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Handwerk

19.11.2018

Wenn Wettbewerber für den gemeinsamen Erfolg gut zusammenarbeiten

Sebastian Gufler (links) und Reinhold Wörle (rechts) haben im Rahmen der Innungsversammlung der Zimmerer der Landkreise Dillingen und Donau-Ries den Goldenen Meisterbrief erhalten.
Bild: Brigitte Bunk

Zwei Goldene Meisterbriefe prägen die Versammlung der Zimmererinnungen Dillingen und Donau-Ries

Ob es ein Zaun ist, ein Dachstuhl, Parkettböden oder Holzdecken – noch vieles mehr hat Sebastian Gufler in seiner Zeit als Zimmerer hergestellt. „Holz ist ein Naturprodukt, damit kann man vieles machen“, betont der 62-Jährige, der sich nach seiner Lehrzeit und Meisterausbildung vor 40 Jahren selbstständig gemacht und rund 25 Lehrlinge ausgebildet hat. Als immer offen und geradeheraus bezeichnete Obermeister Alexander Gumpp den Dillinger, als er ihn bei der Innungsversammlung in der Klostergaststätte in Unterliezheim mit dem Goldenen Meisterbrief ehrte. Gumpp stellte heraus: „Das ist die Würdigung der Lebensleistung – ein Zeichen des Respekts, das wir als Innung verleihen dürfen.“ Der zweite Jubilar, der die Glückwünsche der Innungskollegen aus den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries entgegennehmen durfte, ist Reinhold Wörle. Der 60-Jährige aus dem Wertinger Ortsteil Gottmannshofen ist seit 30 Jahren selbstständig. Von 1991 bis 2016 war er ehrenamtlich in der Innung tätig und ist immer bereit mitzuarbeiten, immer klar in der Sache, wie Obermeister Gumpp betonte. Außerdem: „Obwohl wir Wettbewerber sind, sind wir gute Kollegen.“ Vor allem die Arbeit an der frischen Luft ist es, die Wörle an seinem Beruf liebt. Und dass er jedem Gebäude die Gestalt gibt, denn sobald der Dachstuhl aufgerichtet ist, steht die Form fest. Der Zimmerermeister weiß: „Die Kunden sind immer glücklich, wenn wir da waren, denn dann regnet es nicht mehr ins Haus.“

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Über die gute Arbeitslage aufgrund der Hochkonjunktur freut sich Obermeister Gumpp, der sich froh zeigte: „Der Holzbau ist gut aufgestellt.“ Im Juli 2018 übernahm der Binswanger den Vorsitz für proHolz Bayern, außerdem ist er Vizepräsident des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Zimmererhandwerks. Gerade nach diesem heißen Sommer, den er auf den Klimawandel zurückführt, fordert Gumpp: „Der Forst und die Abnehmer müssen vernünftig miteinander umgehen.“ Obwohl die meisten Zimmereien kleine Betriebe seien, bilden sie in der Summe dennoch eine bedeutende Abnehmergruppe. „Wenn es beiden Seiten gut geht, sind wir deutlich erfolgreicher.“ Das Bauen mit Holz sei eine Strategie gegen die Erderwärmung, wobei nur nachhaltige Forstbewirtschaftung zur CO2-Senkung führe.

Günter Enßlin, Lehrlingswart der Zimmerer-Innung Donau-Ries, informierte seine Kollegen, was getan wird, dass die Lehrlinge wohnortnah zur Berufsschule gehen können. Die Betriebe möchten erreichen, dass die Lehrlinge aus Nordschwaben künftig statt in Immenstadt in Augsburg unterrichtet werden dürfen. Sowohl die benötigten Lehrkräfte als auch die notwendigen Werkstätten seien vorhanden. „Der Beschluss liegt bei der Handwerkskammer Augsburg, derzeit läuft das Anhörungsverfahren“, berichtete Enßlin, der auf die Umsetzung im Schuljahr 2020/21 hofft.

Christian Knöpfle vom Gewerbeaufsichtsamt Augsburg erläuterte die Hintergründe zur Nachweispflicht beim Führen von Fahrzeugen. Bezüglich der Fahrerlaubnis der betreffenden Mitarbeiter und zur Absicherung bei Unfällen riet er den Unternehmern, selbst festzulegen, wie oft eine Kontrolle durchzuführen ist, und eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Knöpfle betonte: „Das ist viel Aufwand, aber damit kann der Unternehmer sein Risiko minimieren und die Mitarbeiter vor Unfällen schützen.“ (pm)

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