehen. Entgegen den bisherigen Darstellungen in der Fachliteratur sei die Figur mit dem abgeschlagenen Kopf nicht der hl. Dionysius, sondern der Patron der Spitalkirche, der heilige Alban. Diese Figur sei von dem Münchner Bildhauer Josef Stiefenhofer geschaffen worden.

Aus der Vorgängerkirche habe man das Laiengestühl, eine Arbeit der Lauinger Schreiner Christoph und Caspar Rieger aus dem Jahre 1755, übernommen. Besondere Beachtung verdiene in der Krypta die Muttergottes auf einer Mondsichel aus der Zeit um 1500. Allein aus den Jahren 1502 bis 1504 seien 91 Mirakel aufgezeichnet, die „bey Unßer lieben Frauen Brunnen in der Spithal kirchen alhie zue Laugingen geschehen“ sind, wie es in den Aufzeichnungen heißt. Die Hilfesuchenden kamen nicht nur aus Lauingen, sondern aus mehr als 50 Orten.

Die Albanusbändchen, die auch dieses Jahr von Stadtpfarrer Raffaele De Blasi geweiht wurden, hätten eine bemerkenswerte Geschichte, so Georg Wörishofer. 1708 würde man über sie erstmals in den Spitalrechnungen lesen. Aufschlussreich sei der Eintrag aus dem Jahre 1722: Hier sei die Rede von einem dreiviertel Pfund Florentiner Seide, die am Albanusfest geweiht und „den Leüthen ausgethailet“ worden ist. Auch heute noch tragen vor allem Kinder, aber auch Erwachsene, das Albanusbändchen um das Handgelenk. Es soll gegen Unglück und besonders vor der Gefahr des Ertrinkens schützen. (pm)

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