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Höchstädt

18.04.2018

Was hat den Brand im Asylbewerberheim ausgelöst?

Mehrere Brände an der Asylunterkunft in Höchstädt hielten am Dienstag Feuerwehr und Rettungskräfte in Atem.
Bild: Berthold Veh

Noch ist die zerstörte Unterkunft nicht begehbar. Ein Gutachter soll nun auf Ursachenforschung gehen. Doch die Bedingungen sind schwierig.

Am Morgen danach kann Stephan Karg, Kommandant der Höchstädter Feuerwehr, festhalten: „Jetzt ist Ruhe.“ Wobei, selbst das ließe sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen. Die Ereignisse am Vortag haben gezeigt: Es kann aus dem Nichts wieder brennen. Insgesamt drei Mal entfachte im Laufe des Dienstags das Feuer am Asylbewerberheim in Höchstädt, drei Menschen verletzten sich leicht.

Neben Helfern des Roten Kreuzes war die Feuerwehr mit rund 60 Kräften im Dauereinsatz. Die Ehrenamtlichen seien zum Teil bis zu 18 Stunden in Atem gehalten worden, berichtet Karg. „Das war ein Kraftakt, den man nicht jeden Tag braucht“, sagt er. Nach dem Großbrand in der Nacht hat sich das Feuer am Morgen nochmals entzündet. Am Nachmittag, als die Lage unter Kontrolle schien, musste die Feuerwehr erneut löschen. Und damit war es nicht getan. Bis Abends um 23 Uhr war eine Brandwache vor Ort, um auf Nummer sicher zu gehen. „Es fing an manchen Stellen immer wieder an zu rauchen“, sagt Karg. Deshalb seien bis kurz vor Mitternacht weitere Löscharbeiten nötig gewesen. In der Nacht habe ein Sicherheitsdienst die Lage überwacht.

Das Problem waren Glutnester in Ecken, die kaum einsehbar sind. Das brennbare Dämmmaterial ist umhüllt von Metall, deshalb komme man so schlecht hin, erklärt Karg. Noch dazu waren die Dämpfe, die sich daraus entwickelten, giftig. Die Feuerwehr war mit Atemmasken im Einsatz, Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. In Höchstädt verbreitete sich mit dem Rauch auch Gestank, der sich in der Kleidung festsetzte.

Die Lage hat sich beruhigt

Mittlerweile hat sich die Lage laut Karg beruhigt. Nun geht es an die Ursachenforschung. Bereits am Dienstag schloss die Polizei eine vorsätzliche Brandstiftung aus. „Bislang gibt es keine neuen Erkenntnisse“, sagt Siegfried Hartmann, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Das zerstörte Asylbewerberheim ist aus statischen Gründen noch nicht begehbar. Am Donnerstag soll ein Versicherungsgutachter die abgebrannte Gemeinschaftsunterkunft untersuchen. Dabei werden laut Hartmann auch Brandermittler der Kriminalpolizei Dillingen im Einsatz sein. Die Bedingungen für die Ursachensuche seien jedoch schwierig.

Was die Schadenshöhe betrifft, geht der Polizeisprecher von „mindestens 500.000 Euro“ aus. Dass dieser Wert noch steigt, sei nach jetzigem Stand durchaus möglich.

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