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Lauingen/Mörslingen

21.12.2018

Zwei Kindergärten feiern Weihnachten im Container

Da geht es rein in den Raum der Kirschgruppe des Lauinger Kindergartens Kurlandstraße.
Bild: Jakob Stadler

Ein Lauinger Kindergarten ist seit einem Monat in einem Provisorium untergebracht, eine Gruppe des Mörslinger Kindergartens seit drei Monaten. Die Container sind erstaunlich wohnlich – und sehr weihnachtlich eingerichtet.

Von außen ist der Container, in dem der Kindergarten Kurlandstraße in Lauingen seit dem 19. November untergebracht ist, kein weihnachtlicher Anblick. Die grau-metallenen Wände wirken zweckdienlich, nicht besinnlich. Doch davor steht ein Weihnachtsbaum. Ein Hinweis darauf, dass der Container wohnlicher sein könnte als erwartet.

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Innen glaubt man kaum, in einem Container zu sein. Der Flur ist hell, es gibt genug Platz für Jacken und Stiefel der Kinder. Weiter hinten steht ein Christbaum, dort ist auch ein Tisch mit einer Krippe aufgebaut. Die Wände sind mit Bildern und Basteleien behängt. Vom Flur aus führen Türen zu den vielen Räumen. Die zwei größten Zimmer sind die der beiden Gruppen: Die Kirschgruppe, eine Vormittagsgruppe, und die Apfelgruppe, eine Gruppe, die manche Kinder den ganzen Tag, andere nur am Vormittag oder nur am Nachmittag besuchen. Ihre Zimmer sind richtig gemütlich – momentan ist das Thema Weihnachten omnipräsent. Dort strahlen Lichterketten, kleben Nikoläuse und Christbaumbilder. Die Tür der Kirschgruppe ziert ein Papier-Christbaum mit individuell gestalteten Kugeln. Die Apfelgruppe hat Weihnachtswünsche auf Sternen an die Tür gehängt. „Puppe“, „Lego“, „Zauberstab“, „Traktor“ und „Blumen“ steht dort unter anderem.

"Container" weckt falsche Vorstellungen

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt die kommissarische Kindergartenleiterin Anna Gadecka-Cackowska. „Nur der Name Container passt irgendwie gar nicht.“ Das wecke eher die Assoziation mit einem Baucontainer – kein Ort, an dem man sich die Kinder wünscht. Doch es ist alles da, was der Kindergarten braucht. Es gibt Toiletten für die Mitarbeiter, daneben Toiletten für die Kinder, mit niedrigen Waschbecken. Auch eine Dusche ist eingebaut. Klein, aber vorhanden, ist ein Raum, in dem sich die Kinder am Wohlfühltag zusammenkuscheln und einer Geschichte lauschen können.

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„Es ist natürlich schon eine Umstellung“, sagt Gadecka-Cackowska. „Aber ich finde, wir haben das sehr gut hinbekommen.“ Im alten Gebäude, das direkt neben dem Container steht und abgerissen werden soll, gab es mehr Platz. Von der reinen Quadratmeterzahl her ist der Container schon eine Einschränkung. Doch er ist nur eine Übergangslösung. In der Stadtverwaltung wird der Neubau bereits geplant, und auch wenn es bis zur Fertigstellung noch mindestens zwei Jahre dauern dürfte, als Übergang sei der Container ideal, sagt Gadecka-Cackowska. „Wir wissen, es kommt dann etwas Besseres, wo wir auch alles haben.“ Besuche von Nikolaus und Christkind haben ebenso stattgefunden wie eine Plätzchenback-Aktion. Im Container gibt es eine Küche, in der das problemlos möglich war. Wie in den vergangenen Jahren hat der Kindergarten auch heuer ein Lauinger Adventstürchen ausgerichtet. „Wir haben alles gemacht, was wir sonst auch gemacht haben.“

Links der Übergangs-Container des Lauinger Kurland-Kindergartens. Das alte Gebäude, rechts im Bild, wird abgerissen, ein Neubau soll kommen.
Bild: Jakob Stadler

Mörslinger sind sehr zufrieden mit ihrem Container

Ähnliches hört man aus Mörslingen. Auch dort ist seit Mitte September eine Gruppe des Kindergartens im Container untergebracht. Die „Wiesengruppe“, als Ergänzung zur bestehenden „Waldgruppe“, auf diesen Namen hat man sich geeinigt – „Container“ fand hier auch keiner so richtig passend. Finningens Bürgermeister Klaus Friegel sagt: „Die Kinder fühlen sich sehr wohl.“ Geplant sei das Provisorium für drei, vielleicht vier Jahre. In Mörslingen war der Container eine Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Kindergartenplätzen. Die Gemeinde will bis nächstes Jahr warten, wie sich die Situation entwickelt, und dann einen Neubau planen. Bis die Ausschreibung fertig war und der Container endlich stand, sagt Friegel, sei es ein Kraftakt gewesen. Dankenswerterweise habe sich das Ingenieurbüro Asco-Team „richtig reingehängt“, insbesondere lobt Friegel dort Josef Schuster. Und inzwischen seien alle mit der Lösung zufrieden.

Die Wiesengruppe der Goldbergzwerge

Leiterin Natalia Eschey bestätigt das: „Es ist wie ein normales Gebäude.“ Im Container werden 15 Kinder betreut, der Raum ist mit Zweigen und Bastelarbeiten wie Nikolausstiefeln und Sternen geschmückt. Es gebe sogar einen Vorteil zu einem klassischen Gebäude: Der Container ist aus Metall. Er ist zwar gedämmt, aber Magneten halten an der Wand. Gerade in der Weihnachtszeit ist es praktisch, Bilder der Kinder überall hinhängen zu können. Eschey sagt, im Inneren merke man nicht, dass es ein Container ist: „Wer hätte gedacht, dass das so eine gute Lösung ist?“ Von außen soll der Container noch verschönert werden. Ein Teil des Baus ist bereits orangefarben. Auf der weißen Fläche soll der Name „Goldbergzwerge“ angebracht werden. Für den hat sich der Elternbeirat im Oktober entschieden.

Der Lauinger Stadtrat hat kurz vor Weihnachten den nächsten Schritt zum Kindergarten-Neubau in der Kurlandstraße gemacht.

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