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Entwicklung

22.11.2018

Wie Wittislingen zum Wirtschaftsstandort werden will

Bei der Bürgerversammlung stellt Ulrich Müller ein Video vor. Bürger fragen zu Straßen und Geld

„Starten Sie mit uns in Ihre Zukunft“, heißt es in dem Video, dann hebt eine Kameradrohne ab und zeigt dem Zuschauer von allen Seiten eine Fläche, auf der der Markt Wittislingen Unternehmen ansiedeln möchte. Das zweiminütige Imagevideo, mit dem Unternehmen angesprochen werden sollen, hat die Gemeinde von Manfred Selzle erstellen lassen, Bürgermeister Ulrich Müller stellte auf der Bürgerversammlung im Wittislinger Schützenheim vor. Müller betonte, dass eine Anlaufzeit von mehreren Jahren zu erwarten sei. Trotzdem gebe es bereits erste Verhandlungen. Nur sei doch einiges zwischen Interesse und endgültiger Unterschrift.

Noch im Entwurf sei ein Konzept für die Innenstadtentwicklung. Hintergrund ist, dass es in der Innenstadt Leerstand und untergenutzte Gebäude gibt, die man revitalisieren wolle. Dafür könnte es ein Beratungsprogramm geben, auch Kostenbeteiligungen für Planer oder Steuerberater seien möglich. Es handele sich oft um Gebäude, die seit Generationen in Familienbesitz seien. Man werde mit Fingerspitzengefühl vorgehen und Angebote schaffen. Man wolle die Eigentümer in ihren selbstständigen Überlegungen unterstützen.

Müller stellte zudem einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates vor: Wittislingen will die Artenvielfalt stärken. Insbesondere heißt das, dass an verschiedenen Stellen seltener gemäht wird. „Wenn es dort etwas wilder aussieht: Das ist gewollt“, erklärte Müller. Er hoffe, dass sich auch der ein oder andere in seinem Garten für eine wilde Ecke zugunsten der Artenvielfalt entscheide. Eine kritische Frage zum Haushaltsvortrag stellte Hugo Alberati. „Wie soll das funktionieren?“, fragte er angesichts der Schuldenentwicklung. Bürgermeister Müller erklärt, dass man manche Maßnahmen entsprechend verschieben müsse, eine Baustelle nach der anderen. Alberati setzt nach, dass es sich doch auch um notwendige Investitionen handele. Müller: „Die werden wir machen, aber nicht sofort.“ Ebenfalls ums Geld ging es bei der Frage von Johannes Strubyckyj. Der wollte wissen, wie die Kostenentwicklung bei der Deponiesanierung zu erklären sei. Ursprünglich waren es 940000 Euro, vergangenes Jahr 600000 Euro, und im Haushalt 2018 sei die Rede von 300 000 Euro. Müller bestätigte, dass die letzte Zahl der aktuelle Stand sei. Später erklärte er, dass die 940000 Euro ein „Angstpreis“ gewesen seien, nachdem eine erste vorsichtige Schätzung deutlich zu niedrig angesetzt worden war. Die aktuelle Summe sei entstanden, weil nun nur zwei Drittel der Fläche zu sanieren seien und viel Einsparungspotenzial gefunden wurde.

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Gleich mehrere Bürger stellten Fragen zum Thema Straßen. Edwin Regensburger zuerst, bezogen auf die Staatsstraße. Für die sei zwar nicht die Gemeinde zuständig, doch die solle sich für eine Sanierung einsetzen. „In anderen Gemeinden werden Straßen saniert, bei denen das gar nicht nötig ist“, sagte Regensburger. Müller betonte, dass sich Wittislingen sehr für eine Sanierung der Straße stark mache – leider sei das Straßenbauamt da bisher „behäbig“. Es gebe aber Gespräche mit der Behörde, das nächste werde Ende Dezember oder Anfang Januar stattfinden. Johannes Strubyckyj merkte daraufhin an, dass aber auch Straßen der Gemeinde selbst in desolatem Zustand seien – über die Hochstiftstraße ziehe sich etwa ein Riss über die ganze Länge. „Worauf wartet man da?“ Müller sagte: „Wir werden da tätig, immer in Abschnitten.“ Es gebe eine Liste, an der man sich orientiere und die Straßen nach und nach saniere. Peter Michl kritisierte dann noch den Radweg nach Ziertheim – dieser habe Risse. Müller fragte, ob das nicht auf Ziertheimer Flur sei. Das werde man prüfen und den Hinweis „nehmen wir als Hausaufgabe mit“, versprach der Bürgermeister.

Zuletzt meldete sich Franz Schabel, ihm ging es um den Volkstrauertag am vergangenen Sonntag. Schabel erklärte, er finde es „beschämend, wie wenige unser Gemeindevertreter da vertreten waren“.

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