Gesundheit

26.11.2018

Welcher Tee kann was?

Nicht jeder Tee verspricht das, was auf der Verpackung steht.
Bild: DZ

Tipps von Dillingens Apothekensprecher Dr. Matthias Schneider

Tee ist ein seit Jahrtausenden anerkanntes Heilmittel. Ob aus klassischen Heilpflanzen wie Pfefferminze, Kamille oder Fenchel, aber natürlich auch schwarzer oder grüner Tee. Gerade in der kalten Jahreszeit erfreut sich dieses heilsame Getränk großer Beliebtheit. Die Auswahl an Teesorten ist riesig, die Preisunterschiede sind groß. Apotheker Dr. Matthias Schneider, Sprecher der Apotheker im Landkreis Dillingen verrät, wie man Qualitätsunterschiede erkennen kann und was bei der Zubereitung zu beachten ist.

Grundsätzlich, so Schneider, unterscheidet man zwischen schwarzem und grünem Tee, Früchte- und Kräutertee. Schwarzer und grüner Tee stammen von derselben Pflanze, dem Teestrauch, nur werden sie unterschiedlich weiterverarbeitet. Früchte- und Kräutertee werden aus Blüten, wie zum Beispiel bei der Kamille, aus Blättern, wie bei der Pfefferminze, aus Samen wie beim Fenchel oder aus Früchten wie bei der Hagebutte gewonnen. Prinzipiell gilt: Guter Tee riecht frisch und hat eine schöne Farbe. Loser Tee ist in der Regel besser als Beuteltee. Heilpflanzentees aus der Apotheke müssen einen hohen Qualitätsstandard erfüllen: Das Arzneibuch schreibt einen definierten Wirkstoffgehalt vor und verbietet Verunreinigungen und Schadstoffe.

Laut Pressemitteilung lassen sich Erkältungen sehr gut mit Tees behandeln: Abhängig von seinen Beschwerden kann man sich in der Apotheke spezielle Tees mischen lassen. Zum Beispiel löst ein Tee mit Efeublättern, Thymiankraut, Primel- und Süßholzwurzel Schleim, eine Mischung aus Eibischwurzel, Isländisch Moos, Malvenblüten und Fenchel beruhigt bei Hustenreiz die Atemwege und ein Tee mit Holunder- und Lindenblüten wirkt fiebersenkend. Bei Halsentzündungen wird ein Salbeitee zum Gurgeln eingesetzt. Bei Schnupfen bringt Kamillentee zur Inhalation Linderung. Daneben gibt es eine Vielzahl von Heilpflanzentees, die bei Erkältungskrankheiten oder anderen Beschwerden angewandt werden können. Bei der Zubereitung kommt es vor allem auf Dosierung, Ziehdauer und Wasserqualität an. Die meisten Tees sollen immer mit kochendem Wasser übergossen werden. Kräutertees entfalten die beste Wirkung, wenn sie fünf bis zehn Minuten gezogen sind, steht es in der Pressemitteilung. Grüner und schwarzer Tee sollten zwei bis drei Minuten ziehen, wenn sie anregend, fünf Minuten, wenn sie weniger anregend wirken sollen.

Es gibt aber auch Heilpflanzen-Tees, die mit kaltem Wasser „gekocht“ werden müssen: Bärentraubenblätter-Tee gegen Blasenentzündungen beispielsweise wird mit kaltem Wasser angesetzt. Die derben Blätter enthalten viele Gerbstoffe, die sich in warmem Wasser besser lösen würden und den Magen belasten könnten. (pm)

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