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Landkreis Dillingen

03.12.2019

Zwei tote Kinder und ausgesetzter Säugling: Wie laufen die Ermittlungen?

Auf dem Parkplatz des Gundelfinger Kinderheimes kam es im vergangenen Juni zu einem tragischen Unglück. Damals starb ein einjähriger Bub. Daneben gab es in diesem Jahr zwei weitere Kinder-Schicksale, die den Landkreis Dillingen bewegten.
Bild: Karl Aumiller (Archiv)

Plus Ein Ein- und Dreijähriger sterben, ein Neugeborenes wird ausgesetzt: Diese Fälle bewegten heuer den Landkreis Dillingen. Wie ist eigentlich der Stand der Ermittlungen?

Drei Kinder-Schicksale haben in diesem Jahr den Landkreis Dillingen berührt. Der Tod eines Einjährigen auf dem Parkplatz des Gundelfinger Kinderheims, das Findelkind von Unterglauheim sowie der Tod eines Dreijährigen. In allen drei Fällen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. Zum Teil ist es um die Fälle wieder recht ruhig geworden. Wie ist eigentlich der Stand der Ermittlungen?

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Tragisches Unglück auf dem Kinderheim-Parkplatz

Der Tod eines Einjährigen auf dem Parkplatz des Gundelfinger Kinderheims im Juni war ein tragisches Unglück. Eine 78-Jährige bog auf den Parkplatz ein und sah dabei nicht den 13 Monate alten Bub, der vor ihrem Auto saß. Der Wagen überrollte das Kleinkind, das einen Tag später in der Augsburger Uniklinik an seinen schweren Verletzungen verstarb. In der Folge hat die Staatsanwaltschaft Augsburg Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung aufgenommen. Laut Matthias Nickolai, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gibt es in dieser Angelegenheit derzeit nichts Neues zu vermelden. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt er.

Findelkind von Unterglauheim: Mutter weiter in U-Haft

Viele Menschen bewegt hat im Sommer das Schicksal des Findelkindes von Unterglauheim. Der Bub ist im Juli kurz nach seiner Geburt in einer Wiese am Rande des Blindheimer Ortsteils abgelegt worden. Ein Anwohner, der an diesem Tag zufällig den angrenzenden Feldweg entlang spazierte, hörte Schreie und entdeckte den Säugling nackt im Gras. Der Bub kam mit dem Hubschrauber in die Kinderklinik nach Augsburg und kämpfte wochenlang um sein Leben – mit Erfolg. Mittlerweile ist der Junge in einer Pflegefamilie untergebracht. Die 31-jährige Mutter befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Im Haftbefehl ist die Rede von versuchtem Totschlag, gefährlicher Körperverletzung und Aussetzung.

Zwei tote Kinder und ausgesetzter Säugling: Wie laufen die Ermittlungen?
Hier, an dieser Stelle im Gras, hat Wolfgang Heilmann aus Unterglauheim am Montagmittag einen ausgesetzten Säugling gefunden. Seine Frau Angelika brachte das Neugeborene, das unterkühlt war, ins Haus und kümmerte sich um das Findelkind. Beide haben dem Baby womöglich das Leben gerettet.
Bild: Andreas Schopf

Ermittlungen der Kripo abgeschlossen

Michael Lechner, Leiter der Kriminalpolizei Dillingen, teilt auf Anfrage mit, dass die Ermittlungen der Kripo in diesem Fall abgeschlossen sind und an die Staatsanwaltschaft übergeben wurden. Dort wiederum heißt es: „Die Ermittlungen sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen.“ Sprecher Matthias Nickolai erklärt, warum er derzeit nichts Neues mitteilen kann: „Einzelheiten zu den Ergebnissen der weiteren Ermittlungen werden wir erst nach vollständigem Abschluss der Ermittlungen mitteilen, wenn sichergestellt ist, dass den Verfahrensbeteiligten das Ermittlungsergebnis und die Entscheidung der Staatsanwaltschaft bekannt sind.“

Wer ist für den Tod des Dreijährigen verantwortlich?

Bleibt noch der dritte besondere Fall in diesem Jahr – das größte Fragezeichen. Mitte Oktober kam es im Landkreis Dillingen zu einem Notarzteinsatz, bei dem ein Dreijähriger in der Wohnung seiner Eltern behandelt wurde. Beteiligte des Einsatzes sprechen von einem „extrem belastenden“ und „schockierenden“ Einsatz. Woran genau der Junge litt, ist nicht bekannt. Mit dem Krankenwagen kam er in die Kinderklinik nach Augsburg, wo der Bub im Verlauf der Nacht starb. Auch hier schaltete sich die Staatsanwaltschaft ein. „Wir prüfen, ob und in welcher Form jemand für den Tod des Kindes verantwortlich ist“, teilt Nickolai mit. In diesem ungewöhnlichen Fall würde man verschiedene Szenarien in Betracht ziehen. Auch hier also nichts Neues. Laut Nickolai können Ergebnisse der Ermittlungen Medienvertretern und damit der Öffentlichkeit immer erst dann mitgeteilt werden, wenn sie den Verfahrensbeteiligten bekannt gemacht wurden. „Diese haben ein Recht darauf, die Informationen von den Ermittlungsbehörden zu erhalten und sie nicht durch die Medien zu erfahren“, so Nickolai.

Hintergründe zu den drei Fällen finden Sie hier:

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