22 neue Wohnungen für Lauingen: Großprojekt mit in der Altstadt
Lauingen
Großprojekt mitten in der Lauinger Altstadt: Das ist auf dem Sonnen-Areal geplant
Der Immobilienunternehmer Benedikt Griener will mit dem „Sonnenhof“ 22 Wohnungen schaffen. Dafür sollen die alte Brauerei und einiges mehr verschwinden.
Gleich unterhalb des Schimmelturms hat Benedikt Griener einiges vor. 22 neue Wohnungen sollen hier entstehen.Foto: Jonathan Mayer
Für Benedikt Griener ist es das größte Projekt, das er bisher entwickelt hat. „Wir machen hier eine komplette Quartiersentwicklung“, sagt der 30-Jährige. Er steht im Hof hinter dem Wirtshaus Becher in Lauingen. Direkt hinter ihm ragt der Schimmelturm in die Höhe. Die Pflastersteine sind verrutscht und uneben, die Garagen links und rechts schreien nach einer Auffrischungskur. Vom Gestrüpp jenseits des Zauns ganz zu schweigen. Früher war da mal ein Schleichweg, heute ist an ein Durchkommen nicht zu denken. Griener hat das alles hier gekauft. Den Platz, die Garagen, die alte Sonnenbrauerei mitsamt ihrem Innenhof. Der Komplex erstreckt sich von der Brüderstraße bis zur Herzog-Georg-Straße. Was er vor hat? Plattmachen, neu machen.
Griener führt in die alte Brauerei. Alles hier ist dunkel, Putz blättert von der Decke und den Wänden. Die Luft ist feucht. Alte Leitungen hängen in der Luft. An einigen Stellen tropft Wasser von der Decke, anderswo wachsen Bäume durch Dach und Gemäuer. Zwischen Matratzen, Flaschen und Kleidungsstücken liegt noch eine Menge anderer Müll rum. Auch die alten Umsatzbücher der Brauerei hat er darin gefunden. Das letzte stammt aus dem Jahr 1973. Wie lange genau die Brauerei schon leer steht, weiß Griener nicht. Sicher ist: Es sind Jahrzehnte. Über den gesamten Zeitraum haben Eigentümer und Pächter ihre Habseligkeiten dort zurückgelassen.
Im alten Brauereigebäude wachsen teilweise schon Pflanzen durch Decken und Wände.Foto: Jonathan Mayer
Die alte Sonnenbrauerei wird verschwinden
Griener ist gleich in der Nachbarschaft aufgewachsen. Das Gelände kennt er schon von Kindheitstagen an. Vor einigen Jahren hat er sich in der Immobilienbranche selbstständig gemacht. 2021 hörte er, dass der Eigentümer das Sonnenareal verkaufen will – da schlug er zu. Griener nennt es „ein Filetgrundstück“. Seit 2023 ist es in seinem Besitz. Er hat in diesem Flecken Erde Potenzial erkannt. Ein Großteil der Gebäude soll abgerissen werden. Stattdessen entsteht ein Neubau mit 22 Eigentumswohnungen.
Und das ist geplant: Die Durchfahrt neben dem Wirtshaus Becher wird erneuert, die Garagen dahinter saniert. Das Gasthaus Sonne an der Brüderstraße bleibt stehen, es steht unter Denkmalschutz. Die Gebäude dahinter, die alte Brauerei und Lagerflächen also, werden abgebrochen. Garagen, die an den Oberanger angrenzen, verschwinden ebenso. Griener spricht von einer Durchfahrt zur Brüderstraße sowie einer Zufahrtsmöglichkeit von der Herzog-Georg-Straße. Das Projekt „Sonnenhof“, wie er es getauft hat, bietet 22 Wohnungen: neun im Erdgeschoss, neun im ersten Stock, vier Penthouse-Wohnungen mit Dachterrassen zwischen 87 und 168 Quadratmetern darüber.
Blick auf die „Sonne“ von oben. Das Gebäude im Vordergrund sowie rechts verschwinden, das alte Gasthaus an der Brüderstraße bleibt bestehen.Foto: Jonathan Mayer
Geplant ist ein Holzhaus in zeitgenössischer Architektur. Griener findet, das passe gut zur historischen Altstadt: „Früher hat man Fachwerk gebaut. Die Häuser stehen immer noch“, witzelt er. Holz als Material sei nachhaltiger und gut fürs Raumklima. Eine Besonderheit werden laut Griener die Wohnungen im Erdgeschoss, die alle über ein Gartenabteil verfügen. „Und das mitten in der Stadt“, wie er sagt. Mit dem Abriss soll es voraussichtlich im Mai losgehen. Die Fertigstellung sei für Winter 2027 geplant.
Ursprünglich war der Sonnenhof noch größer geplant
Griener hat den Bau, der mit dem sogenannten „Bau-Turbo“, einem Gesetzespaket zum beschleunigten Wohnungsbau, umgesetzt wird, entwickelt. Durchführen wird das Projekt ein Bauträger, der viel Erfahrung auf dem Gebiet mitbringt. Wer genau, da hält er sich aktuell bedeckt. Ursprünglich war sogar ein Stockwerk und damit neun Wohnungen mehr geplant. Der Vorschlag wurde jedoch vom Landesamt für Denkmalpflege sowie der Genehmigungsbehörde am Landratsamt kritisiert. So, wie es jetzt geplant sei, füge sich der Neubau in zweiter Reihe aber gut in die Umgebung, sagt Griener. Im Dezember hatte der Stadtrat dem Projekt einstimmig zugestimmt. Griener, selbst Mitglied im Gremium, durfte an der Abstimmung nicht teilnehmen.
So soll das neue Gebäude aussehen.Foto: Benedikt Griener
Für den 30-Jährigen ist der Sonnenhof ein Herzensprojekt. Statt Flächen am Stadtrand zu versiegeln, schaffe man hier sinnvolle Nachverdichtung. Ihm sei es wichtig, „die Innenstadt lebendig zu halten“. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, wird er in Lauingen 40 Wohnungen geschaffen haben, 36 davon in der Innenstadt, rechnet der Immobilienunternehmer vor.
Bevor die Wohnungen auf den überregionalen Immobilienportalen angeboten werden, sollen zunächst lokale Interessenten den Vortritt bekommen, so Griener. Eine der Penthouse-Wohnungen sei bereits reserviert, auch weitere Interessenten hätten sich schon gemeldet.
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