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Landwirtschaft

31.01.2019

Wie sich Bäuerinnen vor dem Burn-out retten können

Das Thema Burn-out betrifft auch Bäuerinnen.
Bild: Matthias Becker

Beim Bäuerinnentag in Bissingen gibt es wichtige Tipps. Mindestens einer davon gilt berufsübergreifend.

Der traditionelle nordschwäbische Bäuerinnentag in Bissingen hat erneut eine Menge an interessanten Informationen geboten. Dazu hatten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen, Wertingen und Mindelheim Milchviehbäuerinnen ins Gasthaus Krone eingeladen.

Am Vormittag referierte Johann Miller zum Thema „Bäuerin sein und noch Zeit für mich haben – geht das?“ In seinem kurzweiligen Vortrag stellte Miller laut Pressemitteilung die Wichtigkeit des eigenen Ichs heraus. Viele Bäuerinnen seien täglich darauf bedacht, dass es allen gut geht. Beruf, Familie und Ehrenamt oder Freunde – jeder dieser Bereiche werde oft bis zur Erschöpfung bedient.

Ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung

Dabei, so warnte Miller, könne das System nur funktionieren, wenn es der Bäuerin selber auch gut geht. „Das heißt, es muss Zeit frei gehalten werden, in der sich die Bäuerin nur um sich selber kümmert.“ Und dies könne mit ganz banalen Sachen wie zum Beispiel ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, genügend Bewegung und klaren Zeitstrukturen geschehen.

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Um die Waage zwischen Familie, Beruf, Ehrenamt und des eigenen Ichs zu halten, müssen Zeitfresser so gut wie möglich eliminiert werden, riet der Referent. Miller führte die 80/20 Regel (nicht alles muss 100 Prozent perfekt sein) am Beispiel einer Torte für die Feierlichkeit des Schützenvereins auf: Eine wunderbare „Hausfrauentorte“ werde von der Bäuerin in einer gewissen Zeit (20 Prozent Aufwand) kreiert. Viel mehr Zeit (80 Prozent bis zur Perfektion) bräuchte die Frau, um daraus eine „Konditortorte“ (mit entsprechenden Verzierungen) zu machen. Dabei würden schlussendlich beide Torten gleich schmecken.

Grenzen der Homöopathie

Am Nachmittag wurde das beliebte Thema Homöopathie von Ursula Lechl aufgegriffen. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr die homöopathische Behandlung von Kälbern. In ihrer gewohnt ruhigen Art erklärte die Heilpraktikerin, welche homöopathischen Mittel bei welchen Krankheitsverläufen die richtigen sind. Sie wies allerdings auch auf die Grenzen der Homöopathie hin und rief zur guten Zusammenarbeit zwischen Hoftierarzt, Landwirt und Heilpraktiker auf. Die homöopathische Behandlung von Nutztieren sei sehr komplex.

Ganz wichtig war es Ursula Lechl beim Treffen in Bissingen, den Satz „Hilft’s net – schad’s auch net“ in das richtige Licht zu rücken. Falsche oder unsachgemäße Anwendung von homöopathischen Mitteln könne durchaus problematisch sein, so die Referentin. Deshalb sei es wichtig, dass der Anwender sich bewusst ist, was er tut. (pm)

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