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Baumaßnahme

26.03.2014

Wenn die Kirchturmglocke nicht mehr läutet

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Seit wenigen Tagen hört man in Unterringingen wieder den Glockenschlag. Ab nächste Woche sollen die drei Klangkörper wieder richtig läuten.

Kleine Reparaturen waren im Unterringinger Gotteshaus vorgesehen. Doch es kamen große Schäden ans Licht

Von Simone Bronnhuber

Unterringingen Einmal in der Woche findet in Unterringingen ein evangelischer Gottesdienst statt. Diesen gestaltet Pfarrer Martin Rehner – entweder an einem Samstag oder einem Sonntag. Seit vier Wochen werden die Gläubiger in dem kleinen Ortsteil von Bissingen aber nicht mehr mit dem Glockenläuten zum Gottesdienst aufgerufen. Seit einem Monat gibt die St.-Laurentius-Kirche auf dem Berg keinen Ton mehr von sich. Nicht, weil die Glocken nicht funktionstüchtig wären. Sondern, weil der Glockenstuhl einsturzgefährdet wäre. Pfarrer Rehner erklärt: „Wenn wir die Glocken geläutet hätten, wäre die Statik des Glockenstuhles nicht mehr gewährleistet gewesen.“ Deshalb mussten sich die Gläubigen in Unterringingen und Zoltingen auf ihre eigene Uhren verlassen. „Es kamen nicht mehr und nicht weniger Menschen deshalb in die Gottesdienste“, sagt Rehner und lacht. Obwohl ihm nicht zum Lachen zumute ist.

Denn damit die Glocken in Unterringingen wieder läuten können, mussten aufwendige Reparaturen in den vergangenen Wochen erledigt werden, die so nicht eingeplant waren. Ursprünglich habe die Kirchengemeinde beschlossen, für rund 6000 Euro das alte Holz im Glockenstuhl aufzubessern. Mehr nicht. Um dabei schon Geld zu sparen, wurden diese Arbeiten von Ehrenamtlichen erledigt. Dann die böse Überraschung: Einige, darunter tragende, Balken waren morsch und verfault. „Teilweise kam in den Balken nur noch Staub heraus“, erzählt Hans Ulrich, der die Baumaßnahme ehrenamtlich begleitet. Und weiter: „Damit haben wir alle nicht gerechnet“. Somit wurde aus einer kleinen Baumaßnahme, eine Große – auch finanziell, wie Pfarrer Rehner sagt. „Diese Arbeiten kosten uns nun 20000 Euro mehr.“ Er habe schon einen weiteren Antrag für Zuschuss gestellt, aber noch keine Antwort bekommen. „Wir sind definitiv auf Spenden angewiesen. Wir haben zwar einen Finanzierungsplan im Vorfeld abgeschlossen, aber mit diesem Mehraufwand konnte keiner rechnen“, so Rehner. Nachdem dies bekannt wurde, haben schon einige Unterringinger sofort gespendet. „Darüber bin ich sehr dankbar und beeindruckt. Aber wir brauchen noch mehr.“ Der Pfarrer sei aber auch sehr dankbar darüber, dass vor Ort viele Menschen ehrenamtlich auf der Baustelle mit anpacken und versuchen somit die Kosten so gering wie möglich zu halten.

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Mittlerweile sind die Maßnahmen fast fertiggestellt, kommende Woche soll die Übernahme stattfinden. „Da der Glockenstuhl denkmalgeschützt ist, durften nicht viele bestehende Balken raus“, so Rehner weiter. Deshalb wurden nun teilweise neue mit alten verklebt. Das Fatale: Vor rund eineinhalb Jahren hat laut Rehner ein Gutachter festgestellt, dass nur kleinere Reparaturen gemacht werden müssen. „Er hat die Tragweite nicht erkannt.“

Kommende Woche soll der Spuk in Unterringingen wieder vorbei sein und die Glocken wieder wie gewohnt läuten. „Aber die Rechnung muss noch bezahlt werden. Dafür brauchen wir Spenden“, so Martin Rehner.

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