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25.02.2015

Was passiert mit dem Klosterbach?

Reinhold Schilling
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Reinhold Schilling
Bild: Peter von Neubeck

Die vier Bürgermeister treten gemeinsam auf. Zwei Resolutionen

Jürgen Frank wurde deutlich. Schon auf dem Podium des Bayerischen Bauernverbandes, auf einem Wagen vor der Nordschwabenhalle, sagte Blindheims Bürgermeister: „Wir halten nichts von diesen Plänen. Zur Not klagen wir.“ Gemeinsam mit den anderen betroffenen Gemeinden gelte es nun, einen Schulterschluss zu schließen und sich mit allen Mitteln zu wehren. Frank war es auch, der beim Bürgerdialog laut Ralph Neumeier die zwei entscheidenden Knackpunkte der Planungen auf den Tisch brachte: Klosterbach und Naturschutzgebiet. Neumeier: „Das ist ein sensibles Gebiet, das zu großen Problemen führt. Das ist kein Geheimnis.“ Der Polder brauche vor der Leithe eine künstliche Abgrenzung und der Klosterbach müsse ausgedeicht werden.

Schwenningens Bürgermeister Reinhold Schilling kritisierte dagegen, dass die Planungen völlig überdimensioniert seien. Vor allem Gremheim sei schon mit 50 Prozent der Flächen mit dem Riedstrom betroffen. „Wenn jetzt noch ein Polder kommt, schränkt uns das total ein. Man hätte sich die Situation einfach vor Ort erst anschauen müssen, dann hätte man sich den ganzen Ärger gespart“, so Schilling weiter. Er stehe für Hochwasserschutz, aber so nicht. Die Pläne seien nicht akzeptabel. Das unterstrich auch Höchstädts Bürgermeister Stefan Lenz bei der Eröffnung. Und: „Was mir am meisten stinkt, ist die Informationspolitik.“ Lenz sagte, man lasse mit sich reden, wenn man miteinander reden wolle. „Wir können aber geschlossen zusammenstehen und uns wehren.“ Er appellierte an das Podium und an die Besucher, „unsere Heimat und Natur zu schützen“. Er bemängelte auch den Untersuchungsauftrag der TU München. „Welchen Sinn macht es, sich auf historisch überschwemmte Flächen zu konzentrieren, außer dass man sich erhofft, an solchen Standorten Polder leichter durchsetzen zu können nach dem Motto: ‚Die Fläche steht ja eh unter Wasser, dann ist es auch egal, ob vom HQ-100 oder als Polder‘“, so Lenz.

Auch Karl Malz, Tapfheims Bürgermeister, machte kein Geheimnis um seinen Frust. Im Gegenteil: Er verteilte vor dem Dialog 400 rote Schals an die Besucher und rote Karten. Um Zeichen zu setzen, wie er sagt. „Diese Größe der Polder ist nicht tragbar. Wenn man uns fragen würde, würden wir auch helfen. So aber nicht. Wir müssen unbedingt die vorläufige Sicherung der Flächen verhindern“, so Malz. Er hoffe deshalb, dass die Bürger noch mehr aufwachen und sich mit aller Macht gegen die Pläne der Regierung wehren. „Das ist einfach eine Sauerei, wenn man uns als betroffene Kommunen von den Planungen außen vorlässt. Es gibt tausende Fragen, die einfach noch nicht beantwortet sind. Man muss uns Vertrauen entgegenbringen. Wir müssen es ja auch.“

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