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09.08.2018

Was wird aus Gemeinden wie Wittislingen?

Tobias Rief und Thomas Reicherzer über Ortsstruktur

Welche Entwicklungen haben die ländlichen Gemeinden in den letzten zwei Generationen durchgemacht? Und wie kann die weitere Entwicklung dieser Orte aussehen? Diese Überlegungen waren der Ausgangspunkt für den Besuch von Tobias Rief und Thomas Reicherzer in Wittislingen. Die Gemeinschaft SPD/Unabhängige Bürger hatten die beiden Landtags-und Bezirkstagskandidaten eingeladen.

Wittislingen war wie alle Orte dieser Größe typisch landwirtschaftlich geprägt. Noch in den 1970er und 1980er Jahren gab es über 50 selbstständige landwirtschaftliche Betriebe. Im Ortsteil Schabringen waren es vierzehn, heißt es in einer Pressemitteilung. Drei örtliche Mühlen nahmen das Getreide an und lieferten es an die drei Bäckereien und an die privaten Haushalte. Zum Ort gehörten fünf Gaststätten, drei Metzgereien versorgten die Menschen ebenso wie fünf Lebensmittelgeschäfte. Hinzu kommt, dass das ehemalige Gasthaus Zum Adler selber Bier braute und auch einen eigenen Metzgereiladen hatte. Zwei Schustereien reparierten und erneuerten abgelaufene Schuhe und zwei Schmiedewerkstätten betreuten die landwirtschaftlichen Betriebe. Bereits im 19. Jahrhundert legten Wittislinger Vorfahren an der Ziertheimer Straße eine vorbildliche Krautgartenanlage an. Bis in die Neuzeit hinein waren die einzelnen Parzellen sehr gefragt. Sie trugen zur Eigenversorgung der Familien bei.

Den Rundgang durch Wittislingen prägte der Gedanke, wie die ländlichen Orte lebendig bleiben könnten. Eine Tatsache ist, dass Abwanderungen für viele Orte eine Sorge sind. So werden die klassischen Einheimischen weniger. Oft leidet darunter das Sich-verantwortlich-Fühlen für den eigenen Ort. Darum sind die Hilfen für das Lebendigbleiben rührige Vereine, ebenso offene Pfarrgemeinden, bezogen auf Wittislingen der gute Ruf der Grund- und Mittelschule, nicht zu vergessen der die Kinder wertvoll prägende Kindergarten und die Kinderkrippe, so steht es in der Pressemitteilung. Positiv sehen Tobias Rief und Thomas Reicherzer die beiden Einkaufsmärkte und die Bäckerei. Wertvoll könnten auch gestalterisch gefühlvoll umgesetzte Dorferneuerungsmaßnahmen sein. Im Hinblick auf Wittislingen müsste allerdings, so Dieter Schleifer, das Amt für Ländliche Entwicklung Krumbach mehr gestalterisch prägenden Einsatz bringen. (pm)

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