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14.02.2015

Zwischen Stromtrassen und Flutpoldern

Landrat Leo Schrell.
Bild: Landratsamt

Landrat Leo Schrell über die größten Herausforderungen 2015 und worauf er sich privat am meisten freut

Das neue Jahr ist noch jung. In den Kommunen werden aber schon neue Pläne geschmiedet, viele Projekte wurden sogar schon angepackt. Die Donau-Zeitung hat mit den Bürgermeistern aus dem Verbreitungsgebiet gesprochen und sie gefragt, was auf ihrer Prioritätenliste ganz oben steht. Mit in die Serie gehört auch Landrat Leo Schrell.

Der Kreistag befindet sich mitten in den Haushaltsberatungen. Es muss aber noch einiges gespart werden. Was meinen Sie, wo könnte man noch etwas wegnehmen oder schieben?

Die anstehenden Haushaltsberatungen werden ergeben, wie wir die derzeitige Haushaltslücke von etwa 3,4 Millionen Euro schließen können. Einigkeit bestand bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses darüber, einen Ausgleich des Haushalts ohne Erhöhung der Kreisumlage (derzeit 50 Punkte) zu erreichen und gleichzeitig die Realisierung wichtiger Investitionen, wie den Beginn der Generalsanierung des Johann-Michael-Sailer-Gymnasiums in Dillingen, sicherzustellen.

Es werden noch mehr Flüchtlinge in den Landkreis kommen. Wo könnten sie noch untergebracht werden? Wird das Landratsamt personell aufgestockt werden müssen?

Nach den Prognosen der Regierung von Schwaben müssen wir davon ausgehen, dass der Zustrom von asylsuchenden Menschen und Flüchtlingen anhält. Deshalb müssen wir und die Regierung von Schwaben auch weitere Wohnungen und Gebäude zur Unterbringung der Menschen anmieten.

Um die Aufgaben ordentlich bewältigen zu können, haben wir im Landratsamt die Personalstellen allein seit 2013 um 4,75 auf 7,1 Vollzeitstellen erhöht. Wenn die Zahl der asylsuchenden Menschen unverändert ansteigt, werden wir die Anzahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich erneut aufstocken müssen.

Die Zukunft der Stromversorgung in Bayern hat auch der Energiedialog nicht geklärt. Was ist Ihre Idee für eine Alternative zur Stromtrasse? Käme eine Insellösung für den Landkreis in Frage?

Der Energiedialog war das Eine, konkrete Aussagen machen und Konzepte entwerfen zu müssen, das Andere. Die bisherigen Aussagen zum Konzept einer sicheren, bezahlbaren und sauberen Energieversorgung, insbesondere nach Abschaltung der Kernkraftwerke, sind leider sehr vage. So bleiben auch nach dem Energiedialog viele Fragen offen. Allerdings hat sich deutlich herausgestellt, dass die beiden geplanten Stromtrassen nach Bayern nicht alternativlos sind. Völlig inakzeptabel sind für mich Trassen zum Transport von Braunkohle- oder Steinkohlestrom sowie Trassen zum Stromtransport ins Ausland. Als Alternative werden wir nach meiner Meinung an Gaskraftwerken nicht vorbeikommen. Auch eine Insellösung für den Landkreis halte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht für realistisch. Aber wir beschreiten bereits seit Jahren einen richtigen Weg: Die Wärmeversorgung sämtlicher Kreiseinrichtungen wurde auf regenerative Energien umgestellt. Zudem leistet das schwäbische Informationszentrum für regenerative Energien an der Berufsschule Lauingen neben der im Landratsamt angebotenen Energieberatung einen wichtigen Beitrag zur Information der Bevölkerung.

Was ist Ihre Vision für den Landkreis auch mittelfristig?

Wichtig erscheint mir der Weiterbau der dreispurigen B16 Neu „Umfahrung Höchstädt“. Zudem muss eine Lösung im Bereich der Gemeinden Schwenningen und Tapfheim gefunden werden. Meine Vision für den Landkreis ist, dass dieser wirtschaftlich stark bleibt, ökologisch vorbildlich und menschlich angenehm. Das wird unseren dauerhaften Einsatz in der Kommunalpolitik erfordern – aber auch Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa der weitere Breitbandausbau, die ständige Optimierung unserer Krankenhäuser und die ärztliche Versorgung, moderne Bildungseinrichtungen, attraktive Naherholungseinrichtungen sowie eine intakte Umwelt.

Die Prämisse „Bildung ist Zukunft“ passt nicht zur Lauinger Realschule. Auch im Haushalt 2015 ist dafür kein Geld vorgesehen. Wann ist das Gebäude dran?

Bereits in den vergangenen Jahren haben wir nach dem Motto „Bildung schafft Zukunft“ hohe Investitionen in unsere Bildungseinrichtungen getätigt. Dazu gehört auch die Realschule Lauingen. So haben wir etwa in den Jahren 2011 bis 2014 insgesamt rund 1,4 Millionen Euro in sie investiert. Außerdem haben wir in Abstimmung mit der Schulleitung Planungen in Auftrag gegeben, die auch die weitere Entwicklung der Schule beinhalten. Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden wir in den politischen Gremien darüber diskutieren und gegebenenfalls notwendige Entscheidungen treffen.

Worauf freuen Sie sich beruflich 2015 am meisten?

Auf meine Schirmherrschaften bei den anstehenden Vereinsjubiläen, die Landkreiskulturtage sowie den Abschluss, den Beginn und die Umsetzung wichtiger Investitionen im Bildungsbereich sowie im Bereich unserer Kreiskliniken.

Und privat?

Auf hoffentlich viele Stunden mit der Familie und mit Freunden.

Was wird heuer die vielleicht größte Herausforderung sein?

Die Bewältigung der Aufgaben im Zusammenhang mit den geplanten Flutpoldern an der Donau und der geplanten Gleichstromtrasse. (corh)

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