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Stadtrat

18.09.2013

Weiß und nicht transparent

Neues Stadtratmitglied: Der Sonderheimer Karlheinz Hitzler wurde am Montagabend von Bürgermeisterin Hildegard Wanner vereidigt. Er folgt auf Matthias Letzing.
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Neues Stadtratmitglied: Der Sonderheimer Karlheinz Hitzler wurde am Montagabend von Bürgermeisterin Hildegard Wanner vereidigt. Er folgt auf Matthias Letzing.

Höchstädter haben sich das neue Infogebäude vor dem Schloss anders vorgestellt

Höchstädt Eine Überschrift am 20. Juni 2012 in der Donau-Zeitung lautete: „Die freie Sicht sorgt für dicke Luft in Höchstädt“. Über ein Jahr später ist genau das Gegenteil der Fall: Für dicke Luft sorgt der nicht transparente Blick. Bei der Stadtratssitzung am vergangenen Montag wurde im Tagesordnungspunkt Informationen unter anderem kurz über das neue Infogebäude vor dem Schloss debattiert. Wolfgang Konle (SPD) brachte es zur Diskussion: „Man kann überhaupt nicht durchschauen, man sieht das Schloss nicht. Dafür habe ich damals nicht abgestimmt. Jetzt haben wir da so einen weißen Kasten stehen.“ Und tatsächlich: Statt wie bislang angenommen, sind die Fronten nicht komplett durchsichtig, der größte Teil der Fassade ist weiß. Bürgermeisterin Hildegard Wanner sagte dazu: „Ich gebe offen zu: Ich habe mir auch die Augen gerieben, weil ich es mir anders vorgestellt habe.“

Freie Wähler waren von Beginn an gegen den Bau

Dort, wo jetzt das neue moderne Gebäude steht, stand vorher das alte Hohenesterhauses. In dem neuen Gebäude soll künftig unter anderem der Bezirk Schwaben Büroräume haben. Von Anfang an war der Neubau umstritten, vor allem die Vertreter der Freien Wähler fanden nie Gefallen an dem geplanten Glashaus. „Und jetzt schaut es ganz anders aus. Das war so nicht abgesprochen. Jeder private Bauherr braucht für Änderungen eine Genehmigung, und dort darf man einfach anders bauen“, wetterte Hans Mesch (FW) am Montagabend. Laut Bürgermeisterin Wanner habe sich die Bauweise geändert, weil eine Glasfassade zu teuer geworden wäre. Für Hans Mesch eine „lapidare Begründung“. Wolfgang Konle forderte gar eine Entschädigung für die Stadt. „Jetzt warten wir erst mal ab, wenn alles fertig ist, dann sehen wir weiter“, so Wanner. Wenn es nach dem Staatlichen Bauamt Krumbach geht, soll bis Mitte November alles fertig sein – inklusive Außenanlagen, wie Frieder Vogelsgesang, Leiter des Hochbaus, gestern bestätigte.

Weiß und nicht transparent

Er betonte aber auch, dass sich die Bauweise überhaupt nicht geändert habe, das Infogebäude in der jetzigen Form genau so von Anfang an geplant gewesen sei. „Es war nie vorgesehen, dass das Gebäude komplett transparent wird. Man hätte nie so durchschauen können, wie sich das der Laie vorstellt“, so Vogelsgesang weiter. Die einzige Änderung: Statt wie zu Baubeginn vorgesehen, eine doppelglasige Fassade zu gestalten, ist nun eine einfache Glasfassade entstanden. „Da bedarf aber keinerlei Zustimmung, keiner Tektur“, so der Hochbau-Leiter. Die Stadt Höchstädt, so Vogelsgesang, habe auf jeden Fall die oberste Planungshoheit, Bauherr ist aber die Bayerische Schlösserverwaltung. Dem entsprechenden Bauantrag hat der Stadtrat mit 16:2 Stimmen vergangenes Jahr zugestimmt.

Ebenfalls eine neue Wende gibt es in Sachen Windenergie. Wie Bürgermeisterin Wanner ihren Stadträten erklärte, hat der Regionale Planungsverband den Ball wieder an die Gemeinden zurückgeworfen, nun sind alles weiße Flächen. „Wir haben zwar als Stadt die Planungshoheit, aber es kann jederzeit ein Investor dort Windkraftanlagen bauen“, so Wanner weiter. Einzig über einen sogenannten Teilnutzungsflächenplan könne man „Konzentrationszonen“ ausweisen, um einer Verspargelung in der Landschaft entgegenzuwirken. „Bei uns ist das aber ein hoffnungsloses Unterfangen. Wir haben keine zehn Hektar große Flächen, die für Windräder geeignet sind.“ Deshalb einigte sich der Stadtrat, dass vorerst nicht gehandelt wird.

In unserer Freitag-Ausgabe werden wir ausführlich über das Thema Windkraft und die neuen Bedingungen berichten. "Kommentar S. 31

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