Sie ist in diesen Tagen die Brücke im Landkreis Dillingen, über die am meisten gesprochen wird: die neue Fußgänger- und Radlerbrücke in der Nähe der Oberen Quelle in Dillingen. Am Mittwoch hatten wir in unserer Zeitung über den Frust von zwei Lesern berichtet, denen es auf dem Bauwerk zu eng war. Ein Dillinger Dreirad-Fahrer hatte geklagt, dass es beim Überqueren des Altwasserarms in Richtung Lauingen „ganz fürchterlich knapp“ werde.
Der Dillinger Rudolf Becherer fragte, wer für diesen „Schildbürgerstreich“ verantwortlich sei. Ein Fahrrad-Anhänger sei 80 Zentimeter breit, ein Behindertenrad 90 Zentimeter. Unsere Redaktion hatte schließlich nachgemessen, die neue Holzbrücke war 100 Zentimeter breit. Ursprünglich wollte unsere Redaktion bei der Dillinger Stadtverwaltung nachfragen, wer denn bei der Anfertigung ein so enges Maß genommen habe. Bei der Oberen Quelle in Dillingen führen zwei Brücken auf dem Donau-Radweg über Altwasserarme. Das noch erhaltene zweite Exemplar hat eine Durchfahrtsbreite von 118 Zentimetern.
Der Lauinger Bauhof habe der Stadt Geld gespart
Die neue Brücke fertigte aber nicht die Dillinger Stadtverwaltung an, sondern der Lauinger Bauhof. Gleich bei der Oberen Quelle fängt nämlich der Lauinger Stadtwald an. Die neue Holzbrücke hat dementsprechend der Lauinger Bauhof geschaffen, wie Bürgermeisterin Katja Müller auf Anfrage bestätigte. Und der sei in Eigenregie tätig geworden und habe der Stadt damit Geld gespart. Auf Kommentare bei Facebook, warum man denn so eine enge Brücke baue, kündigte die Rathauschefin an: „Wird nachgebessert!“
Und dies ist auch bereits geschehen. Als sich unsere Redaktion vor Ort davon überzeugt, gibt es freundliche Kommentare. „Passt das Maß jetzt?“, fragt ein Dillinger. Fast könnte man erwidern: „Passt und hat Luft.“ Das wäre aber nicht sachgerecht, denn diese Holzbrücke steht massiv auf festem Grund. Die Verbindung zwischen Dillingen und Lauingen hat jetzt eine Durchfahrtsbreite von 138 Zentimetern. Da kommt man auch mit Fahrrad-Anhängern und Dreirädern locker durch.
Lauinger Bauhofleiter: „Man kann darauf Brotzeit machen“
Der Leiter des Lauinger Bauhofs, Martin Koller, weist auf Anfrage darauf hin, dass man selbst bemerkt habe, dass die Durchfahrtsbreite zu eng war. Es habe im Vorfeld „ein Kommunikationsproblem“ gegeben, räumt Koller mit einem Augenzwinkern ein. Der Bauhof habe die Brücke bereits am Dienstag vor dem Erscheinen des Zeitungsberichts verbreitert.
Der Bauhofleiter erklärt, dass Radler an dieser Stelle absteigen müssen. Und das sei auch schon vor der Erneuerung der Brücke so gewesen. Für eine richtige Radlerbrücke gelten seinen Worten zufolge andere Auflagen, da müsse die Durchfahrt noch breiter und das Geländer noch höher sein. „Und da braucht man dann ganz andere Fundamente“, erklärt Koller. Das sei aber an dieser sensiblen Stelle im Auwald nicht angebracht. Der Bauhofleiter nimmt die Sache mit Humor: „Die Brücke ist jetzt breit genug, man kann darauf Brotzeit machen.“ Wenn jemand Leberkässemmeln spendiere, komme er auch dazu.
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