1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Wie Höchstädt seine Innenstadt noch mehr beleben will

Ausblick

12.01.2018

Wie Höchstädt seine Innenstadt noch mehr beleben will

Die Stadt Höchstädt will im kommenden Jahr eine Innenstadt-Offensive anpacken. Damit soll auch das Thema Leerstände angegangen werden – vor allem in Bezug auf die Supermarkt-Kette Norma. Der Verbrauchermarkt braucht mehr Platz. Nur, wo kann dieser geschaffen werden? „Ich persönlich hänge an unserem eigenen Wasser. Deshalb will ich es jetzt nicht abgeben, wenn ich nicht sicher weiß, wann die Straße kommt.“
Bild: Simone Bronnhuber

2018 ist voll mit großen Projekten in der kleinen Donaustadt. Sechs Wochen kümmert sich noch Stephan Karg um die aktuellen Aufgaben. Dann übernimmt ein „Neuer“ das Ruder

Die Aufgabenliste ist lang: Bürgerzentrum Deisenhofen, Straßenausbau rund um das Schloss, Sanierung der Grund- und Mittelschule, B16-Nord-Umfahrung, Hochwasserschutz, Renovierung der alten Mädchenschule und die Weiterentwicklung der Innenstadt. Stephan Karg kennt die Aufgaben, die auf die Stadt Höchstädt in diesem Jahr zukommen. Viele Projekte hat er im vergangenen Jahr bereits auf den Weg gebracht. Die meisten wird er aber nicht zu Ende bringen – zumindest nicht in seiner jetzigen Funktion. Seit mehr als einem Jahr vertritt er den erkrankten Bürgermeister Stefan Lenz und hält die Fäden der kleinen Donaustadt zusammen. In sechs Wochen endet zwar nicht sein Amt als Zweiter Bürgermeister, aber dann gibt es wieder einen Ersten Bürgermeister. Am 25. Februar finden Neuwahlen in Höchstädt statt. Wie berichtet, wird Stephan Karg nicht als Kandidat um diese Position ins Amt gehen. Zur Wahl stehen Gerrit Maneth (Freie Wähler) und Matthias Letzing (CSU). „Ich habe überhaupt kein Problem damit, wieder in die zweite Reihe zurückzukehren. Aber genau deshalb werde ich keine großen Projekte mehr anschieben“, sagt Karg. Das sei nicht seine Art. Er wolle nicht eine Richtung vorgeben oder eine Entscheidung übers Knie brechen. „Ich weiß ja nicht, was der neue Bürgermeister für Vorstellungen hat. Da werde ich nicht vorgreifen. Das maße ich mir nicht an“, so Karg. Trotzdem ist dem Zweiten Bürgermeister auch im noch jungen neuen Jahr nicht langweilig. Im Gegenteil. Die Termine häufen sich, einige Entscheidungen können nicht mehr warten. Nicht nur, dass Projekte, die 2017 angepackt worden sind, aktuell weitergeführt werden müssen. Es gibt Aufgaben, die Karg nicht schieben kann und auch nicht will. Einen großen Brocken stellt dabei das Projekt mit der IHK und der Universität Augsburg dar, welches lautet: Innenstadt-Offensive. Nächste Woche findet ein erstes Treffen mit allen Beteiligten statt, dann soll laut Stephan Karg abgesprochen werden, wer was zu tun hat. Die Stadt Höchstädt beteiligt sich mit einem fixen, gedeckelten Betrag in Höhe von 25000 Euro.

Ein wichtiges Thema der Offensive wird dabei das Leerstand-Management sein. „Wir wollen unsere Innenstadt noch mehr beleben und schauen, wo wir wie ansetzen können“, erklärt Karg. Deshalb ist unter anderem auch die Höchstädter Wirtschaftsvereinigung mit an Bord. Aktionen, die bereits seit Jahren Bestandteil im Jahresprogramm der Stadt sind, kommen auf den Prüfstand. Zudem wird gerade ein Einzelhandelsgutachten, das in den vergangenen Wochen durchgeführt wurde, ausgewertet. Im Sommer dieses Jahres soll ein Konzept mit der weiteren Vorgehensweise vorliegen. Darin enthalten sein soll nach Wunsch von Stephan Karg auch eine Lösung für den Supermarkt „Norma“ – spätestens. Dieses Thema würde der stellvertretende Rathauschef am liebsten so schnell wie möglich erledigen wollen. Denn der Verbrauchermarkt in der Herzogin-Anna-Straße, im Herzen der Stadt, braucht mehr Platz. „Wir führen gerade sehr viele Gespräche und müssen viel verhandeln“, sagt Stellvertreter Karg. Zwar sei Norma mit den Umsatzzahlen sehr zufrieden, der Markt müsse aber baulich vergrößert werden. Nur wo? Am jetzigen Standort sind unterschiedliche Immobilien- und Grundstücksbesitzer bei einer Erweiterung betroffen. Auch muss abgeklärt werden, ob dort bauliche Veränderungen rechtlich überhaupt möglich sind. Ein Neubau an einem anderen Standort wäre zudem auch denkbar. „Hauptsache, wir verlieren Norma nicht. Das wäre der Super-GAU – vor allem, wenn wir jetzt eine Innenstadt-Offensive starten.“

Offensiv möchte Stephan Karg am kommenden Montag in der Stadtratssitzung das Thema B16 ansprechen. Ihm gefalle nicht, dass immer wieder der Vorwurf zu hören sei, die Stadt stehe nicht hinter dem Straßenprojekt. „Das stimmt schlicht nicht. Wir stehen hinter der Entscheidung einer WSG-Trasse im Norden“. Es gibt nur ein Problem, das ihn und seine Kollegen im Stadtrat aktuell beschäftigt – das Wasserschutzgebiet. Mehrheitlich hat das Gremium schon vor Monaten die Absichtserklärung abgegeben, das Wasserschutzgebiet für die Umfahrung aufzugeben. Auch die Entscheidung, sich dann Rieswasser anzuschließen, steht im Raum. Endgültig beschlossen ist noch nichts. Und das hat seine Gründe. Karg: „Ich persönlich hänge an unserem eigenen Wasser. Deshalb will ich es jetzt nicht abgeben, wenn ich nicht sicher weiß, wann die Straße kommt.“ So habe man auch in der Fraktionssitzung in der vergangenen Woche beschlossen, dass man das Wasserschutzgebiet erst aufgebe, wenn es Baurecht gibt. Gleichzeitig steht aber die Frage im Raum, ob die Zusammenarbeit mit Rieswasser durch diese Vorgehensweise in Gefahr ist. „Wir wissen ja nicht, wie lange Rieswasser auf uns wartet und ob es dann noch Kapazitäten für Höchstädt gibt“, schildert Karg. Deshalb müssen in den nächsten Wochen dringend Gespräche geführt und die Vorgehensweise besprochen werden. Ein erster Schritt könnte der Antrag auf Verlängerung des Wasserrechtsbescheids sein – um sich einen zeitlichen Puffer zu verschaffen.

Ein wichtiges Thema, das aktuell behandelt werden muss. Das Stephan Karg unter seiner Verantwortung hat. Sechs Wochen noch. Dann stimmt er wieder als Stadtratsmitglied ab. In der zweiten Reihe.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren