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Höchstädt

05.07.2019

Wenn sich das Höchstädter Schloss in ein Kino verwandelt

Filme haben großen Unterhaltungswert. Dass sie jedoch auch andere Kulturen, Werte und Ideale vermitteln können, gerät oftmals in Vergessenheit.
Bild: PDV

Bei den europäischen Filmtagen werden im Rittersaal die britische und französische Kultur auf der Leinwand thematisiert. Warum die Aktion ins Leben gerufen wurde.

Asterix und Obelix, Mr. Bean und Sherlock Holmes. Ob Actionfilm, Schnulze oder Krimi – wer liebt sie nicht, die Filmabende auf dem Sofa oder im Kino? Manuel Knoll auf jeden Fall. Er beschreibt es: „Filme erlauben uns einen neuen Blickwinkel, den Austausch von Ideen, Werten und Ideale über verschiedene Kulturen hinweg zu machen.“ Ein Grund, warum der Höchstädter die europäischen Filmtage auf Schloss Höchstädt vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Er sagt: „Filme sind eine wichtige Kulturform“.

Wie die europäischen Filmtage in Höchstädt ihren Ursprung nahmen

Angefangen habe alles mit einem französischen Filmnachmittag, der nur für Schüler ausgerichtet gewesen war. Im vergangenen Jahr wurde die Aktion um zwei weitere Vorstellungen für Senioren und die Öffentlichkeit ergänzt. Diese stellen die Filmkultur eines anderen Landes vor. Und auch heuer wird das Filmfestival wieder stattfinden.

Neben dem Land Frankreich, gibt es dieses Mal noch ein weiteres Land, das mit Augen und Ohren „bereist“ werden kann: Großbritannien – aus aktuellem Anlass. Der Brexit wird aufgegriffen. „Damit gibt es auf den europäischen Filmtagen am 11. und 12. Juli gleich zwei verschiedenen Kulturen zu entdecken“, sagt Organisator Knoll.

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Warum Filme oft unterschätzt werden

Eine solche Aktion sei wichtig für den Landkreis, betont er. „Gemeinsam mit dem Förderkreis Schloss Höchstädt hatten wir überlegt, in welchem Bereich es noch eine kulturelle Lücke zu füllen gibt, und uns anschließend für die Filmtage entschieden.“ Möglich geworden sei das Projekt für Schüler, mit dem die europäischen Filmtage am kommenden Donnerstag starten, durch die Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Bauhaus Universität Weimar, die Workshops zu der Vorstellung leiten. Damit solle der Inhalt des französischen Filmes noch einmal aufgearbeitet und verschiedene Komponenten untersucht werden.

Anders als in Frankreich, wo die Menschen viel regelmäßiger ins Kino gehen würde, habe Film in Deutschland einen ganz anderen Stellenwert. „Man muss den Bereich mehr zu schätzen lernen, weil er den Kontakt mit anderen Sprachen und Kulturen ermöglicht“, erklärt Knoll.

Mit dem französischen Aktionstag, der speziell für die knapp 160 Schüler vom Albertus-Gymnasium in Lauingen, dem Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen und dem Donauwörther-Gymnasium organisiert wird, soll ein neuer Zugang zur oftmals als schwierig empfundenen französischen Sprache ermöglicht werden. „Unsere Vorstellungen sind deshalb immer in Originalsprache, aber mit Untertiteln“, sagt er. Da im Lehrplan „Film“ nicht behandelt werde, würden sich die Schüler immer über den Tag freuen.

Die Schüler durften bei der Filmauswahl mitbestimmen

Was letztlich gezeigt wird, können die Schüler aktiv mitbestimmen. In diesem Jahr hatten sie zwischen vier verschiedenen Optionen wählen können. „Die Mehrheit hatte sich den Klavierspieler vom Gare du Nord gewünscht“, erzählt der Höchstädter, der selbst fließend französisch spricht und das Land nicht nur einmal bereist hat. Für die Auswahl der Filme gebe es nur grobe Richtlinien.

Zum einen müsse er relativ neu sein, damit wäre die Chance geringer, dass ihn die Schüler bereits kennen. Außerdem müsse es sich bei dem Streifen um eine sogenannte „Coming-of-Age“-Geschichte handeln, die die Entwicklung einer jugendlichen Hauptfigur thematisiere. „Es macht die Handlung für die Schüler zugänglicher, wenn sich sich mit dem Protagonisten identifizieren können“, so Knoll. Der ausgesuchte Film, im Original „Au bout des doigts“, geht es um das Leben eines kriminellen Jugendlichen aus Paris, der durch einen engagierten Musiklehrer eine zweite Chance im Leben erhält.

Auch für die Öffentlichkeit gibt es eine Filmvorstellung

Am Donnerstagnachmittag findet anschließend an den französischen Schulvormittag eine Vorstellung für Senioren statt. Mit Hobbydetektivin Miss Marple in „16 Uhr 50 ab Paddington“ geht es mit viel Witz und Scharfsinn in die britische Welt des Films. Außerdem gibt es im Schlosscafé passend zum Motto eine „Tea Time“ mit britischen Spezialitäten.

Ein letztes Mal verwandelt sich das Schloss dann am Freitagabend in einen Kinosaal. Mit „Die Redes des Königs“ findet auch eine öffentliche Vorführung im Rittersaal statt. Beginn der Vorstellung ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Besondere an dem Filmabend für die Öffentlichkeit: „Besucher könnten im Anschluss an die Vorstellung um 21.30 Uhr im Schlosshof britische Cocktails und Finger Food bei Rock- und Pop-Musik genießen“, sagt Knoll. Bei schlechtem Wetter würde der Umtrunk im Schlosskeller stattfinden.

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