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Gesundheit

02.03.2021

Wie steht es um die ärztliche Versorgung in Lauingen?

Wirtschaftsreferent Georg Rebele (links) informierte sich bei Katrin Peschel und Harry Böhm über die hausärztliche Versorgungssituation.
Foto: Marion Stocker

Für viele Bürger hat sich die Suche nach einem Allgemeinmediziner verschärft. So bewerten zwei Lauinger Ärzte die aktuelle Situation.

In seiner Funktion als Wirtschaftsreferent der Stadt Lauingen hat Stadtrat Georg Rebele die hausärztliche Versorgung kürzlich in den Blickpunkt genommen. Dazu besuchte er die Allgemeinarztpraxis in der Johannesstraße und sprach mit Dr. Katrin Peschel und Dr. Harry Böhm. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

„Die Gesamtversorgung der Lauinger ist mit dem Ausscheiden von Ursula Kigele und Engelbert Kigele im Jahr 2018 schon angespannter geworden. Im Jahr 2020 schied dann noch Nancy Schmid aus, allesamt aus Altersgründen“, so Böhm.

Nach dem Tod eines Arztes habe sich die Situation in Lauingen weiter verschärft

Mit dem Tod von Dr. Moldaschl im Dezember 2020 hat sich nun die Situation in der Stadt abermals verschärft. Viele Lauinger Bürger suchen eine neue hausärztliche Versorgung. Die Patienten verteilen sich vorwiegend auf die bestehenden drei Allgemeinarztpraxen. Diese wiederum arbeiten allesamt an der oberen Leistungsgrenze.

In naher Zukunft wird mit weiteren ausscheidenden Allgemeinärzten (Altersgründe) die Unterversorgung in Lauingen noch dramatisch zunehmen, heißt es in der Pressemitteilung. „Eine gute, ausreichende ärztliche Grundversorgung trägt für eine Stadt wie Lauingen maßgeblich zur Attraktivität für Zuzugswillige als auch für die weitere Ansiedlung von Firmen bei“, so Peschel. „Dazu muss sich aber auch die Stadt selbst attraktiv aufstellen und sich auch aktiv in das Thema hausärztliche Versorgung einbringen.“

Ein neues Ärztehaus lockte den Nachwuchs aus Lauingen weg

Als Beispiel nannte Böhm einen Assistenzarzt, der bei ihm im Frühjahr 2020 angestellt wurde. Eine andere Gemeinde warb im Internet mit einem neu gebauten Ärztehaus für einen Hausarzt. Daraufhin verließ er Lauingen wieder. Damit will er deutlich machen, dass die Stadt Lauingen sich auch der Situation annehmen sollte, um nicht in fünf bis zehn Jahren eine derart starke Unterversorgung zu haben, dass sich die Lauinger außerhalb der Stadt nach einem Hausarzt umsehen müssten. Sehr schwierig nannte Böhm auch den geplanten Ausbau der Johannesstraße hinsichtlich der Parkplätze im Bereich seiner Praxis. Hier wurden die Anlieger laut Pressemitteilung nicht in die Planung mit einbezogen.

In der Praxis in der Johannesstraße ist derzeit etwas Licht am Horizont zu sehen, da kürzlich ein armenischer Assistenzarzt eingestiegen ist. Dieser möchte natürlich in absehbarer Zeit seine Familie nachholen, dazu sind wiederum Wohnraum als auch Kindergartenplätze notwendig.

Die Zukunft im hausärztlichen Bereich liegt in der Praxisform der Gemeinschaftspraxis, da die Dienste und die notwendigen Spezialisierungen und Fortbildungen von einer Einzelperson nicht mehr geschultert werden können. Georg Rebele sicherte zu, die Anliegen im Rat vorzubringen. (pm)

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