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18.01.2019

Was fehlt den Jugendlichen im Kreis Dillingen?

Andrea Schuster, die Vorsitzende des Kreisjugendrings Dillingen, links, und ihre Stellvertreterin Lena Bayer. Im Hintergrund ein Bild vom Michelsberg bei Fronhofen. Dort findet immer das Zeltlager im Rahmen des Ferienprogramms statt.
Bild: Homann

Der Kreisjugendring hätte eine Idee, wie Kommunen und Jugendliche zusammenkommen. Die beiden Vorsitzenden sprechen in Dillingen auch über andere Pläne

Die Kosten für die Jugendhilfe im Landkreis Dillingen steigen. Woran liegt das? Auf der Suche nach Gründen sind wir auf die Vielfalt von Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern gestoßen. Diese stellen wir in einer losen Reihe vor.

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Landkreis Erst seit April sind die beiden Vorsitzenden des Kreisjugendrings Dillingen im Amt, Vorsitzende Andrea Schuster und ihre Stellvertreterin Lena Bayer. Sie überlegen, wie man die Jugendarbeit im Landkreis unterstützen kann, helfen Pläne schmieden oder denken über Ausbesserungsarbeiten am Zeltplatz am Michelsberg nach. Die beiden sind in verschiedenen Gremien im Landkreis und in ganz Bayern dabei, wo über Themen für Kinder und Jugendliche beraten wird. Wie ist die Situation im Kreis Dillingen? „Es fehlt eine aufsuchende Jugendarbeit“, sagen die beiden jungen Frauen spontan. An manchen Orten im Landkreis Dillingen würden sich Jugendliche treffen, etwa an Schulen, Bahnhöfen, in Parks, wo sie „vielleicht allein gelassen sind“, meint die 22-jährige Lena Bayer. Sie sollten an einen Jugendtreff angegliedert werden, doch das sei eine flächendeckende Herausforderung. Dafür fehle Geld und Personal. Daneben fällt den beiden Vorsitzenden aber auch viel Gutes ein: Etwas, was Jugendliche wollten und selbst umsetzen konnten, habe sich als Erfolg herausgestellt: Der Wertinger Dirtpark.

Das Zeltlager ist für viele etwas Besonderes

Auch das jährliche Zeltlager im Rahmen des Ferienprogramms sei beliebt. Vor allem sind die beiden dankbar und begeistert davon, dass sie für jedes Projekt ehrenamtliche Helfer finden. Etwa 80 Leute packen beim Kreisjugendring mit an. Manche waren als Jugendliche selbst im Zeltlager und werden dann Betreuer. „Manche helfen nur ein Mal im Jahr bei einer Aktion mit und sonst nicht. Andere kehren nach dem Studium zurück“, freut sich Lena Bayer. Dass man dort über Jahre hinweg immer die gleichen Menschen treffe, binde an die Region. Der Michelsberg bei Fronhofen, wo das Zeltlager im Sommer steht, ist für die 22-Jährige ein Stück Heimat. „Ich habe dort einen Teil meiner Kindheit verbracht, ich weiß, was ich damals dort so toll fand und kann die Kinder verstehen.“

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Die Jugendfreizeit ist heuer ein Segeltörn

Noch beliebter als das Zeltlager seien inzwischen Waldcamps, ergänzt Andrea Schuster. Dort werden die Teilnehmer nur tagsüber beschäftigt, schlafen aber abends daheim. Man müsse offen sein für den Bedarf, für die Wünsche der Kinder, Jugendlichen und Eltern. Eine Riesenkugelbahn, die der KJR im vergangenen Jahr im Taxispark aufbauen ließ, sei der Renner bei Papas und ihren Söhnen gewesen. Auch die U18-Wahl sei ein großer Erfolg gewesen. Bei manchen Wahlterminen hätten sogar die Bürgermeister vorbeigeschaut. Darüber, da sind sich die beiden jungen Frauen sicher, freuten sich die Jugendlichen sehr. „Das zeigt Wertschätzung“, findet Lena Bayer. Sie würde sich generell wünschen, dass Jugendliche mehr politische Mitsprachemöglichkeiten bekommen. Der Kreisjugendring würde Kommunen gerne dabei unterstützen und zum Beispiel eine Jungbürgerversammlung in einem Ort nach einem bestimmten Modell moderieren.

Nur die Jugendfreizeit, eine Urlaubswoche fern der Heimat, sei zuletzt ein Sorgenkind gewesen. Weil die Teilnehmerzahlen zurückgegangen waren, wird dieses Mal ein Segeltörn im Eiselmeer angeboten. 14 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren können mit. Die Reise sei nicht teuer. Wer sie sich nicht leisten kann, kann laut Schuster eine finanzielle Unterstützung bekommen. „Wir hatten mal einen Jugendlichen dabei, der hatte Deutschland noch nie verlassen. Mit dem Bus sind wir durch Österreich und die Slowakei nach Kroatien. Drei Länder an einem Tag, da war er baff. Und dann hat er zum ersten Mal das Meer gesehen“, erzählt Schuster. Sie hat diesen Moment nicht vergessen. Und der Jugendliche bestimmt auch nicht.

Lesen Sie dazu auch die weiteren Folgen unserer Jugendhilfe-Serie:

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