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Gundelfingen

04.11.2016

Zieht der Waldkindergarten um?

Richtig wohl fühlen sich die Kinder in der neuen Gundelfinger Waldkindergartengruppe, die im September eröffnet wurde. Doch es gibt schon Überlegungen, ob ein anderer Standort nicht besser wäre.
Bild: Hitzler

Im September startete die Gruppe in Gundelfingen. Doch nun gibt es bereits Überlegungen, ob ein anderer Standort nicht doch besser wäre

Es ist noch gar nicht lange her, sagt Heidemarie Hitzler, da war einer der Buben, die jetzt im Gundelfinger Waldkindergarten sind, für die Englisch-Stunde im Montessori-Kinderhaus. „Der hat seiner Mutter gesagt, sie soll ihn danach bloß gleich wieder abholen, damit er wieder in den Wald kann.“ Groß sei die Begeisterung bei den 20 Kindern, die in der neuen Gruppe täglich durch den Wald bei der Kläranlage toben.

Doch bereits wenige Wochen nach dem Start, sagte Bürgermeister Franz Kukla in der Bürgerversammlung, gebe es Überlegungen, ob diese Waldkindergartengruppe nicht besser an einem anderen Platz aufgehoben wäre. Weil die Zeit im Sommer drängte und die Zahl der Anmeldungen groß war, hatte der Stadtrat den Weg für die Eröffnung der Gruppe quasi im Schnellverfahren geebnet. „Weil es schnell gehen musste, haben wir gesagt, wir probieren das mal da unten aus“, so Kukla. Seines Erachtens sei der neue Waldkindergarten in dem Waldstück bei der Kläranlage wunderbar gelegen. „Aber es gibt baurechtliche Gründe, wo man sagen muss, dass das auf Dauer vielleicht nicht der ideale Platz ist“, so der Bürgermeister. Zum einen liege die Heimat der „Gumowakis“, wie sich die Kinder hier genannt haben, im FFH-Gebiet und im Überschwemmungsgebiet. Zum anderen ist da die Nähe zur Kläranlage. Die soll in den kommenden Jahren umfassend ertüchtigt werden. „Dann ist mit einem erhöhten Aufkommen an Fahrzeugen zu rechnen, was unter Umständen ein Gefahrenpunkt ist“, sagt der Bürgermeister. Aus diesem Grund habe die Stadt gemeinsam mit dem Träger nun einen anderen möglichen Standort ins Auge gefasst. Er liegt in der Nähe des FC-Heims. Zwar handelt es sich auch hier um ein Überschwemmungsgebiet. Doch die Infrastruktur rundherum sei eine andere, sagt der Bürgermeister. „Das hätte den Vorteil, dass schon Parkplätze vorhanden sind. Und in der Nähe liegen auch Versorgungsleitungen für Strom.“ Ob man den in einem Waldkindergarten überhaupt braucht, sei aber eine andere Frage.

Schließlich sei ein Waldkindergarten etwas anderes als ein Kindergarten im Wald. Dass dieses pädagogische Angebot – unabhängig vom Standort – auf jeden Fall erhalten werden soll, steht für Kukla aber nicht infrage. „Der Bedarf ist vorhanden, die Leute sind begeistert.“ Insgesamt hat die Stadt laut Kukla bisher 60000 Euro in die neue Gruppe investiert. Mit den ursprünglich angedachten 30000 Euro sei man nicht hingekommen. „Aber das war mir gleich klar“, sagt der Bürgermeister. „Das meiste, was angeschafft wurde, kann man auch an einem anderen Ort aufstellen.“

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Trotzdem, sagt Heidemarie Hitzler, wäre es ihr lieber, wenn der Waldkindergarten an seinem aktuellen Standort bleiben kann. „Für unsere Arbeit und die Waldpädagogik ist das ideal. Auch mit dem kleinen Altwasser.

Da bauen die Kinder Angeln und Brücken. Wir wären schon glücklich, hierbleiben zu dürfen.“ Wichtig sei vor allem, dass die Waldkindergartengruppe weiter bestehen bleibt. Weil die Kinder begeistert sind. Aber auch, weil die Kindergärten in der Gärtnerstadt voll belegt sind.

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