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Lauingen
23.06.2022

Diese Lauinger Abiturientin zieht für ein Projekt nach Südafrika

Isabella Kalcher aus Lauingen sammelt Spenden - damit auch nächstes Jahr junge Menschen finanzielle Unterstützung für einen Freiwilligendienst im Ausland bekommen können.
Foto: Annemarie Rencken

Isabella Kalcher sammelt Geld, damit Jugendliche sich auch nächstes Jahr sozial im Ausland engagieren können. Einen bekannten Unterstützer hat sie schon.

Im Leben von Isabella Kalcher herrscht gerade ziemlich viel Chaos, wie sie es beschreibt. Und das nur, weil sie dabei ist, ein südafrikanisches Visum zu beantragen. Im Wohnzimmer breitet sie dafür ihre gesamten Unterlagen aus: Die Kopie ihres Reisepasses, ihr Führungszeugnis, ein radiologisches Gutachten und so weiter. An diesem Dienstagmorgen Mitte Juni kommt sie direkt von der Bank, denn sie braucht einen aktuellen Kontoauszug von exakt dem Tag, an dem sie das Visum beantragt. Die Visum-Gebühren sind eine der wenigen Kosten, die sie selbst tragen muss. Flüge, Verpflegung, Unterkunft, Versicherungen und ein monatliches Taschengeld sind alle von der Organisation 'Experiment' gedeckt, mit deren Unterstützung die Abiturientin für ein soziales Projekt vorübergehend nach Südafrika ziehen wird. Damit es dieses Programm auch nächstes Jahr wieder für andere junge Menschen geben kann, sammelt sie aktuell Spenden.

Am Freitag bekommt die Lauingerin ihr Abschlusszeugnis, Ende August startet sie dann auf ihre bislang größte und längste Reise. Die 18-Jährige zieht für neun Monate ins Ausland und wird dort in einer Grundschule in Grassy Park, einem Vorort Kapstadts arbeiten. Hier wird sie die Lehrkräfte beim Unterricht und bei der Nachmittagsbetreuung unterstützen, besonders beim Thema Sport. "Bis jetzt war ich nur zehn Tage alleine weg, bei einem Austausch in Frankreich". So lange und weit weg von ihrer Familie war sie also bis jetzt noch nie. Aktuell ist sie allerdings noch nicht wirklich aufgeregt. "Grade ist es noch zu weit weg", sagt sie. "Ich denke aber, die Aufregung kommt noch, vielleicht wenn das Visum da ist." Jetzt liegt ihr Fokus erst einmal darauf, möglichst viele Spenden zusammenzubekommen.

Die Lauingerin Kalcher sammelt Spenden, damit das Programm auch in den kommenden Jahren weitergehen kann

Theoretisch müsste Kalcher gar kein Geld sammeln. Ihre Teilnahme an dem Programm hängt zumindest nicht davon ab. Die Kosten für ihre eigene Reise ist bereits durch die vorangegangenen Jahrgänge gedeckt. Alles, was Kalcher also jetzt einnimmt, kommt den jungen Menschen zugute, die ihr in den nächsten Jahren folgen werden. "Ich möchte mich in jedem Fall solidarisch dafür einsetzen, dass auch zukünftig Freiwillige an diesem Programm teilnehmen können", sagt sie. Sie hält es für wichtig, dass junge Menschen andere Kulturen kennenlernen. Sie selbst freut sich schon darauf nach Südafrika zu ziehen, denn es war ihr Wunschland. "Seitdem ich bei einem afrikanischen Festival war, interessiere ich mich sehr für die Kultur", sagt sie. Für sie stand schon länger fest, dass sie für ein entwicklungspolitisches Projekt ins Ausland möchte: "Dabei geht es mir vor allem darum, von und mit anderen Menschen zu lernen und mich auch langfristig für eine globale, nachhaltige Entwicklung einzusetzen."

Die Organisation, die sie unterstützt, heißt Experiment. Der gemeinnützige Verein entsendet Menschen an viele Länder weltweit. Neben Kalcher wurden neun bis elf andere junge Leute aus ganz Deutschland ausgesucht. Zusammen reisen sie nach Südafrika und werden dort verschiedene entwicklungspolitische Projekte unterstützen, die sich unter anderem mit Bildung, der Umwelt und der Betreuung von Seniorinnen und Senioren befassen. 75 Prozent der Kosten, die über die neun Monate für Kalcher zusammenkommen, werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über den Freiwilligendienst 'weltwärts' übernommen. 25 Prozent zahlt die Organisation Experiment selbst - und diesen Anteil möchte Kalcher während ihrer Spendenkampagne zusammenbekommen. Insgesamt wären das 2225 Euro.

So will die Lauingerin die Spendensumme erreichen

Neben dem Abi hatte sie nur wenig Zeit sich um das Ganze zu kümmern. Einen prominenten Spender hat Kalcher trotzdem schon auf ihrer Seite: (Noch-) Landrat Leo Schrell hat sich bereit erklärt, ihr finanziell unter die Arme zu greifen. Alleine hätte Kalcher sich allerdings nicht getraut, ihn zu fragen "Wir können da doch nicht einfach hingehen", hatte sie zu ihrer Mutter auf der Dillinger Messe Wir gesagt. Aber die hatte sich mit den Worten "Doch wir machen das jetzt" durchgesetzt, und die Abiturientin zu Schrell hinübergezogen. Der reagierte offen und sagte, dass er sie natürlich unterstützen werde. Das Geld habe er auch schon überwiesen, sagt sie.

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Den Rest möchte Kalcher unter anderem durch ein Kirchenkonzert im Juli einnehmen. Vielleicht wird sie auch eine kleine Party mit Freunden und Freundinnen organisieren, bei der die Leute Spenden können. Generell können alle, die möchten, der Lauingerin noch bis in die erste Augustwoche ihre Spenden auch direkt zukommen lassen. Sie ist erreichbar unter der Email isa234kal@gmail.com.

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