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Dillingen

30.05.2015

Was kostet der Traum vom Eigenheim?

Blick ins Neubaugebiet in Donaualtheim.
2 Bilder
Blick ins Neubaugebiet in Donaualtheim.
Bild: von Neubeck

Wenige Immobilien, viele Interessenten – dieses Bild zeichnet sich in der Region ab. Und wer ein Grundstück sucht, wird mit starken preislichen Unterschieden konfrontiert

Dillingen Ein schmuckes Häuschen, grüne Fensterläden, großer Balkon, Terrasse nach Süd-Westen, ein Garten, in dem die Kinder Fußball spielen können. Wer plant, zu bauen, der sieht vor seinem inneren Auge schnell sein Traumdomizil entstehen. Aber wo soll es stehen? Wer auf Bauplatzsuche ist, der wird im Landkreis Dillingen schnell mit einer Fülle von Quadratmeterpreisen konfrontiert. Wie groß die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Städten und Gemeinden sind, das geht aus den nun vom Landratsamt Dillingen veröffentlichten Bodenrichtwerten hervor. Alle zwei Jahre wird der durchschnittliche Bodenwert je Quadratmeter aus den Kaufpreisen der beiden zurückliegenden Jahre ermittelt. Darin ist zu sehen, wie viel Geld Häuslebauer innerhalb der vergangenen zwei Jahre im Schnitt für ihre Grundstücke bezahlen mussten.

Die Unterschiede waren immens. Ein Beispiel: Während man in Baumgarten im günstigsten Fall gerade einemal 20 Euro für den Quadratmeter Baugrund bezahlen musste, erreichten die Preise in Peterswörth maximal 82 Euro. Auch innerhalb einer Kommune gab es zuweilen massive Unterschiede. So bezahlten etwa Bauherren in Bachhagel zwischen 37 und 79 Euro – je nachdem, wo genau das künftige Eigenheim entstand. Denn in Oberbechingen waren die Preise deutlich niedriger als in Burghagel.

Ähnliche Unterschiede gab es zum Beispiel auch in Hausen – die Preise reichten von 70 bis 114 Euro je Quadratmeter. Besonders groß war die Spanne auch in Dillingen und seinen Ortsteilen, sie erstreckte sich von 42 Euro bis zu satten 312 Euro. „Es kommt immer auf die Lage der einzelnen Grundstücke an. In den Städten ist der Innenstadtbereich meist am teuersten, die Randbezirke sind eher günstiger. Bei kleineren Kommunen sieht es anders aus. Dort ist es im Ortskern oft billiger, in den Neubaugebieten hingegen teurer“, sagt Peter Hurler, Sprecher des Dillinger Landratsamtes.

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Wer nicht bauen, sondern sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss im Landkreis derzeit einen langen Atem haben. „Es ist aktuell so, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich um eine Wohnung bemühen“, sagt Roland Steinle von Steinle-Immobilien in Lauingen. Sein Rat: „Man sollte seine alte Wohnung erst dann kündigen, wenn absehbar ist, dass man eine neue hat.“ Zudem seien die Preise für Immobilien im Landkreis Dillingen in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Das hat laut Steinle mehrere Gründe: Lange wurde nichts gebaut, deswegen gab es zu wenige Neubauwohnungen. Und deshalb stiegen die Preise für Gebrauchtwohnungen.

Auch die niedrigen Zinsen seien ein Grund dafür, warum man heute für eine Immobilie tiefer in die Tasche greifen muss als noch vor einigen Jahren. „Viele wollen sich jetzt Wohneigentum kaufen. Deswegen steigen die Preise an“, sagt Steinle. Eine Eigentumswohnung, für die man von zehn Jahren etwa 1000 Euro pro Quadratmeter hätte bezahlen müssen, liege nun bei etwa 1300 Euro.

Auch Franz Fischer, Geschäftsbereichsleiter Immobilien bei der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen sagt, dass es derzeit viele Kaufinteressenten gibt: „Wir haben sehr viele Anfragen, aber oft nicht genügend Angebote.“ Nach Angaben der Sparkasse stieg die Zahl der verkauften Objekte, also Grundstücke, Häuser und Wohnungen, zwischen 2010 und 2014 im Landkreis um 36 Prozent.

Bayernweit habe es laut Geschäftsergebnis 2014 der Sparkassen Immobilien Vermittlungs GmbH im Vergleich zum Vorjahr bei neuen Häusern eine Preissteigerung von zehn Prozent gegeben, bei älteren Häusern waren es sieben Prozent. Neubauwohnungen seien um ein Prozent teurer geworden und Gebrauchtwohnungen um acht Prozent. Diese Preissteigerung gilt nach Angaben der Sparkasse Dillingen in etwa auch für den Landkreis Dillingen.

Dass es an Wohnungen mangelt, sagt auch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. In den kommenden fünf Jahren müssten demnach in Schwaben rund 42730 neue Wohnungen gebaut werden. Und allein in diesem Jahr werden etwa 7490 zusätzliche Wohnungen gebraucht. (mit pm)

Liste Die Bodenrichtwertliste kann beim Landratsamt in Dillingen erworben werden. Neben dieser Liste wird eine Bodenrichtwertliste für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke veröffentlicht. Der Immobilien- und Grundstücksmarktbericht für die Jahre 2013 und 2014 erscheint bereits in der 8. Auflage. Alle drei Dokumente können ausschließlich über die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erworben werden. Interessenten sollten sich dazu an Dieter Kraus vom Landratsamt Dillingen unter Telefon 09071/51176 oder Bianca Eder unter Telefon 09071/51175 wenden.

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