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Landkreis Dillingen

21.08.2020

Wo man vom Landkreis Dillingen aus die Zugspitze sehen kann

Die Berge können so nah sein: Dieses Alpenpanorama hat Alwin Sing von Bergheim aus im Februar fotografiert und nachbearbeitet. Im Vordergrund die Stadt Dillingen, „im Hintergrund ist das Wettersteingebirge mit der Zugspitze zu erkennen“, schreibt Sing. Doch auch von weiteren Orten im Landkreis hat man einen prächtigen Ausblick.
Bild: Alwin Sing

Plus Ab und zu eröffnet sich im Landkreis Dillingen ein spektakulärer Blick in die Alpen. Welche Aussichtspunkte sich besonders dafür eignen und wann es sich lohnt, die Kamera einzupacken.

Manchmal, da scheint es, als ob die Berge ganz nah sind, als ob Dillingen ein hübsches Städtchen im Voralpenland ist. Das ist freilich nicht so. Trotzdem gibt es Gelegenheiten, da eröffnet sich der Region ein atemberaubendes Panorama in Richtung Berge. Den besten Blick auf die Alpen hat im Landkreis wohl, wer selbst auf einer Erhöhung steht. Der Lauinger Schimmelturm ist etwa wie dafür geschaffen.

Ein Geheimtipp in Gundelfingen

Und auch der Albhof auf den Hügeln auf halber Strecke zwischen dem Lauinger Stadtteil Veitriedhausen und Untermedlingen ist so ein Ort. An guten Tagen lässt sich von dort das ganze Gebirgspanorama bestaunen. Ein weiterer Geheimtipp ganz in der Nähe: der „hohle Stein“ einige hundert Meter westlich der ehemaligen Gundelfinger Ziegelei. Die Blickrichtung geht zwar in Richtung Medlingen, doch wer sich etwas nach links dreht und über die Kühltürme des Atomkraftwerks hinweg späht, sieht auch von dort oft bis zur Zugspitze.

Und auch oben auf Höhe der Gemeindehalle in Obermedlingen bietet sich ein großartiger Ausblick.

Was unsere Leser auf Facebook verraten haben

Auf Facebook haben wir unsere Leser gefragt, von wo aus man im Landkreis Dillingen die Alpen besonders gut betrachten kann. Medlingen empfiehlt auch Leser Franz Zimmermann als Aussichtspunkt. Er hat außerdem noch einen weiteren Tipp: Nur einen Katzensprung über die Bundeslandgrenze hinweg entfernt, nahe der Sportanlagen in Sontheim an der Brenz, gebe es einen guten Aussichtspunkt.

Nahe der Sportanlagen in Sontheim steht eine Infotafel mit den Bergnamen.

„Da hat’s sogar eine Tafel mit den Namen der Berge. Sehr empfehlenswert“, schreibt Franz Zimmermann. Zwei Leserinnen nennen den Goldberg bei Lutzingen. Bernd Klinger führt mit seiner Frau Nicole seit mehr als 15 Jahren die Goldberg Alm am Fuße des Berges. Auch von ihrem Lokal hat man einen guten Aussichtspunkt, weit hinaus ins Donautal.

Weitere gute Aussichtspunkte: Zöschingen und Bergheim

Von Zöschingen ist nicht nur das Nachbarbundesland Baden-Württemberg in Sichtweite. Bei sehr guter Föhnlage lassen sich die schneebedeckten Gipfel der Alpen erkennen. Tobias Steinwinter, Erster Bürgermeister der Gemeinde, kennt sich vor Ort naturgemäß bestens aus und weiß, wo sich das Naturspektakel betrachten lässt. So empfiehlt er den Schießberg samt Gipfelkreuz und den Heuberg als Aussichtspunkte. Er selbst hat von dort aus schon einige Fotos geknipst und ist vom Ausblick noch immer beeindruckt. „Vor allem bei Sonnenaufgang leuchten die schneebedeckten Berge so schön am Horizont“, schwärmt Zöschingens Bürgermeister.

Hobbyfotograf Alwin Sing aus Bergheim hat eigentlich immer seine Digitalkamera dabei. Meistens lichtet er einheimische Tiere ab, wie Marienkäfer oder Eisvögel. Anfang dieses Jahres hatte er in Bergheim ein tolles Alpenpanorama vor der Linse. Dabei handelt es sich um eine Seltenheit. An vielleicht zehn von 365 Tagen im Jahr könne er die Berge von Bergheim aus sehen. Ein bisschen musste er bei dieser tollen Aufnahme, für die es von unseren Facebook-Lesern großes Lob gab, trotzdem tricksen. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm hat er die Gipfel in Szene gesetzt. „Wunderschön“, kommentierte eine Leserin das auf Facebook geteilte Bild. Auch sie betrachte von Bergheim aus die Berge.

Ein "Zugspitzblick" ist Teil des Wanderwegs des Binswagner Friedens- und Heimatvereins

Als eine Freundin von Sigrid Reiner vor rund vier Jahren noch einen schönen Platz für ein altes Gartenbänkchen suchte, hatte die Binswangerin schnell eine bestimmte Stelle im Kopf. Und die ist inzwischen vielen als Zugspitzblick bekannt.

Sie erzählt: „Schon als Kind, als wir mit unseren Eltern zusammen zur Waldschänke gelaufen sind, sagte mein Vater immer: ‚Kinder schaut, da sieht man die Zugspitze!‘“ Natürlich muss das Wetter passen: Bei Föhnwetter und im Winter, wenn es schön klar ist, sieht man auch das Gipfelrestaurant, vor allem beim richtigen Stand der Sonne, wenn die sich in den Scheiben spiegelt. Inzwischen steht ein neues Bänkchen dran, denn der „Zugspitzblick“ wurde Teil des Wanderwegs „Drei-Täler-Blick“, den der Binswanger Friedens- und Heimatverein initiiert hat.

Schon am Wasserhäuschen, kurz nach dem Ortsausgang Richtung Roggden, sind die Berge bei klarer Sicht zu sehen, erzählt Sigrid Reiner. Wer dann den Weg den Wald entlang geht, kommt an ein bunt bemaltes Bänkchen. Eigentlich weist das „Drei-Täler-Blick“-Schild da vom Wald weg, in Richtung des Wegs zwischen den Feldern hindurch. Doch wer wenige Meter weiter am Wald entlang geht, findet eine weitere Bank und einen Tisch, die zum Rastmachen einladen.

“Hier kannst du tatsächlich mit dem Ofenrohr ins Gebirge gugga“, ist auf demWanderweg „Drei-Täler-Blick“bei Binswangenzu lesen.
Bild: Alwin Sing

Und eine Vorrichtung, die auf den ersten Blick wie ein weiß angemaltes Fernrohr erscheint. Worum es sich dabei handelt, ist direkt auf einem Blatt Papier zu lesen: „Hier kannst du tatsächlich mit dem Ofenrohr ins Gebirge gugga!“ Wanderer haben außerdem erzählt, dass man bei klarem Wetter sogar den Kirchturm von Garmisch-Partenkirchen sehen kann.

Sigrid Reiner erzählt weiter, dass sie, als sie im Winter mit ihrem Mann Erhard spazieren war, die Zugspitze auch am Ortseingang vom Villenbacher Ortsteil Wengen, von Riedsend her kommend, gesehen hat. Auch von Zusamaltheim aus, am Ortseingang von Binswangen her kommend, beim Sportplatz.

Und auch im Nachbarlandkreis Donau-Ries gibt es schöne Aussichtspunkte. Armin Rosa aus Donauwörth empfiehlt die Kapelle von Pfarrer Kaltenberger in der Donauwörther Parkstraße.

Ein Ellerbacher verrät, wann man die beste Sicht hat

Doch unter welchen Bedingungen hat man aus der Region eigentlich den besten Blick in Richtung Berge? „Die Luft muss klar und trocken sein“, sagt Benjamin Grimm, Wetterbeobachter aus Ellerbach und Betreuer der Wetterstation Bachhagel. Die Chancen auf einen Alpenblick würden im Winterhalbjahr, zwischen Oktober und April, am besten stehen. Im Sommer gebe es durch die Sonneneinstrahlung thermische Winde, die Schmutz- und Feuchtigkeitspartikel in der Luft aufwirbeln und so eine Weitsicht oft verhindern. Im Winter seien diese Partikel eher in Bodennähe. „Am besten ist ein knackig-kalter, trockener Morgen“, sagt Grimm. Komme Föhnwind hinzu, der Schmutzpartikel wegbläst und die Luft rein hält, darf man sich in der Region mit etwas Glück über einen Alpenblick freuen.

Lesen Sie dazu den Kommentar Hommage an die Heimat

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