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29.01.2010

Wertingen verliert mit László Tóth genialen Künstler

Wertingen (bäs) - Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb vor vier Wochen der Wertinger Maler und Zeichner László Tóth in der Münchner Universitätsklinik Großhadern. Nach schwerer Krankheit und mehreren Operationen wurden im Beisein seiner Frau die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet.

Ostblock-Künstler und Bühnenmaler

Tóth, 1933 in Satu-Mare, im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Rumänien in Siebenbürgen geboren, gehörte zu den sogenannten Ostblock-Künstlern. Bis 1992 war er als Bühnenmaler am Münchner Gärtnerplatztheater tätig. 2001 zog er nach Wertingen und verschrieb sich ausschließlich der Malerei. In einem Interview mit der Wertinger Zeitung vor vier Jahren sagte er einmal: "Für mich ist die Kunst ein ständiger Dialog mit der Welt. Ich suche Antworten auf alles." Tóth entblätterte mit jedem Pinsel- und Bleistiftstrich den Menschen. Sein Malstil war zwischen Surrealismus und Expressionismus angesiedelt. Die tiefe Wirkung vermochte manchen Betrachter zu erschrecken. Er präsentierte sich nie als gefälliger Illustrator, sondern als Voyeur der Gefühle, die im Mienenspiel der von ihm Gezeichneten ihre Entsprechung fanden.

Tóth wurde ein Teil von Wertingen. Er war in verschiedenen Ausstellungen sowohl in der Städtischen Galerie als auch in der Galerie Martina vertreten. Er bleibt auch als sozial engagierter Künstler in Erinnerung. 2005 stiftete Tóth der Kartei der Not ein Porträt von Alfred Sigg, das dieser selbst ersteigerte.

Aus dem Leben gerissen

Die ewige Suche nach der Entschlüsselung der Lebensgeheimnisse hat mit dem Tod von László Tóth leider ein Ende gefunden. Inmitten einer für ihn wichtigen Schaffensperiode wurde er aus dem Leben gerissen.

Martina Regauer-Kowalski nimmt den Tod zum Anlass, eine Ausstellung mit den jüngsten Werken von László Tóth zu präsentieren, um ihn posthum zu würdigen.

Die Ausstellungseröffnung findet am heutigen Samstag, 30. Januar, nach der Bestattung des Künstlers statt. Für die musikalische Umrahmung sorgen Bobby Biedermann und Michael Landauer.

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