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Debatte

10.07.2013

„Wir sind geschockt und frustriert“

Wie es nun beim Höchstädter Sportverein weitergeht, ist noch unklar

Höchstädt Der Aufruhr nach der Sitzung war groß. Die rund 50 Mitglieder der SSV Höchstädt waren sauer und enttäuscht. Ihrem Unmut machten sie am vergangenen Montagabend nach der Entscheidung des Stadtrats gegen die weitere Finanzierung des dritten Bauabschnitts des „Projekt Zukunft“ lauthals vor dem Rathaus Luft. „Was ist das denn für ein Kasperltheater?“ oder „Höchstädt ist wie eine Bremse. Es geht alles rückwärts“, waren Aussagen der Sportler.

Ein Mann wetterte sogar, dass man das Stadtfest, das von der SSV organisiert wird, in zwei Wochen absagen sollte. So weit will es SSV-Vorsitzender Jakob Kehrle nicht kommen lassen: „Das Fest findet auf jeden Fall statt, es ist ja schon alles organisiert.“ Aber auch bei ihm ist die Enttäuschung über die erneute Abfuhr des Stadtrates einen Tag danach immer noch groß. „Wir sind geschockt und frustriert“, sagte Kehrle gestern gegenüber der DZ. Zwar sei das Ergebnis der Abstimmung nicht wirklich überraschend, aber trotzdem hatte der Stadtrat – der am Montag von der Abstimmung ausgeschlossen wurde – gehofft, dass der ein oder andere Kollege doch nochmal überlegt. „Ich habe gedacht, wir könnten es mit einer knappen Mehrheit schaffen. Mehr können wir jetzt einfach nicht mehr bringen.“

Wie berichtet wollte die SSV mit einem weiteren Finanzierungsvorschlag den dritten Bauabschnitt und somit das komplette „Projekt Zukunft“ abschließen. Dieser Vorschlag beinhaltete, dass die Stadt eine Bürgschaft von 500000 Euro übernimmt und sich über 20 Jahre jährlich mit einem Schuldendienst in Höhe von 10000 Euro beteiligt. Denn laut Kehrle könne bis 2014 ein zinsgünstiges Darlehen vom BLSV zur Finanzierung genutzt werden. Der Sportverein selbst würde 15900 dazu beisteuern – sogar mithilfe einer Beitragserhöhung, der die Mitglieder bereits zugestimmt hätten.

Trotzdem entschied der Stadtrat am Montag deutlich mit 14:5 gegen das Projekt. Die komplette CSU- und Umlandfraktion sowie ein SPDler waren dagegen – auch Bürgermeisterin Hildegard Wanner. Sie sagte: „An dieser Stelle sei angemerkt, dass die SSV die Gebäude nicht für die Stadt baut, sondern für ihren Sportbetrieb – wohl aber die Stadt dann die Sanierungslast hat.“ Außerdem sei sie beunruhigt, wie vonseiten der SSV Druck auf die Stadt ausgeübt werde. „Demnach sind persönliche Angriffe, Respektlosigkeit, ja Beleidigung, falsche Anschuldigungen gegen Andersdenkende an der Tagesordnung. Die Ausdrücke, die für mich gebraucht werden, mag ich gar nicht in den Mund nehmen.“ Druck in dieser Weise auszuüben, sei gelinde gesagt unter der Gürtellinie. Trotzdem wolle die Stadt der SSV bei der Fertigstellung des jetzigen Bauabschnitts zur Seite stehen. Wie es jetzt weitergeht, konnte Jakob Kehrle gestern noch nicht sagen. „Wir müssen das jetzt erst mal sacken lassen. Dann sehen wir weiter.“ "Kommentar Seite 29

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