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Guiness-Buch

22.09.2015

Weltrekord mit Zauberkugel

Schriftsteller Stefan Gemmel will einen neuen Weltrekord aufstellen. Nonstopp-Vorlesen ist sein Ziel. Auf seiner Tour durch Deutschland machte er gestern am Dillinger Sailer-Gymnasium Station.
Bild: Homann

Stefan Gemmel machte am Sailer-Gymnasium Halt

180 Schüler verfolgten gespannt die Lesung von Autor Stefan Gemmel. Wenn sein Plan Erfolg hat, wird jeder der Anwesenden Weltrekord-Teilnehmer sein. Denn der 45-jährige Schriftsteller will mit 80 Lesungen binnen kürzester Zeit in das Guinness-Buch der Rekorde. Auf seiner Tour durch Deutschland machte Gemmel am Sailer-Gymnasium in Dillingen Station. Eine Stunde sollten die Schüler aufmerksam zuhören. Danach rannte das dreiköpfige Team – Autor, Fahrer und Eva Pfitzner vom Leserattenservice (sie hatte die eine Stunde exakt mitgestoppt) auf und davon. Fünf bis acht Mal am Tag stellt Gemmel sein Buch „Im Zeichen der Zauberkugel“ vor, da zählt jede Minute. Vor dem Sprint zum Bus hatte Notarin Sonja Egner die Lesung, die die Dillinger Stadtbücherei veranstaltet hatte, beglaubigt.

Am Montag vor einer Woche war Stefan Gemmel in Hamburg gestartet. 53 Lesungen hatte er hinter sich, als er in Dillingen eintraf. Doch der Autor wirkte weder übermüdet noch unter Druck, sondern gewann die Schüler der unteren und mittleren Klassenstufen schnell für sich. 37 Bücher von Gemmel gibt es, dabei war er als Schüler in Deutsch alles andere als gut. Bis eine Lehrerin ihm „Die Schatzinsel“ in die Hand drückte. Das erste Buch, das ihn faszinierte. In der Schülerzeitungsredaktion folgte dann die Begeisterung fürs Schreiben.

Noch mehr als Gemmels Lebensgeschichte interessierte viele das Buch „Im Zeichen der Zauberkugel“. Das Abenteuer des zwölfjährigen Alex, der hinter einer verbotenen Tür auf dem Dachboden seiner Oma Notizen des verschwundenen Opas findet, packte die Kinder. Gemmel ist im Training und machte seine Figuren mit Gestik, Mimik und verschiedenen Stimmen lebendig. Die Abenteuer von Alex, der erst durch den Boden der geheimen Kammer einbricht und dann einen Jungen rettet, der aus einer anderen Zeit stammt, sind spannend.

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Plötzlich setzte dann noch das Mikrofon aus – der Pausengong um 8.35 Uhr war daran schuld. Kaum war der letzte Ton verhallt, ging auch die Technik im Leseforum wieder. Dennoch war Schlag 9 Uhr Schluss. „Weiterlesen“, hatten ein paar Schüler zuvor gefordert, und für „voll spannend“ befunden. Doch dafür war keine Zeit mehr.

Allerdings haben die Schüler ihrerseits etwas dazu beigetragen, damit der Rekordversuch nicht vergessen wird: Mit verschiedenen Stimmungen, teils auch mit Musik, haben sie einen Zauberspruch aus dem Buch nachgesprochen. Diese Klangprobe wird Gemmel wie von jeder anderen Schule, wo er gastierte, zugeschickt. Zum Schluss soll daraus ein Hörbuch der verschiedenen Dialekte und Sprachen werden, erklärte Roland Bröckl, Fachbetreuer Deutsch. Dieses Medienprojekt kann dann im Internet nachgehört werden.

Die Aussicht auf die eigene Weltrekord-Urkunde für die Dillinger Schüler ist nicht schlecht, schließlich ist Stefan Gemmel, Träger des Bundesverdienstkreuzes, bereits 2012 ein Eintrag ins Guinness-Buch gelungen. Damals hatten über 10000 Kinder am Weltrekord im Lesen teilgenommen und waren damit das „größte Publikum bei der Lesung eines einzelnen Autors“ gewesen.

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