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Wittislingens Pfarrer Alois Lehmer erklärt die Bedeutung von „Mariä Lichtmess“ (2. Februar)

Landkreis Dillingen

„Mit den Augen des Herzens auf die Spuren der Gegenwart Gottes achten“

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    Die Bedeutung von Mariä Lichtmess erklärt Pfarrer Alois Lehmer. Der greise Simeon hat einst in Jesus das „Licht der Welt“ erkannt.
    Die Bedeutung von Mariä Lichtmess erklärt Pfarrer Alois Lehmer. Der greise Simeon hat einst in Jesus das „Licht der Welt“ erkannt. Foto: Jürgen Gabel, Main-Post

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    „Du bist mein Sonnenschein“, sagt die Oma zur dreijährigen Enkelin, und beide strahlen vor Freude. Beide wissen, was sie aneinander haben. Für die Oma geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn die Enkelin in der Nähe ist. Und diese weiß, was sie an der Oma hat: Eine Person mit Lebenserfahrung, Weitblick, Verständnis und einem offenen Herzen. Wie kostbar sind ihre gemeinsamen Stunden, die dann im Buch er Erinnerungen gespeichert sein dürfen! Bei jedem Abschied der beiden beginnt schon die Vorfreude auf das nächste Treffen. Denn „du bist mein Sonnenschein“!

    Pfarrer Alois Lehmer
    Pfarrer Alois Lehmer Foto: Horst von Weitershausen (Archivbild)

    Von einer solchen Begegnung erzählt in diesen Tagen auch die Bibel. Ein alter Mann hat die Zusage bekommen, er werde noch ein besonderes Kind in den Armen halten, das man das „Licht der Welt“ nennen wird. Simeon vertraut dieser Zusage Gottes und wartet… Wenn auch Jahre und Monate vergangen sind, er lässt sich nicht beirren. Schließlich bringen Maria und Josef ihren Sohn in den Tempel und Simeon erkennt in ihm dieses „Licht der Welt“. Christus ist für ihn zum „Sonnenschein“ seines Glaubens geworden, zum Lichtblick in düsteren Zeiten. An „Mariä Lichtmess“ blicken wir auf diese besondere Begegnung.

    „Wartezeit ist keine vertane Zeit, sondern Hoffnungszeit“

    Von Simeon möchte ich lernen: Wartezeit ist keine vertane Zeit, sondern Hoffnungszeit! Das Lebensalter ist nur nebensächlich; entscheidend ist, ob ich im Herzen jung geblieben bin. Und ich darf lernen, mit den Augen des Herzens auf die Spuren der Gegenwart Gottes zu achten. Dann kann ich im Unscheinbaren das Besondere entdecken, im Alltäglichen das Göttliche.

    An Lichtmess ist es üblich, die Kerzen für unsere Kirchen zu segnen. Jedes Licht, das wir entzünden, weist hin auf dieses wahre „Licht der Welt“, auf Christus. Möge uns dadurch Hoffnung und Zuversicht geschenkt sein – wie dem Simeon – und sich gerade dann unser Horizont des Lebens erhellen, wenn der Alltag wenig Sonnenschein bereithält.

    Alois Lehmer, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Wittislingen-Bachtal

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