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Oberbechingen

26.09.2019

Weil auch kleine Orte etwas zu bieten haben

Kaplan Pater Bineesh Pallath Joseph segnet den Erinnerungsstein des Jubiläumsjahrs 2019. Im Hintergrund ist das Oberbechinger Schloss mitsamt des Nebengebäudes zu sehen, das vor einiger Zeit eingestürzt ist.
Bild: Georg Wörishofer

Im Rahmen eines Historischen Rundgangs erfahren Interessierte alles über Oberbechingen.

Rund 100 Bürger aus Oberbechingen, aber auch aus Bachhagel und Burghagel, fanden sich in der Katholischen Pfarrkirche St. Michael zum Historischen Ortsrundgang ein. Ingrid Krämmel, Bürgermeisterin und Vorsitzende des Festkomitees, begrüßte unter anderem Kaplan Pater Bineesh Pallath Joseph CST sowie den Zweiten Bürgermeister Peter Hartmann. Auch bei diesem Historischen Ortsrundgang, der Teil des Jubiläumsjahres 2019 sei, freue sie sich auf die vielen neuen Erkenntnisse, die Georg Wörishofer zu Oberbechingen berichten werde.

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Oberbechingen war Sitz einer Hofmark

Zur Ortsgeschichte führte Wörishofer laut Pressemitteilung aus, dass Oberbechingen Sitz einer Hofmark gewesen sei. Der Inhaber, Hans Caspar Rott von Schreckenstain, der zugleich auch als Pfleger in Gundelfingen tätig war, habe den Anstoß für die Errichtung einer größeren und zeitgemäßeren Pfarrkirche gegeben. Entgegen der bisherigen Ansicht in der Literatur stamme der untere Teil des Kirchturms nicht vom Vorgängerbau, sondern sei auch mit der heutigen Pfarrkirche erbaut worden. Gilg Velten, ein welscher Maurer, habe die Maurerarbeiten in den Jahren 1595 und 1596 ausgeführt.

Johann Anwander aus Lauingen war der Künstler

Die Zimmermannsarbeiten habe Bartholomäus Holler aus Lauingen besorgt. Im Chor der Pfarrkirche sei der bereits 1596 verstorbene Hans Caspar Rott von Schreckenstain beigesetzt worden. Ein prächtiges Epitaph erinnert an ihn. In die Rokokozeit würden die Deckenfresken im Chor und im Langhaus zurückgehen, die Johann Anwander aus Lauingen im Jahre 1766 gemalt habe. Im Chor ist die seltene Szene zu sehen, wie der heilige Sebastian der Christin Lucina erscheint und ihr den Ort mitteilt, wo sein Leichnam zu finden sei. Das Deckenfresko des Langhauses bringe das Jüngste Gericht ins Bewusstsein. Bemerkenswert sei eine Kartusche auf der Nordseite, die den damaligen Ortspfarrer Johann Martin Eyberger mit dem Kirchenmodell zeigt.

Weil auch kleine Orte etwas zu bieten haben

Schon auf dem Weg durch die St.-Michael-Straße wurde der Wandel deutlich, dem heute Dörfer allgemein unterliegen: In Oberbechingen, dem mit 365 Einwohnern kleinsten Ortsteil der Gemeinde Bachhagel, seien zum Jahresende 2018 immerhin noch neun landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet worden, so Wörishofer. Dieser tief greifende Wandel betreffe auch das Handwerk und Gewerbe. In den Historischen Ortsrundgang war die Segnung des Erinnerungssteins eingebettet, die Kaplan Pater Bineesh Pallath Joseph vornahm. Wörishofer erwähnte, dass der Hofmarksinhaber Hanns Caspar Rott von Schreckenstain das Schloss 1584 an der Stelle der früheren Burg erbauen habe lassen. Eine Inschrifttafel aus Terrakotta mit dem Allianzwappen Rott von Schreckenstain/Lämmlin an der Nordwand würde daran erinnern.

Früher Taferne, heute ein Biergarten

Die Wirtschaftsgebäude seien nach einem Blitzschlag im Jahre 1837 wiederaufgebaut worden. Der Rückweg führte an der ehemaligen Taferne, bei der heute ein Biergarten einlade, vorbei zum Gemeindehaus. Hier sei ab 1816 die Schule gestanden. In dem 2002 eingeweihten Gemeindehaus in der Pfaffenstraße 11 seien die örtlichen Vereine beheimatet, informierte Wörishofer bei der Führung. (pm)

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