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Dillingen

27.02.2018

Wickert: „In Lokalzeitungen findet das wahre Leben statt“

Der einstige "Mister Tagesthemen" Ulrich Wickert sprach gestern Abend bei einem Vortrag des Katholischen Akademikerkreises in Dillingen. Etwa 300 Besucher wollten den populären Fernsehjournalisten hören.
Bild: Berthold Veh

Ein paar Fragen an Ulrich Wickert über Dillingen und Käse

Nach seinem Vortrag stand Ulrich Wickert für ein kurzes Gespräch bereit, über Medien und die Bedeutung des Lokalen.

Sie sind nun einige Stunden in Dillingen. Gefällt Ihnen die Stadt?

Wickert: Ich wurde von Herrn Brugger vom Akademikerkreis durch die Altstadt geführt. Die vielen Altbauten und fürstlichen Gebäude haben mir sehr gut gefallen. Man sieht der Stadt ihre großartige Historie an.

War Ihnen zuvor Dillingen bekannt?

Wickert: Nein – die Stadt ist mir völlig neu.

Sie sind in Tokio geboren und danach, unter anderem, in Paris aufgewachsen. Wie ist Ihr Verhältnis zu dem Begriff Heimat?

Wickert: Heimat ist für jeden etwas anderes. Ich habe mehrere Heimaten, was ich als völlig natürlich empfinde. Gefährlich wird es erst, wenn aus der gesellschaftspolitischen Bedeutung dieses Begriffs eine parteipolitische Deutung wird. Dann landen wir schnell bei den aktuellen Debatten um Identität und Nation.

In Ihrem Vortrag ging es auch um die Glaubwürdigkeit der Medien. Haben Sie manchmal den Eindruck, dass in vielen Medien die immer gleichen Experten auftreten? Meinen Sie, das schadet der Glaubwürdigkeit?

Wickert: Das ist sehr von der Sendung abhängig – generell habe ich diesen Eindruck nicht. Einige TV-Gäste, wie Herrn Bosbach, kann ich allerdings nicht mehr sehen.

Wie kam es, dass Sie Ehrenmitglied der französischen Käse-Gilde wurden?

Wickert (lächelt amüsiert): Für die Geschichte müsste ich zu weit ausholen. Sie können sie in meinen Büchern nachlesen. Die Ehrenmitgliedschaft ist mit meinem Leben in Frankreich verbunden.

Hate-Speech, Fake News, Radikalismus greifen um sich. Fehlt es der Welt an Tugend?

Wickert: An Tugend fehlte es der Welt schon immer, das ist keine neue Entwicklung. Ich beklage vor allem den Verlust an Vernunft, der Internetnutzern heutzutage oftmals zu eigen ist. Deswegen plädiere ich für die Einführung eines Medienunterrichts in der Schule, der junge Leute lehrt, sich ihres eigenen Verstandes während der Nutzung des Internets zu bedienen.

Jonas Voss: Wie wichtig sind in Ihren Augen Lokalzeitungen?

Wickert: Lokalzeitungen haben für mich eine große Bedeutung. Wann immer ich kann, wo immer ich bin, versuche ich, die Lokalzeitung zu lesen. Dort findet das wahre Leben statt.

Die Fragen stellte Jonas Voss

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