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Ellerbach

14.08.2019

Wie in Ellerbach zwischen Baustahl bunte Blumen blühen

Christian und Manuela Ertl aus Ellerbach haben auf knapp 1000 Quadratmetern ein Gartenparadies angelegt. Das ganze Jahr hindurch blüht und summt es dort. Dass jedes Jahr etwas Neues dazu kommt, ist für die Eheleute selbstverständlich.
Bild: Tanja Ferrari

Der Garten von Christian und Manuela Ertl liegt den Ellerbachern sehr am Herzen. Damit sie nicht in alle Himmelsrichtungen wachsen, haben sie eine Strategie.

Ein eigenes Haus. Davon träumen viele. Bei Christian und Manuela Ertl aus Ellerbach ist es allerdings der gemeinsame Garten, der zuerst verwirklicht wurde. Das war ihr Traum. Auf insgesamt 1000 Quadratmetern gibt es auf ihrem Grundstück inzwischen das ganze Jahr über etwas zu entdecken.

Das Nachbargrundstück gehört inzwischen auch dazu

Egal ob rot, blau, grün oder gelb: Forsythie, Schneeball, Flieder und Rosen – wenn mit den milden Sonnenstrahlen im März die ersten Knospen langsam sprießen, dauert es nicht mehr lange, bis sich der gesamte Garten in ein abwechslungsreich blühendes Meer verwandelt. „Ursprünglich hatten wir weniger Platz, doch als das Nachbargrundstück zum Verkauf stand, haben wir nicht lange gezögert“, erinnert sich Christian Ertl, der den Vorsitz beim Obst- und Gartenbauverein Ellerbach führt. Seit sie 2003 mit den Bauarbeiten begonnen hatte, entwickelt sich der Garten der Familie jedes Jahr ein bisschen weiter. „Zuerst hat alles mit einer Spielecke für unsere Kinder angefangen – Rasen mit Platz für eine Schaukel und einer Rutsche“, sagt Ertl.

Worauf die Ellerbacher besonders stolz sind

Besonders stolz sind die beiden Ellerbacher allerdings auf die Pflanzen, die bereits davor auf dem Grundstück gewachsen sind. „Wir haben sehr viel Altbestand retten können“, erklärt Ertl. Neben zwei großen Buchsbäumen konnte das Ehepaar beispielsweise auch für eine alte Weide Platz auf dem Grundstück schaffen. Damit die Pflanzen ein Umsiedeln auch überstehen, hat Ertl einen einfachen Trick auf Lager: „Erst großflächig abstechen und dann einige Tage stehen lassen.“ Das sei wichtig, damit die Wurzeln zurückgehen. Außerdem sollten die Pflanzen anschließend unbedingt zurückgeschnitten werden, um die Wurzeln nach dem Versetzen zu schonen, betont er.

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Die Familie kennt inzwischen einige Kniffe

Doch das ist längst nicht der einzige Kniff, den sich die Ertls über die Jahre für ihren Garten angeeignet haben. Damit ihre Pflanzen beispielsweise nicht zu schwer werden, auseinanderfallen oder in alle Richtungen wuchern, kommt kurzerhand Baustahlgewebe zum Einsatz. „Als ich unseren Eingangsbogen gebaut hatte, kam mir die Idee das Baustahlgewebe zu verzinken und für den Garten zu benutzen“, sagt Ertl. Biege man den Stahl, könnten Pflanzen, wie beispielsweise die Fette Henne, durch die Öffnungen hindurch wachsen und fielen nicht mehr so leicht um. Auch ein Estrichgitter findet im Ellerbacher Garten einen etwas anderen Einsatz. „Die Klematis kann dort wirklich toll hochklettern“, sagt Manuela Ertl.

Die Sonnenblumen geben ein Rätsel auf

Dass die Kletterhilfe gut bei der Pflanze ankommt, freut sie. Das sei nicht immer der Fall, weiß ihr Ehemann. „Gerade weil bei Regenschauern anfangs etwas Zink abgespült wird, mögen das manche Pflanzen nicht“, sagt er. Ansonsten darf im Garten der Ertls alles wachsen – auch Geschenke von anderen Nachbarn. Bunt wird es besonders durch die mehrjährige Blühwiese, die als Streifen durch den vorderen Bereich läuft. „Nachdem wir die Samen eingesät hatten, gab es nach zwei Wochen schon die ersten Knospen“, erklärt der leidenschaftliche Hobbygärtner. Für den Hausgarten gäbe es eine spezielle Mischung, die besonders schön blühe. Aktuell dominiert die Farbe Gelb, in Form von zahlreichen Sonnenblumen. Warum sie nur auf einer Seite des Blühstreifens wachsen, weiß Ertl nicht. Dass sich eine Sonnenblume sogar an den Eingang der neu angelegten Grillstelle am anderen Ende des Gartens verirrt hat, findet er allerdings besonders lustig.

Neben der bunten Blühwiese gibt es nebenan auch eine grüne Ecke im Garten der Ertls. Hier wachsen Farn und Efeu durcheinander. „Das haben wir einmal angepflanzt und seither gedeiht es von selbst“, informiert Manuela Ertl. Auch Kräuter, ein paar Tomaten und Zucchini und einige Obstbäumen gibt es im Garten. Ein kühles und schattiges Plätzchen findet man unter einem Walnussbau. „Auch den haben wir damals gerettet“, sagt Ertl stolz.

Wenn er von seiner Arbeit zurückkommt, führt ihn sein erster Weg direkt in den Garten. Arbeit ist für ihn die Pflege der Pflanzen nicht. „Wir alle halten uns gerne im Garten auf und genießen die Erholung vom Alltag.“

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