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Gundelfingen/Bachhagel

17.04.2019

Wut auf Vandalen: So reagieren Gundelfingen und Bachhagel

Am Sonntagabend zündelten Unbekannte am Holzschiff im Gundelfinger Maxgarten. Die Feuerwehr musste den Brand löschen. Das Spielgerät ist derart beschädigt, dass es wohl komplett abgebaut werden muss.
Bild: Andreas Schopf

Plus In Gundelfingen zünden Unbekannte das Holzschiff im Maxgarten an, in Bachhagel wüten die Täter zum wiederholten Mal am Barfußpfad. Zeugen winkt eine Belohnung.

Es sind zwei Fälle, die einen ähnlichen Hintergrund haben – und die beide für Frust und Unverständnis sorgen. Wie berichtet, haben sowohl in Gundelfingen als auch in Bachhagel in den vergangenen Tagen Vandalen gewütet. Beide Male waren Einrichtungen betroffen, die eigentlich der Öffentlichkeit zugutekommen.

Holzschiff angezündet: Was droht den Tätern in Gundelfingen?

Im Gundelfinger Maxgarten zündelten Unbekannte am Sonntagabend am Holzschiff, das dort zum Spielen für die Kinder steht. Im Heck fing das Gerät Feuer. Die Freiwillige Feuerwehr Gundelfingen war mit 33 Kräften vor Ort und musste den Brand löschen. Die Stadt Gundelfingen erstattete Strafanzeige (lesen Sie hier mehr dazu). Die Polizei ist nach wie vor auf der Suche nach den Tätern. Ein Zeuge hat vor dem Brand fünf Jugendliche am Schiff gesehen, die flüchteten. Sollten sie für das Feuer verantwortlich sein und geschnappt werden, könnten ihnen laut Katharina von Rönn, Sprecherin der Dillinger Polizei, Sozialstunden oder Jugendarrest drohen.

Was die Beteiligten besonders ärgert: Das Piratenschiff ist das Ergebnis von viel ehrenamtlicher Arbeit. Vor mehr als zehn Jahren errichteten Pfadfinder im Rahmen der 72-Stunden-Aktion das Gerät. Nach dem Vorfall am Wochenende ist es eingezäunt und nicht mehr zugänglich. Der Schaden liegt laut Stadt bei mindestens 5000 Euro. Das Schiff ist derart zerstört, dass es wohl komplett abgebaut werden muss, berichtet Bürgermeisterin Miriam Gruß. Sie sagt: „Es macht mich wütend und traurig.“ Sie habe keinerlei Verständnis für die Tat, die man nicht als „Dummejungenstreich“ abtun könne. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.“

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Sicherheitsdienst beginnt die Arbeit

Die Stadt reagiert. Seit 2016 arbeitet sie mit einem privaten Sicherheitsdienst zusammen, der öffentliche Plätze wie den Schnellepark, die Bleiche oder eben den Maxgarten kontrolliert. Bislang startete er laut Gruß am 1. Mai den Dienst. Nach dem Vorfall am Holzschiff ist er schon jetzt unterwegs. Auch die Umgestaltung des Maxgartens soll vorangetrieben werden. Die Stadt hat sich für das Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ beworben, das eine 90-prozentige Förderung verspricht. Angedacht ist ein Mehrgenerationenpark mit Bereichen für alle Altersklassen. „Ich hoffe, dass dann Jugendliche nicht mehr Plätze nutzen, die Kindern gehören“, sagt Gruß.

Das angezündete Schiff in Gundelfingen ist derzeit nicht der einzige Fall von Vandalismus in der Region, der für Kopfschütteln sorgt. In Bachhagel haben es Unbekannte auf den Barfußpfad abgesehen. Anfang April durchtrennten sie die Haltevorrichtung der Panoramaliege und warfen diese in das angrenzende Wasser. Die Gemeinde stellte die Liege umgehend wieder auf. Vergangenes Wochenende schnitten Unbekannte erneut die Verankerung der Panoramaliege auf. Dazu drückten sie einen Baum um, außerdem machten sie sich am Sicherungsnetz der Barfußbrücke zu schaffen und kokelten es an. Auch ein Halteseil der Brücke wurde angeschnitten. Die Gemeinde Bachhagel bezeichnet es als „ungemeine Zerstörungswut“ und erstattete Anzeige (lesen Sie hier mehr dazu).

Vandalen wüteten zum zweiten Mal am Barfußpfad in Bachhagel. Den beschädigten Baum musste die Gemeinde entfernen, die Panoramaliege ist mittlerweile wieder angebracht.
Bild: Gemeinde Bachhagel

Bachhagel belohnt sachdienliche Hinweise

Der Schaden am Barfußpfad, der in Zusammenarbeit mit Donautal-Aktiv gestaltet wurde, lag beim ersten Vorfall im niedrigen dreistelligen Bereich. Jetzt rechnet Bürgermeisterin Ingrid Krämmel mit mindestens 1500 Euro. Der beschädigte Baum musste entfernt werden, die Panoramaliege ist mittlerweile wieder angebracht. „Das hat nichts mehr mit Spaß zu tun“, sagt Krämmel, die von „frustrierenden“ Umständen spricht. Schließlich gehe es auch um die Sicherheit der Kinder. „Da hätte weiß Gott was passieren können.“ Um die Täter zu schnappen, stellt die Gemeinde für sachdienliche Hinweise nun eine Belohnung von 200 Euro in Aussicht.

Einen Fall von Vandalismus gab es wohl auch in Wertingen. Kurz vor Ostern wurde der Steinhase im Stadtwald offenbar geköpft. Die Hintergründe sind, wie in den anderen Fällen, unklar.

Lesen Sie dazu einen Kommentar: Vandalismus: Das ist traurig und beschämend

In Gundelfingen ist der Täter mittlerweile ermittelt: Holzschiff abgebrannt: Polizei schnappt einen 13-Jährigen

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