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13.11.2019

Zimmerer: Nur mit Holz gelingt die Klimawende

Gratulationen gab es zum Goldenen Meisterbrief, der Anerkennung ihrer Lebensleistung, von der Zimmererinnung. Auf dem Bild: (von links) stellvertretender Obermeister Christian Graf, die geehrten Wolfgang Stangl und Bernhard Stutzmiller sowie Obermeister Alexander Gumpp.
Foto: Brigitte Bunk

Innung setzt sich dafür ein, dass Azubis im zweiten und dritten Lehrjahr in Donauwörth beschult werden

Mit viel Applaus ihrer Innungskollegen aus dem Landkreis Dillingen haben die Zimmerermeister Bernhard Stutzmiller aus Syrgenstein und Wolfgang Stangl aus Schwenningen ihre Goldenen Meisterbriefe entgegengenommen. Im Landgasthof Stark bekräftigte Obermeister Alexander Gumpp: „Das ist eine würdige Anerkennung für eure Lebensleistung.“ In über 30 Jahren Tätigkeit haben die Zimmerermeister viele Lehrlinge ausgebildet.

Gumpp berichtete, dass heuer erstmals mehr Zimmerer- als Maurerlehrlinge in Bayern verzeichnet wurden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Donauwörth neuer Standort für den geplanten zusätzlichen Schulsprengel werden könnte. Denn auch der Kreistag Donau-Ries habe inzwischen beschlossen, sich für den Schulstandort zu bewerben, die räumlichen Kapazitäten und die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Ziel ist, dass die Auszubildenden aus Nordschwaben auch im zweiten und dritten Lehrjahr die Berufsschule in Donauwörth besuchen können, statt wie bisher nach Immenstadt fahren zu müssen. Auch Augsburg ist im Gespräch als zweiter Standort.

Um den Unternehmernachwuchs im Landkreis will sich die Zimmererinnung Dillingen ebenfalls kümmern. Schon bei der bayernweiten Initiative, den Holzbaujunioren, bilden sich junge Frauen und Männer aus Bayern in Veranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten fort, um ein eigenes Unternehmen führen zu können. Die Dillinger Zimmerermeister möchten ihre jungen Leute ebenfalls in die Innungsarbeit einbinden, damit sie sich weiter vernetzen können. Deshalb steht eine Satzungsänderung an, die im Frühjahr verabschiedet werden soll. Gumpp erläuterte: „Bisher können die Jungen erst in den Vorstand gewählt werden, wenn ihnen ein Betrieb gehört.“

Die Sorgen der Jugend ernst nehmen, war auch Teil des Vortrags von Obermeister Alexander Gumpp, der außerdem Vorsitzender von pro Holz Bayern ist. Ohne den Holzbau könne die Klimawende nicht gelingen, stellte er klar. „Wenn ein Gebäude aus Holz gebaut wird, das CO2 speichert, wird der Boden wieder frei, auf dem wiederum Bäume wachsen können, die weiteres CO2 speichern.“ Immerhin binde ein Kubikmeter Holz dauerhaft eine Tonne Kohlendioxid. Die neu gebauten Häuser wiederum entsprechen Gumpps Worten zufolge dem Passivhausstandard und benötigen nahezu keine Heizenergie. Urwälder seien höchstens CO2-neutral und unwirtlich, betonte er. Nachhaltig genutzte Mischwälder seien Erholungsraum, bilden die Grundlage für eine ständig nachwachsende Rohstoffversorgung und senken dauerhaft den Kohlenstoffanteil in der Luft. Gumpp ist überzeugt: „Wir haben genug Wald, dass alle Holzhäuser bauen könnten.“

Grundsätzlich müsste die Lebenszyklusbetrachtung von Baustoffen verpflichtender Bestandteil des Planungs- und Bauprozesses werden, meinte er: „Eine reine Betrachtung der Nutzung springt zu kurz.“ Denn rund 50 Prozent des deutschen Abfallvolumens stamme aus dem Baubereich, und rund 40 Prozent der deutschen CO2-Emissionen entstehen laut Gumpp beim Bauen, Rückbauen und Betreiben von Gebäuden. Die weltweite Staatengemeinschaft habe sich das Ziel gesetzt, dass die durchschnittliche Erderwärmung bis zum Jahr 2050 nicht mehr als zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau steigen soll. Das Bauen mit Holz trage dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. (pm)

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