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Bliensbach

09.11.2019

Welche Heizung ist noch sinnvoll?

Mit modernen Thermostaten lassen sich die Heizkosten leichter senken.
Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Im Schullandheim Bliensbach erfahren die Bürgermeister im Landkreis, wie die Wärmepumpentechnologie eingesetzt werden kann. Die Klagen über lahmes Internet halten an.

Welche Heizung ist für Privatleute angesichts des Klimaschutzprogramms 2030 sinnvoll? Ölheizungen fallen aufgrund des Einbauverbots ab 2026 weg, erklärte Ulrich Haselbeck von den Lechwerken (LEW) den Bürgermeistern bei der Kreisversammlung des Bayerischen Gemeindetags im Schullandheim Bliensbach. Auch das Verbot von Gasheizungen werde seiner Meinung nach nicht lange auf sich warten lassen. Doch welche Möglichkeiten hat eine Gemeinde, um den Bauherren in Neubaugebieten ein kostengünstiges und umweltverträgliches Wärmenetz anbieten zu können? Der Referent, den Kreisvorsitzender Erhard Friegel eingeladen hatte, erläuterte die dezentrale Wärmepumpentechnologie und war überzeugt: „Es gibt nichts Effizienteres.“

Ein kaltes Netz sei nur bei Neubausiedlungen sinnvoll

Beispielsweise betrage der Anteil erneuerbarer Energie beim Einsatz einer Erdreichwärmepumpe 70 bis 80 Prozent gegenüber einem Öl- oder Gaskessel plus Solaranlage mit zehn bis 30 Prozent. Einführend sagte Haselbeck: „Jeder hat zwei bis drei Wärmepumpen im Haus.“ Denn auch Kühl- und Gefrierschränke arbeiten auf dieser Basis. Als „kaltes Netz“ bezeichnet er dieses System, bei dem als Energiequelle die Luft, das Erdreich, Grundwasser oder Abwärme genutzt werden kann. Sinnvoll wäre ein kaltes Netz nur bei Neubausiedlungen, weil die energetischen Standards inzwischen wesentlich höher seien als bei Altbauten. Hier wäre erst einmal eine energetische Sanierung nötig, meinte Haselbeck, der auch angesichts von Neubaugebieten betonte: „Jede Anlage ist anders, erst muss der Bestand genau angeschaut werden.“

Er zeigte als Beispiel Projekte in Friedberg Bad Grönenbach auf. Im Vorfeld fanden Gespräche mit den Kommunen statt, nach der Bekanntmachung folgte eine Informationsveranstaltung und eine zweite mit den Bauherren. Dass auch Gebiete in der Nähe versorgt werden können, in denen das Stromnetz nicht von den LEW betrieben wird, bestätigte Haselbeck. Der Strompreis liege bei 20 Cent pro Kilowattstunde, niedriger als der normale Preis. Wer garantiere für eine Preisbindung, fragten gleich mehrere Bürgermeister. „Es macht keinen Sinn, eine solche Anlage mit EEG-Umlagen zu belasten“, stimmte LEW-Mitarbeiter Ulrich Endraß zu, auf den Einwurf, dass es keinen Sinn mache, dass alle, die zur CO2-Minderung beitragen, diese Umlage solidarisch mitbezahlen müssten. Auf die Frage, ob auch bei den LEW aufgrund der Fusion mit EON irgendwann kein Ansprechpartner vor Ort mehr zu finden sei, wie heute schon bei der Telekom, stellte Haselbeck klar: „Sie werden bei uns immer Ansprechpartner haben.“

Die Breitband-Situation im Landkreis sei verbesserungswürdig

Laugnas Bürgermeister Johann Gebele sprach die unbefriedigende Breitband-Situation an, trotz der Förderungen sei es nicht möglich, die Haushalte flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen: „Können wir uns zusammentun? Einzelne erreichen gar nichts.“ In vielen Gebieten hätte auch der Digitalfunk der Rettungskräfte keinen Empfang. Erhard Friegel stimmte zu: „Die Technologie entwickelt sich weiter, wir laufen immer einem fahrenden Zug hinterher.“ Da die Stromversorgung funktioniere, fragte er, ob die LEW eine Möglichkeit hätten, über ihr Netz eine Lösung zu bieten. Peter Kraus erläuterte, dass die LEW derzeit eigenwirtschaftlich Gemeinden erschließe. „Wir wollen weitermachen, sind aber davon abhängig, dass Investitionen freigegeben werden.“

Diesmal trafen sich die Bürgermeister im Schullandheim Bliensbach, das Verena Bürkner, Vorsitzende des Trägervereins, vorstellte. Mehrfach wurde es bereits ausgezeichnet, verfügt über 96 Betten in Ein-, Zwei- und Vierbettzimmern, alle mit Dusche und WC. Es ist gefragt, davon zeugen rund 16.000 Übernachtungen jährlich, auch im kommenden Jahr ist es weitestgehend ausgebucht. Trotzdem machen die hohen Kosten Sorgen, in Zeiten, wo andere Häuser schließen. Deshalb bat Bürkner die Bürgermeister, ob auch ihre Kommunen das Schullandheim unterstützen könnten, indem sie dem Förderverein beitreten. Auch Privatpersonen und Spenden seien willkommen.

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