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Dillingen

18.04.2019

Wie die Dillinger Klosterkirche zu einem Heiligen Grab kam

Das Heilige Grab in der Dillinger Klosterkirche kann Karfreitag und Karsamstag betrachtet werden.
Bild: Peter von Neubeck (Archiv)

Die Dillinger Franziskanerinnen und Besucher beten am Karfreitag und Karsamstag vor dem Clemens-Altar. Dass dort nun ein Grab-Christus liegt, ist ein Zufall.

Nicht nur für die Franziskanerinnen, sondern auch für viele Dillinger ist das Heilige Grab in der Klosterkirche seit mittlerweile zehn Jahren ein Anziehungspunkt. Auch vor diesem Karfreitag und Karsamstag haben es die Schwestern Carla und Clarice wieder aufgestellt. Das Heilige Grab ist in der Nische des Clemens-Altars zu sehen. Die Verehrung des Leichnams Christi habe bei den Gläubigen in den vergangenen Jahren wieder zugenommen, sagt Schwester Carla. Zuvor waren die Heiligen Gräber, die es in vielen Pfarreien gegeben hatte, in Vergessenheit geraten.

Dass in der Dillinger Klosterkirche ein Heiliges Grab aufgebaut wird, ist eine eigene Geschichte. Während der Renovierung des Gotteshauses der Dillinger Franziskanerinnen in den Jahren von 2007 bis 2009 wurde ein Hohlraum im Clemens-Altar entdeckt. „Es kam eine gemauerte Nische zum Vorschein“, berichtet Schwester Carla. Und diese Nische sei wie gemacht gewesen für ein Heiliges Grab. Auf einem Speicher in einer Filiale der Dillinger Franziskanerinnen fanden Schwestern wiederum einen Grab-Christus, der sich „wie geschaffen“ für diese Nische erwies.

In der Dillinger Basilika wird das Grad seit 2009 aufgebaut

Das Heilige Grab wurde 2009 erstmals in der Klosterkirche aufgestellt – noch vor der Wiedereröffnung des Gotteshauses nach der Renovierung. Den Raum schmücken die Schwestern Carla und Clarice mit Glaskugeln und Blumen. So entfaltet der Ort an den Kartagen seine Wirkung. Am Karfreitag und Karsamstag beten dort nicht nur Dillinger Franziskanerinnen, sondern auch viele Gläubige aus der Stadt. Ein noch viel größerer Anziehungspunkt war das Heilige Grab der Dillinger Franziskanerinnen im Kloster Maria Medingen, das dort im Jahr 2000 wieder aufgestellt worden war. Viereinhalb Jahrzehnte hatten die Einzelteile zuvor im Speicher gelegen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat es der Künstler Johann Anwander vermutlich um das Jahr 1760 gemalt. Nach dem Klosterbrand im Juli 2015 konnte das Heilige Grab bisher nicht wieder aufgestellt werden. Die Restaurierungsarbeiten in der Margareta-Ebner-Kapelle dauern noch an.

Das Heilige Grab in der Herrgottsruhkapelle zwischen Dillingen und Lauingen (bei der Mausfalle) ist am Karsamstag in der Zeit zwischen 15 und 17 Uhr zu sehen.
Bild: Markus Ramsperger

Wo es im Landkreis Dillingen heilige Gräber gibt

Heilige Gräber werden inzwischen wieder in mehreren Gotteshäusern im Landkreis Dillingen aufgestellt. So auch in der Herrgottsruhkapelle zwischen Dillingen und Lauingen. Das Kirchlein ist am Karsamstag, 20. April, zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet. Taizé-Gesänge, die Musik der Gruppe Amicitia, Texte und Zeiten der Stille laden zum Verweilen am Heiligen Grab und zum Gebet ein, teilt die Dillingerin Andrea Bender mit. Es könne gut tun, sich zwischen den Zeiten – dem Schmerz und den Tränen auf Golgotha (Karfreitag) und dem Jubel am Ostermorgen – einen Moment der Besinnung und des Bewusstwerdens zu gönnen. Bender sagt: „Gerne kann man kommen und bleiben, wann und so lange man möchte. Vielleicht mag der eine oder andere den Besuch des Familiengrabes damit verbinden.“

Das Heilige Grab in der Dillinger Klosterkirche kann zu folgenden Zeiten besucht werden: Karfreitag, 19. April, von 17 bis 19 Uhr, Karsamstag, 20. April, von 10 bis 17 Uhr.

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