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Umstrukturierung

01.04.2015

Weitere Wege im Notfall?

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst wird neu organisiert

Im Raum Donau-Ries werden zum heutigen 1. April mehrere Bereitschaftsdienstgruppen für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst neu organisiert. Konkret bedeutet das: Das Dienstgebiet der Bereitschaftsgruppe Dillingen wird um den Ort Oberliezheim erweitert. Aus den Umstrukturierungen ergeben sich für die Patienten möglicherweise weitere Wege und längere Wartezeiten. Und auch die Ärzte, die im Rahmen des Bereitschaftsdienstes Hausbesuche machen, sind unter Umständen länger unterwegs. Doch die Alternative wären erhebliche Lücken in der Bereitschaftsdienstversorgung, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mit.

Notwendig geworden war die Neuordnung, weil die Dienstgruppen in Bissingen/ Tapfheim, Rain am Lech sowie in Monheim/ Wemding und Burgheim die nach der Bereitschaftsdienstordnung der (KVB) notwendige Mindestanzahl von 15 Ärzten unterschritten hatten. Die in den Bereichen tätigen Ärzte waren dementsprechend hohen Belastungen von jeweils rund 45 bis 73 Diensttagen pro Jahr ausgesetzt, sodass sich der Ärztliche Bereitschaftsdienst in der bisherigen Konstellation nicht mehr auf Dauer aufrecht erhalten ließ. In Zusammenarbeit mit den Ärzten vor Ort hat der Vorstand der KVB daher eine neue Aufteilung der Dienstgebiete beschlossen.

Der Bereitschaftsdienst, den niedergelassene Ärzte nachts, an Wochenenden und an Feiertagen zusätzlich zu einer durchschnittlich 50 Stunden umfassenden Arbeitswoche leisten, ist nicht nur erheblicher Stress für den einzelnen Arzt, sondern auch eine Belastung für seine Familie. Zudem ist für junge Mediziner unter anderem auch die hohe Dienstfrequenz im Bereitschaftsdienst ein schwerwiegendes Argument gegen die Niederlassung mit eigener Praxis. Daher sollen mit den bayernweiten Umstrukturierungen im Bereitschaftsdienst nicht nur die heute dienstverpflichteten Ärzte entlastet, sondern zudem auch die Übernahme von Praxen insbesondere in ländlichen Regionen wieder attraktiver werden. Denn nur, wenn wieder ausreichend Mediziner bereit sind, sich in eigener Praxis niederzulassen, wird der Bereitschaftsdienst in Bayern langfristig aufrechtzuerhalten sein.

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Nun wird also das Dienstgebiet der Bereitschaftsdienstgruppe Dillingen um Oberliezheim erweitert. Im Rahmen dieser Umstrukturierung wird der Arztsitz in Amerdingen der Bereitschaftsdienstgruppe Nördlingen/Oettingen zugeordnet. Außerdem werden die bisherigen Dienstgruppen Donauwörth, Monheim/Wemding sowie Teile von Bissingen/Tapfheim im Rahmen der Neugliederung künftig zu einem gemeinsamen Bereitschaftsdienstbereich zusammengeschlossen. Gleiches gilt für die Dienstgruppen Rain am Lech und Burgheim, die in einem ersten Schritt übergangsweise zu einem neuen Dienstgebiet zusammengelegt werden, das ab Juli noch um die Dienstgruppe Neuburg an der Donau erweitert wird.

Hausbesuche im Bereitschaftsdienst sollen künftig in der Regel nur noch dann erfolgen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht – so, wie es bereits seit Jahren rechtlich geregelt ist: Im Bundesmantelvertrag Ärzte steht dazu, dass Patienten „einen Anspruch auf Besuchsbehandlung nur haben, wenn ihnen das Aufsuchen des Arztes in dessen Praxisräumen wegen Krankheit nicht möglich oder nicht zumutbar ist“. (pm)

Die Vermittlung im Ärztlichen Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche bundesweit unter Telefon 116 117 zu erreichen. Die Kosten für diese Dienstleistung tragen die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten.

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