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23.06.2009

Windkraft: Petition an Horst Seehofer überreicht

Haunsheim Eine Woche haben die Haunsheimerinnen Doris Hiesinger und Maria Nothofer in das Verfassen einer Petition gesteckt. Am Sonntag konnten sie das mehrseitige Werk überreichen: an niemand Geringeren als an Ministerpräsident Horst Seehofer persönlich. Er weilte mit seiner Gattin Karin auf einem Familienfest in Augsburg. Rund 1000 Menschen waren gekommen. So auch Doris Hiesinger mit Tochter (fünf) und Maria Nothofer mit Tochter Mirjam und Sohn Michael, acht und fünf Jahre alt. "Wir hatten Glück. Er lief direkt auf uns zu und wir konnten mühelos an ihn herantreten", erzählt Doris Hiesinger.

Sie überreichten ihm eine Petition. Darin fordern sie bindende Vorgaben für Mindestabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung auf der Grundlage neuester Messmethoden. Außerdem händigten sie ihm persönlich eine DVD der Haunsheimer Bürgerinitiative, 175 spontan gesammelte Unterschriften sowie einen Beschwerdebrief von Mirjam Nothofer aus. "Er hat die Sachen angenommen und versprochen, dass er das Schreiben an den Petitionsausschuss im Landtag weitergeben wird." Doch damit nicht genug. Am Abend fuhren die Haunsheimer nach Unterthürheim weiter. Dort überreichten sie selbiges Paket an Umweltminister Markus Söder, der einen politischen Dämmerschoppen beim Musikfest abhielt (siehe Seite 24).

"Wir wollen nicht emotional, sondern sachlich diskutieren. Wir wollen uns durch die Petition Gehör verschaffen und wir wollen ernst genommen werden", sagt Doris Hiesinger. Viele Argumente wurden in der mehrseitigen Schrift angeführt, wie etwa der Artenschutz, die Nähe zum Kernkraftwerk Gundremmingen, die Mainzer Kinderkrebsstudie und das denkmalgeschützte Ortsbild.

Ein Hauptaugenmerk liegt aber auf der Einhaltung von Mindestabständen zur Wohnbebauung. 1500 bis 2000 Meter sollen es sein. "Die Windräder sind gewachsen, die Abstandsflächen nicht. Die Untersuchungen des Bundesgesundheitsamtes hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung durch Lärmemission und Infraschall (niederfrequenter Lärm), auf die sich die Rechtsprechung und die Hersteller beziehen, stammt aus dem Jahr 1982. Das entspricht nicht mehr dem Stand der Wissenschaft! Die Windräder damals waren nicht höher als 30 Meter, heute sind es 180 Meter! Werden wir Opfer von Subventionsleichen!", schreiben die Frauen in der Petition.

Für die Haunsheimerinnen heißt es jetzt erst einmal abwarten. Wochen und Monate werden vergehen, bis sie eine Antwort auf ihr Schreiben erhalten. "Wenn wir das jetzt nicht machen, dann ist es vielleicht zu spät", betont Doris Hiesinger.

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