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Zöschlingsweiler

05.08.2020

Zöschlingsweiler Spiegel sorgt weiter für Ärger

Der Verkehrsspiegel gegenüber der Ausfahrt des Firmengeländes der einstigen Spinnerei in Zöschlingsweiler war Teil des Sicherheitsproblems.
Bild: Mayer (Archiv)

Plus Die Lösung für die Strecke entlang der Spinnerei in Zöschlingsweiler löst Kritik aus. Doch die rechtliche Situation ist eindeutig.

Die Verkehrssituation entlang der alten Spinnerei in Zöschlingsweiler sorgt noch immer für Unmut. Nun war die Stelle Thema im Wittislinger Gemeinderat. Der jüngste Bericht dazu in unserer Zeitung veranlasste Gemeinderat Josef Waltl (FWG) zu der Nachfrage, wieso der Spiegel gegenüber der Ausfahrt des alten Fabrikgeländes abgebaut und die Verkehrssituation verändert werden musste. Seine Sorge: Besonders für Familien mit Kindern sei der neue Lösungsansatz nicht von Vorteil. Doch aus Sicht der Gemeinde ist die rechtliche Situation klar.

Zum Hintergrund: Nach einem Unfall, bei dem ein Kind an der Ausfahrt leicht verletzt wurde, und einem Bericht in unserer Zeitung, beschlossen die Gemeinde, die Polizei Dillingen, das Landratsamt und das Staatliche Bauamt in einer Verkehrsschau, den Verkehrsspiegel zu entfernen und die Radwegeführung entsprechend zu ändern. Der Radfahrerschutzstreifen auf der der Fabrik zugewandten Straßenseite wird entfernt, künftig müssen Radler, die in Richtung Wittislingen unterwegs sind, die Staatsstraße vor dem Fabrikgelände queren, auf der rechten Straßenseite weiterfahren, und nach dem Fabrikgelände erneut queren, um auf dem Radweg weiterzufahren.

Der Radverkehr war in Zöschlingsweiler nicht sicher

Eine Situation, die nach Meinung von Josef Waltl unzumutbar ist. „Das kann es nicht sein.“ Bürgermeister Thomas Reicherzer ( SPD) wiederholte, was er nach der Verkehrsschau im Gespräch mit unserer Zeitung schon einmal sagte: Man sei sich einig gewesen, dass nur so die Sicherheit erhöht werden könne. „Der Spiegel hat nicht zur Sicherheit beigetragen, sondern eine Gefährdung dargestellt.“ Zudem sei der Gehweg entlang der alten Spinnerei zu eng für Begegnungsverkehr zwischen Radfahrern, der Radfahrerschutzstreifen wiederum müsse weg, weil er Radfahrer dazu verlocke, entgegen der Fahrtrichtung zu fahren.

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Josef Waltl indes sprach von einem „Schildbürgerstreich“ und einer Gefahrenquelle. Es entwickelte sich ein Wortgefecht: Geschäftsstellenleiter Tobias Steinwinter wies darauf hin, dass das die rechtlich richtige Lösung sei, Waltl entgegnete: „Rechtlich schon, aber praktikabel ist das nicht.“ Walter Reinelt (FWG) fügte an: „Da wird keiner queren, sondern weiter am bestehenden Weg entlang fahren.“ Bürgermeister Reicherzer wiederum betonte, oberstes Ziel müsse es sein, rechtliche Gegebenheiten einzuhalten. Sonst komme die Gemeinde in Haftung. Und Steinwinter ergänzte: „Eins muss klar sein: Wir können wegen der Radwegeführung nicht das ganze Dorf umbauen.“ Die neue Radwegeführung werde noch mit Verkehrszeichen und Bodenmarkierungen ausgeschildert. Waltl schien das nicht zu reichen: Die Mauer am Firmengelände solle entfernt werden. „Wieso geht das nicht flotter?“ Doch das Gebäude gehört einem Investor aus Frankfurt, nur der kann die Mauer abreißen. Das große Gebäude links der Ausfahrt aber bleibt auch dann stehen.

Ein Rat spricht von einer "Scheiß-Stelle"

Dann meldete sich Robert Drechsler (SPD), von Beruf Polizist, zu Wort: Es sei „unglaublich, was diese Stelle die Leute beschäftigt.“ Er nannte es eine „richtige Scheiß-Stelle“, doch man müsse sich eben an die rechtlichen Vorgaben halten. Gänzlich zufriedengestellt schien nach der Debatte niemand im Saal, das Thema aber ist vorerst wohl beendet.

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