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Kreis Dillingen

03.05.2013

Windpark in Zöschingen eröffnet: 600 Bürger sind beteiligt

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Der Zöschinger Windpark ist am Freitag mit acht Anlagen offiziell in Betrieb genommen worden.

Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Zöschingens Bürgermeister Norbert Schön am Freitagvormittag bei der Eröffnung des größten Bürgerwindparks Bayerns. „Bei uns hat es sieben Jahre gedauert, aber heute ist ein guter Tag.“ Mit Stolz könnten die Zöschinger nun auf die acht Anlagen schauen, die sich an diesem Tag hoch über den grünen Baumwipfeln in Nebel hüllen. „Als kleinste Gemeinde Bayerns leisten wir den größten Beitrag zur Energiewende."

An dem Windpark in Zöschingen sind rund 6000 Bürger beteiligt

Das beeindruckte auch den bayerischen Land- und Forstwirtschaftsminister Helmut Brunner, der Freitag eigens zu Eröffnung gekommen war. Brunner bezeichnete den Bürgerwindpark, am dem rund 600 Privatpersonen beteiligt sind, in seiner Rede als ein Leuchtturmprojekt von dem er hoffe, dass es Schule mache. „So einen großen Bürgerkomplex haben wir noch nirgends.“ Die Möglichkeit einer Beteiligung schafft laut Brunner nicht nur Kaufkraft vor Ort und wirkt somit als eine Art Investitionsprogramm, sondern vermöge es vielmehr auch, die Akzeptanz zu erhöhen. „Man muss aus Betroffenen Beteiligte machen, dann werden sie sich auch mit ihrer Anlage identifizieren.“

Genehmigungsverfahren verlief nicht reibungslos

 Brunner verschwieg nicht, dass das Genehmigungsverfahren in Zöschingen nicht reibungslos gelaufen sei und man dadurch bei er Zahl der Anlagen habe Abstriche machen müssen. „Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend“, erklärte der Minister. Dass es letztlich nur acht Windräder wurden, das bedauert Alexander Jall von der Genossenschaft Windkraft Dillinger Land, durch die sich 466 Bürger – zum allergrößten Teil aus dem Kreis Dillingen – an drei Windrädern beteiligen konnten. Mit Anteilen ab 5000 Euro aufwärts. „Das Interesse war viel größer, insgesamt haben sich rund 800 Bürger gemeldet“, sagt Jall, der nun auf viel Wind hofft.

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Erste Zahlen sind sehr gut

Das tut auch der Windparkbetreiber Georg Honold, der zur gestrigen Eröffnung neben der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Fograscher auch die Landtagsabgeordneten Christine Kamm (Grüne) Georg Winter (CSU) und Prof. Dr. Georg Barfuß (FDP) begrüßen konnte. „Die Zahlen, die wir jetzt schon haben sagen uns, dass der Windpark sehr gut läuft“, erklärt Georg Honold. Ein Umstand, der auch Landrat Leo Schrell freute. „Wir alle wollen die Energiewende – eigentlich.“ Doch in den Köpfen vieler Menschen hätten sich mit Blick auf die Windkraft Ängste breitgemacht. Ängste, die oftmals unbegründet seien und bei deren Abbau der neue Windstützpunkt in Lauingen helfen soll.

Die Meinung von Gabi Hefele-Kästle aus Zöschingen wird der Windstützpunkt auch nicht mehr ändern. Sie protestierte gestern am Rande der Einweihung als Einzelkämpferin gegen den Eingriff in den Forst. „Meine größte Sorge ist, dass es nicht bei den acht Anlagen bleibt“, sagt sie.

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