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Landkreis Dillingen

21.06.2019

Was verbindet eigentlich Osterbuch mit Zöschingen?

Karl Bühler schaut mit seiner Tochter Carolin Angerer aus dem Fenster von deren neu errichtetem Haus. Die 34-Jährige ist zurück nach Osterbuch gezogen. Sie braucht nicht lange zu ihrer Arbeitsstelle und liebt das Leben auf dem Land, sagt sie.
Bild: Benjamin Reif

Plus Zöschingen und Osterbuch sind im gleichen Landkreis, liegen aber an den äußersten Rändern. Die Orte trennen 40 Kilometer. Wie lebt es sich dort?

Der Landkreis Dillingen ist groß. Wie groß, das zeigt auch ein Vergleich zweier Dörfer am jeweils anderen Ende des Kreises. Wir haben uns exemplarisch für Zöschingen im äußersten Nordwesten und Osterbuch im Südosten entschieden. Die beiden Orte trennen gut 40 Kilometer. Aber nicht nur das. Wir haben versucht, herauszufinden, wie vielfältig Regionen und Menschen in einem Landkreis sein können – und dazu die beiden Dörfer besucht.

Ein Zöschinger sagt: "Osterbuch ist für uns am Ende der Welt"

Um Zöschingen kennenzulernen, geht es erst einmal den Berg hinauf. Vorbei am örtlichen Sportverein mit dem Spielplatz, hinauf zur Kapelle Maria Steinbrunn. „Von hier hat man die schönste Aussicht“, sagt Georg Bühler. Der 76-Jährige wohnt sein ganzes Leben schon in der Bachtalgemeinde, war Gemeinderat, Zweiter Bürgermeister und Vorsitzender des örtlichen Fußballklubs. Mittlerweile ist er Ortsarchivar. Bühler weiß, was Zöschingen ausmacht. „Der Ort ist wunderschön in die Landschaft eingebettet“, sagt er. Im Norden des Landkreises erhebt sich die Schwäbische Alb, so hat man von Zöschingen aus an guten Tagen nicht nur Aussicht über das Bach- und Kesseltal, sondern sogar bis zu den Alpen. Mit 610 Metern über Meereshöhe befindet sich auch der höchste Punkt des Landkreises bei Zöschingen.

Georg Bühler kennt sich aus in Zöschingen. Er war unter anderem Zweiter Bürgermeister, heute ist er der Archivar des Ortes. Auf dem Foto sieht man im Hintergrund die Kirche St. Martin und den Pfarrhof.
Bild: Andreas Schopf

Die Lage an der Landesgrenze – die befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ort – hat zur Folge, dass sich die 734 Bewohner zu großen Teilen in Richtung Baden-Württemberg orientieren, was man mitunter auch an der Sprache merkt. Zum Arbeiten und Einkaufen geht es mehr nach Heidenheim oder Giengen als nach Dillingen. „Dort fährt man eher hin, wenn man etwas auf einem Amt erledigen muss“, sagt Bühler. Und wie steht es mit Osterbuch und dem Laugnatal? Bühler lacht. „Osterbuch ist für uns am Ende der Welt. Da kommt man von hier eigentlich gar nicht hin.“ Er sei sicher, dass viele Zöschinger gar nicht genau wüssten, wo der Ortsteil von Laugna liegt. „Aber andersherum geht es den Menschen in Osterbuch wohl genauso.“

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In Osterbuch ist Holz ein großes Thema

Mit dieser Einschätzung hat Bühler nur bedingt recht. Osterbuch ist ein malerisches Dorf, das eingebettet in den Westlichen Wäldern nur einen Steinwurf von der Landkreisgrenze nach Augsburg entfernt liegt. 385 Leute nennen den Ort ihr Zuhause – und sehr viele davon sind Mitglied im FC Osterbuch. Der Fußballklub sorgt dafür, dass viele der Mitglieder weit herumkommen im Landkreis und darüber hinaus. Karl Bühler – nicht mit dem Zöschinger Georg Bühler verwandt – hat ein gutes Stück seines Lebens auf Sportplätzen und in Vereinsheimen verbracht, nicht nur mit dem FC Osterbuch. „Da war ich auch ein paar Mal in Zöschingen“, sagt der 62-Jährige.

Bühler liebt das Leben auf dem Land, abgehängt fühle man sich hier nicht. Das Lebensgefühl in Osterbuch werde zu einem guten Stück von den großen umliegenden Wäldern geprägt, in denen sich Bühler beim Pilzesammeln auch schon mal verlaufen hat.

Alfons Schipf ist Schreiner und verarbeitet lokal gefälltes Holz. Lange Jahre war er Vorsitzender des Musikvereins. Den Zusammenhalt im Ort habe auch der Bau des Bürgerhauses geprägt, in dem der Verein nun proben kann, sagt Schipf.
Bild: Benjamin Reif

Irgendwo rattert an fast jedem Tag eine Motorsäge in dem beschaulichen Ort. Und wer nicht mit „Holz machen“ beschäftigt ist, der verbringt seine Zeit gern im Freien – oder mit Musizieren. Denn auch der Musikverein hat viele Mitglieder im Dorf und führt Menschen aller Altersklassen zusammen.

Besonders gern denkt der ehemalige langjährige Vorsitzende des Musikvereins, Alfons Schipf, an die Zeit zurück, als das Bürgerhaus in einer gemeinsamen Anstrengung des Dorfes gebaut wurde. „Da haben wir alle gespürt, dass hier ein großer Zusammenhalt da ist“, sagt der Schreiner.

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