Anna Wenisch, die damals noch Faber heißt, hat „eine schöne und unbeschwerte Kindheit“. Sie lebt auf dem stattlichen Hof ihrer Eltern Johann und Marie Faber in Groß Wonetitz (heute Bonětice) im Egerland. Der Landstrich, der vor dem Ende des Ersten Weltkriegs noch bei Österreich war, gehört zu dieser Zeit zur Tschechoslowakei. Anna Wenisch kann sich noch gut an die Stimmungslage erinnern, als Adolf Hitler ihre Heimat, das Sudetenland, annektierte. „Wir waren damals froh, 1938 zu Deutschland zu kommen“, blickt die heutige Dillingerin zurück. Doch diese Euphorie währte nur kurze Zeit, 1939 brachen die Nazis den Zweiten Weltkrieg vom Zaun. „Und wir mussten diesen Krieg teuer bezahlen, denn wir haben unsere Heimat verloren“, sagt Anna Wenisch, die am Donnerstag, 23. April, ihren 95. Geburtstag feiert. Sie zählt zu etwa zwölf bis 14 Millionen Deutschen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs vertrieben werden.
Dillingen
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