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Putenmast

26.06.2017

„Widerstand ist möglich“

Gegner des Sonderheimer Projekts kamen zusammen

„Widerstand ist möglich“, mit diesen Worten begrüßte Grünen-Kreisrätin Heidi Terpoorten die Teilnehmer eines Informationsabends des Aktionsbündnisses „Stoppt den Saustall“, welches sich gegen industrielle Massentierhaltung in Nordschwaben wendet, gemeinsam mit Dieter Leippert vom Bund Naturschutz und SPD-Kreisrat Wolfgang Konle. Hauptpunkt war der Plan der Stadt Höchstädt, ein Gewerbegebiet in Sonderheim einzurichten. Einzig und allein, um die geplante Erweiterung des bisherigen Putenstalls hin zu einer Industrieanlage der Firma Putenhof Grüner Weg GmbH zu ermöglichen.

Die Planungen bedeuteten im Endeffekt laut Terpoorten eine jährliche Mast von etwa 136000 Putenküken sowie 34000 Putenhennen. Dies sei ist im Gegensatz zu den Behauptungen des Zweiten Höch-städter Bürgermeisters Stephan Karg eine deutliche Steigerung der Tierzahlen. Hier würden systematisch die Tiere an das Stallsystem angepasst. Da Puten sehr empfindliche Tiere sind, leiden sie unter einer derartigen industriellen Mast ganz besonders, so Terpoorten.

Der Höchstädter Stadtrat Wolfgang Konle schilderte im Anschluss daran die Gründe für seine Entscheidung, gegen die geplante Änderung des Flächennutzungsplans zu stimmen. Konle befürchtet durch die geplante industrielle Erweiterung eine erhebliche Mehrbelastung der Natur, der Umwelt und der hier lebenden Menschen.

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Anschließend verdeutlichte Dieter Leippert anhand einer Präsentation Grundlagen des Planungsgutachtens. Ammoniak, Stickstoff, Nitrat sowie im Feinstaub gebundene Bioaerosole bedrohten möglicherweise Wasser, Boden, Luft und Gesundheit der Menschen in und um Blindheim, sowie im Naturschutzgebiet Apfelwörth. Leippert schildert, dass laut Windgutachten die Werte des Flughafens Neuburg an der Donau verwendet wurden. Der Standort Blindheim habe völlig andere Windverhältnissen, daher seien Zweifel angebracht.

Stephan Kreppold als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft in Schwaben, fragte am Ende des Vortrags nachdenklich: „Was bewegt einen Bauern eine derartige Industrieanlage zu bauen?“ Wie sieht bei einer derartigen Mast das Verhältnis Mensch Tier aus?“ Wie kann hier das Wohl der Tiere im Mittelpunkt bleiben?“ Bäuerliche ökologisch verträgliche Landwirtschaft fördern, das Wohl aller im Auge behalten und der Schutz der Heimat – das müsse zukünftig das Ziel einer modernen zukunftsorientierten Landwirtschaft sein. Darin waren sich alle einig. Heidi Terpoorten verteilte am Ende Vordrucke für einen möglichen individuellen schriftlichen Einwand, den jeder Bürger bei der Stadt Höchstädt einreichen kann. Frist ist der 3. Juli. (pm)

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