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Geschichte

19.10.2019

Wo Haunsheim begeistert

Blick in Haunsheims Dreifaltigkeitskirche.
Bild: Lotter

Beim historischen Ortsrundgang erfahren die Besucher mehr über die Vergangenheit der Gemeinde

Zum Historischen Ortsrundgang durch Haunsheim hatten sich in der Dreifaltigkeitskirche rund 100 Bürger eingefunden. Der Vorsitzende des Kulturmarktes Lauingen, Anton Grotz, hob in seinem Grußwort hervor, dass der Ortsrundgang nicht nur Teil des vielfältigen und ansprechenden Programms des Haunsheimer Kulturmarktes sei, sondern auch Teil der Kulturtage des Landkreises Dillingen.

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Der Leiter des Historischen Ortsrundganges, Georg Wörishofer, gab zunächst einige Informationen zur Ortsgeschichte von Haunsheim, das 1267 urkundlich erstmals erwähnt wurde. Unter den Inhabern der Herrschaft rage Zacharias Geizkofler heraus, der zugleich Reichspfennigmeister war. Bald nach dem Erwerb der Herrschaft im Jahr 1600 habe er tiefgreifende Maßnahmen verwirklicht, wie etwa die Einführung der Reformation im Jahre 1603. Die Pläne für den Bau der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitskirche im Stil der Renaissance stammen demnach von Joseph Heintz, der sie unter Mitwirkung des Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl gefertigt habe. Kunstgeschichtlich sehr bedeutsam sei das Epitaph für Zacharias Geizkofler aus dem Jahr 1607, das in die Chorschlusswand eingelassen ist.

Am 4. Februar 1610 sei das Gotteshaus eingeweiht worden. Auch der zugehörige Friedhof sei volkskundlich bemerkenswert. Durch die einheitliche Gestaltung der Grabkreuze komme die Gleichheit der Menschen im Tode zum Ausdruck. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten des ersten Weltkriegs gehe auf einen Entwurf des Augsburger Architekten Michael Kurz aus dem Jahre 1920 zurück, der dann 1922 realisiert worden sei. Das Denkmal für die Opfer des zweiten Weltkriegs von 1956 stamme vom Haunsheimer Josef Winkler.

Wo Haunsheim begeistert

Geizkofler sei ein fortschrittlicher Herrschaftsinhaber gewesen. Im Jahre 1603 habe er ein zweigeschossiges und mit Satteldach gedecktes Bad- und Schulhaus erstellen lassen, das sich heute in Privatbesitz befinde. Ein erster Kindergarten sei im Jahre 1935 eröffnet worden. An die einstige überörtlich bedeutsame Molkerei in der Schlossstraße erinnert heute noch der stattliche Kamin. 1971 habe sie den Betrieb eingestellt.

Der Torbau des Schlosses sei ein Werk von Gilg Vältin aus dem Jahre 1603. Das Schloss selbst habe Zacharias Geizkofler von dem Deutschordensbaumeister Balthasar Reißner als Vierflügelanlage in den Jahren 1601 bis 1604 errichten lassen. Seit 1864 sei das Schloss im Besitz der Familie von Hauch. Seit 1999 gibt es zudem den „Freundeskreis Schloss Haunsheim“.

Das zweigeschossige und mit Walmdach gedeckte Schulgebäude in der Schulstraße geht ins Jahr 1868 zurück. Bis 1969 diente es schulischen Zwecken, ehe im Zuge der Schulreform das jetzige Schulgebäude in der Brühlstraße bezogen werden konnte.

Im Rahmen der Dorferneuerung sei das ehemalige Verwaltungsgebäude der Schlossökonomie zwischen 1995 und 1997 zum Rathaus umgebaut worden. Weitere Gebäude folgten, so die Stallungen der ehemaligen Schlossökonomie von 2003 bis 2005, die zu einem Zentrum für die Vereine umgestaltet worden sind.

Der Rundgang durch das knapp 1000 Einwohner zählende Haunsheim brachte den Besuchern die interessante Geschichte des Orts näher. Nach der Veranstaltung kehrten die Besucher in die „Öko“, wie die frühere Schlossökonomie auch genannt wird, ein. (pm)

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