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Verkauf

20.06.2018

Wie geht es mit dem Wittislinger Bauhof weiter?

Der ehemalige Bauhof in Wittislingen liegt zentral in der Ortsmitte neben der Grundschule.
Bild: Dieter Schleifer

Der Gemeinderat diskutiert heute Abend über das leer stehende Gebäude. Schon im Vorfeld gibt es Ärger

Der Tagesordnungspunkt acht lautet: Verkauf des alten Bauhofgebäudes in Wittislingen. Am heutigen Abend um 19.30 Uhr behandelt der Gemeinderat dieses Thema in seiner öffentlichen Sitzung. Doch schon im Vorfeld gibt es Ärger oder wie es Dieter Schleifer in einer Pressemitteilung beschreibt: „Das darf doch nicht wahr sein, war die weitgehend einhellige Reaktion auf den angekündigten Beratungspunkt“. Schleifer schreibt im Namen der Gemeinschaft Wittislinger SPD/Unabhängige Bürger. Um was geht es? Seit drei Jahren steht der alte Bauhof, der zentral zwischen Zehentstadel, Schule und Kindergarten in der Ortsmitte liegt, leer. Die Gemeinde, so erklärt es Bürgermeister Ulrich Müller gestern auf Nachfrage, mache sich seither Gedanken darüber, wie es mit dem Gebäude weitergehen kann. „Das ist unsere verdammte Pflicht, sich mit Liegenschaften, gerade im Innerort, zu befassen. Wir überlegen uns, was wir dort haben wollen, und wie wir Wittislingen attraktiver machen können“, so Müller. Würde eine Gemeinde sich nicht mit diesem Thema befassen, verliere sie an Glaubwürdigkeit. Und dieses Thema, das betont der Rathauschef deutlich, steht nicht erst heute Abend zur Diskussion. Im Gegenteil: „Wir hatten es schon im März auf der Tagesordnung und haben sogar einen Entwurf mit dem Gemeinderat mit einer möglichen Umgestaltung des Bauhofs besprochen. Außerdem haben wir das Thema auch in den Haushaltsberatungen angekündigt und natürlich mit den unmittelbar betroffenen Mietern persönlich besprochen – so wie es sich gehört. Aber es ist wie so oft: Erst wenn etwas vor der Tür steht, wird es akut.“

Dabei stehe noch nichts Akutes vor der Tür. Denn zwar gebe es Ideen und den Wunsch nach einem privaten Investor, der Vorstellungen der Gemeinde umsetzen kann und will, aber konkrete Anfragen und Interessenten für den ehemaligen Bauhof gibt es laut Ulrich Müller noch nicht. „Wir wollen uns heute Abend in der Sitzung damit befassen, wie wir unseren Innerort beleben können und auch besprechen, wie preiswertes Wohnen dort aussehen könnte.“ Der Gemeinderat werde dann die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Die Wittislinger Gemeinschaft SPD/Unabhängige Bürger, die auch im Gemeinderat Vertreter hat, schreibt in ihrer Pressemitteilung, dass ein möglicher Verkauf dieser circa 800-Quadratmeter-Fläche an einen privaten Interessenten „mehr als eine fachliche Sünde“ sei. Die Abgabe würde bedeuten, dass nahezu alle Gestaltungsvorhaben in diesem Bereich eingeschränkt oder nicht mehr möglich wären, heißt es weiter. Die Gemeinschaft verweist auf die Arbeitskreisberatungen zur Dorferneuerungsmaßnahmen 2005, bei denen sich die Mitglieder einig gewesen seien, dass Markstatt, Zehentstadel und das dazugehörige Umfeld mit Schule und Kindergarten das zweite prägende Zentrum der Gemeinde werden könnten – neben Marienplatz mit Kirche und Rathaus. Der Verkauf des ehemaligen Bauhofes mit Wohnhaus stünde jeder niveauvollen Entwicklung in diesem Zentrum Markstatt im Wege, steht es in der Pressemitteilung. Bürgermeister Müller sagt dazu: „Das ist eine Meinung, die ist in Ordnung. Aber es fehlt etwas.“ Auch er kenne die Beratungen von 2005. Aber die Idee eines doppelten Ortszentrums müsse auch finanziell realisierbar sein und vor 13 Jahren hätten sich ungeprüft Kosten von rund zwölf Millionen Euro für Maßnahmen ergeben. Mittlerweile ist es laut Müller so, dass die Dorferneuerung für Wittislingen mit rund 3,2 Millionen Euro dotiert ist – die Hälfte wird gefördert, die anderen Hälfte muss die Gemeinde schultern. „Ob ein doppeltes Ortszentrum noch zielführend ist, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, dass wir Leben in den Innerort bringen wollen. Über das Wie beraten wir und müssen uns an Budget halten. Das wissen auch die Kollegen der SPD im Gemeinderat. Die Frage ist: Was können wir uns leisten?“, so Müller. Zudem konzentriere sich eine Dorferneuerung sehr stark auf den gestalterischen Bereich, weniger auf den Inhalt. „Es ist bedauerlich, dass der Aspekt Mensch nicht vorkommt. Wir suchen aber eine Lösung, die Gemeinde lebendig zu halten. Das geht nicht nur mit schönen Straßen.“ Das sei der Diskurs, der laut Müller „gerne unterschlagen“ werde.

Die Gemeinderatssitzung in Wittislingen beginnt heute Abend um 19.30 Uhr im Rathaus.

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