Es ist am Montagabend die letzte Sitzung der zu Ende gehenden Wahlperiode im Dillinger Stadtrat. Weil fünf Stadträte verabschiedet werden, sind im Großen Sitzungsaal Emotionen spürbar. Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) zitiert bei seinem Rückblick den Literaten Oscar Wilde mit den Worten: „Günstige Winde kann nur der nutzen, der weiß, wohin er will.“ Die Winde seien in den vergangenen sechs Jahren nicht immer günstig gewesen, stellt der Rathauschef fest.
Elf neue Mitglieder seien im Jahr 2020 zu Beginn der Wahlperiode in den Dillinger Stadtrat gekommen. Am Tag nach der Kommunalwahl wurde in Bayern wegen der Coronapandemie der Katastrophenfall ausgerufen. „Das Kennenlernen fand in Videokonferenzen statt“, erinnerte Kunz. Der Oberbürgermeister rief in seinem Rückblick Meilensteine der vergangenen sechs Jahre in Erinnerung wie die Einweihung des Neubaus der Josef-Anton-Schneller-Mittelschule oder die Wiedereröffnung des Rathauses, das im Juli 2017 gebrannt hatte.
Kunz stellte bei der Verabschiedung von fünf Stadträten die aus seiner Sicht besondere Atmosphäre im Gremium heraus. Das Klima im Dillinger Stadtrat sei von einem „Geist des Miteinanders, großem Respekt und Fairness“ geprägt. Nahezu alle Beschlüsse fielen einstimmig aus. Den scheidenden Stadträten fiel der Abschied nicht leicht. Jochen Hihler (Umland) sagte, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht für eine zweite Amtsperiode kandidieren wollte. Er dachte laut darüber nach, ob er nicht vielleicht doch wieder hätte antreten sollen.
Christian Forscht: „Jedes Mitglied ist voll für die Stadt da“
Christian Forscht (CSU), der bereits von 2008 bis 2014 und jetzt wieder von 2020 bis 2026 im Gremium mitarbeitete, hatte die Wiederwahl knapp verpasst. Forscht war ebenfalls sichtlich bewegt und zeigte sich vom Spirit im Dillinger Stadtrat beeindruckt. Jedes Mitglied sei hier „voll für die Stadt da“.
Benedikt Rapp (Grüne) konnte bei der Verabschiedung nicht dabei sein
AfD-Stadtrat Karl Zill (seit 2020 im Stadtrat) hatte im Vorfeld mit seinem Ausscheiden gehadert. Er war bitter enttäuscht, dass er vom Kreisverband der in Teilen rechtsextremistischen Partei nicht mehr nominiert worden war. „Anscheindend war ich zu wenig radikal“, sagte der 67-Jährige im Januar. Bei der Verabschiedung ging Zill darauf nicht näher ein. „Leider darf ich nicht mehr dabei sein“, bedauerte der Stadtrat. Das Warum sei dahingestellt. Zill erhielt von seinen Kollegen ebenfalls Beifall. Ebenso Karl Schneider. Der Kicklinger gehörte von 2014 bis 2026 dem Gremium an. In jungen Jahren sei er „noch ein bisschen eckiger“ gewesen, stellte Schneider fest. Im Alter werde man „ein wenig runder“. Aus dem Dillinger Stadtrat scheidet auch Benedikt Rapp (Grüne) aus. Er war für den Termin entschuldigt.
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