Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Wie geht es nach dem Brand in den Nebelbachstuben weiter?

Blindheim

13.11.2019

Wie geht es nach dem Brand in den Nebelbachstuben weiter?

Im Thekenbereich des Lokals Zur Olive in den Nebelbachstuben hatte es einen Kurzschluss gegeben, wodurch sich ein Schwelbrand entwickelt hat. Durch die Hitze- und Rauchentwicklung entstanden im Gastraum große Schäden. Es dauert wohl sechs bis sieben Monate, diese zu beheben.
Foto: Horst von Weitershausen

Plus Nach jahrelangem Leerstand hatte Pächter Iannis Pantelous die Gaststätte in Blindheim wieder in die gastronomische Erfolgsspur geführt. Wie es dort nach dem Feuer weitergehen soll.

Es ist der letzte Sonntag im Oktober. In den frühen Morgenstunden sind die Uhren von Sommerzeit auf Normalzeit umgestellt worden. Da kann sich auch Iannis Pantelous, Pächter der Nebelbachstuben in Blindheim, ein Stündchen mehr Zeit gönnen. Gegen 8.30 Uhr sperrt er sein Lokal Zur Olive, das immer noch unter dem Namen Nebelbachstuben bekannt ist, auf. Was der Grieche dort sieht, verschlägt ihm regelrecht den Atem. Pantelous muss zurückweichen, denn schwarzer, giftiger und übel riechender Rauch kommt ihm entgegen. Die schwarze Schwadenwand erlaubt keinen Blick ins Lokal. Dem Wirt ist sofort klar: Hier brennt’s. „Ich war dermaßen geschockt, dass ich irgendwie automatisch zum Mobiltelefon griff, um die Feuerwehr zu alarmieren“, sagt der Wirt, der im Sommer aus dem Frankenland nach Blindheim gekommen ist.

„Das Ganze hier ist irgendwie schon tragisch“

In kürzester Zeit sei die Feuerwehr Blindheim vor Ort gewesen, berichtet er. Doch das Feuer hatte sich zu einem Schwelbrand entwickelt, und die Atemschutzträger der Wehr mussten sich erst einmal durch den dicken Rauch zum Brandherd an der Theke durchkämpfen. Wie sich später herausstellte, hatte sich der Brand durch einen Kurzschluss im Thekenbereich entwickelt. Iannis Pantelous erklärt, dass er das Lokal am Abend zuvor gegen 23.30 Uhr verlassen und abgesperrt habe, ohne dass irgendein Anzeichen eines elektrotechnischen Defekts bemerkbar gewesen sei.

Äußerlich ist von dem Brand in den Nebelbachstuben nichts zu sehen. Einzig das vor dem Eingang aufgestellte Schild weist darauf hin.
Foto: Horst von Weitershausen

„Das Ganze hier ist irgendwie schon tragisch“, sagt Blindheims Bürgermeister Jürgen Frank beim Treffen mit der Donau-Zeitung vor Ort. Jahrelang habe sich die Gemeinde darum bemüht, als Eigentümer der Nebelbachstuben einen geeigneten Pächter für das Lokal zu finden, ohne wirklich erfolgreich zu sein. „Es waren einige, die mit großem Optimismus von uns empfangen wurden, doch leider mussten wir uns als Verpächter von dem einen oder anderen wieder mehr oder weniger freundlich verabschieden“, sagt der Rathauschef. Sie hätten sich als ungeeignet erwiesen und seien ihren Pflichten gegenüber der Gemeinde nicht nachgekommen.

Der neue Pächter kam völlig überraschend

Zwischenzeitlich hatte der Gemeinderat Arbeitsgruppen gegründet, die sich um die Nebelbachstuben kümmerten – und deren Weiterbestehen. Auch über Vereinslösungen sei nachgedacht worden, erinnert Frank. Doch dann habe im Februar dieses Jahres Iannis Pantelous vollkommen überraschend für die Gaststätte in Blindheim sein Interesse angemeldet.

Er sei gleich interessiert gewesen, sagt Pantelous. Doch als er Kenntnis von der Vorgeschichte der Nebelbachstuben erhalten habe, sei es ihm erst sehr schwergefallen, eine Entscheidung zu treffen. „Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen innerhalb meiner Familie habe ich der Gemeinde zugesagt“, erläutert Pantelous. Im Mai eröffnete der Franke schließlich sein griechisches Restaurant in Blindheim. „Zu Beginn sind viele Gäste aus Neugier gekommen“, sagt der Wirt. Doch beinahe alle seien danach immer wieder gekommen. „Wir mussten natürlich auch kämpfen, um uns hier gastronomisch durchzusetzen“, berichtet der Wirt. Doch er sei mit seinem Team auf einem wirklich guten Weg gewesen. „Wir haben die Entscheidung, hier unser Restaurant Zur Olive zu eröffnen, nicht bereut“, betont der Wirt.

Zahlreiche Feiern waren bereits gebucht

Zahlreiche Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern seien für die nächste Zeit bereits gebucht worden, die nun alle dem Feuer zum Opfer gefallen sind. Trotz allem, so der Gastronom, habe er sich mit seiner Familie nach dem ersten schweren Schock entschieden, nicht aufzugeben und nach der Behebung aller Schäden weiterzumachen.

Bürgermeister Frank rechnet damit, dass es sechs bis sieben Monate dauern wird, bis alle Brandschäden beseitigt sind. Neben der Erneuerung des kompletten Thekenbereichs und der vollständigen Inneneinrichtung müssten laut Frank wohl auch alle verrußten Wände und Decken abgeschliffen werden. Welche Schäden an den Fenstern und Türen entstanden sind, sei noch nicht überprüft worden. „Bei der Schadensermittlung stehen wir noch ganz am Anfang“, sagt der Bürgermeister. Doch er rechne mit bis zu 150000 Euro, die notwendig sein werden, um einen zweiten Neuanfang zu starten.

Nebelbachstuben Blindheim: Noch Glück im Unglück

Frank sagt: „Wir hatten noch Glück im Unglück, weil der Küchenbereich durch den Brand fast gar nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.“ Somit bestehe für Pächter Iannis Pantelous die Möglichkeit, eventuell in den anderen Einrichtungen im Gebäudekomplex die Bewirtung aufzunehmen. Beispielsweise bei Veranstaltungen in der Gemeindehalle, der Kegelbahn oder bei Events der Schützen und Fußballer. Diese Bereiche seien vom Brand verschont geblieben, teilt der Rathauschef erleichtert mit. „Jetzt ist einfach Geduld gefragt“, sagt Frank. Dann werde man in einigen Monaten wieder „die griechisch-fränkischen Köstlichkeiten von Iannis Pantelous genießen können“.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren